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Tote Fische und schmutziger Schaum trieben am Dienstag auf der Isen. Die Bilder wurden an der Mühle im Herzen von Dorfen aufgenommen.

Landratsamt: Betreiber hat Anlage manipuliert

Fischsterben in der Isen: Sicherheitssystem in Biogasanlage war aus

Das Austreten von Gärresten aus einer Biogasanlage hat am Dienstag zu einem großen Fischsterben geführt. Das Landratsamt Erding teilt nun mit, dass ein Sicherheitssystem in der Anlage ausgeschaltet war.

Dorfen – Richtig aufgebracht sind die Isen-Fischer wegen der Gewässerverunreinigung in der Isen und im Mühlbach. Das Austreten von Gärresten aus einer Biogasanlage hat am Dienstag zu einem großen Fischsterben geführt. Das Landratsamt Erding teilt nun mit, dass ein Sicherheitssystem in der Anlage ausgeschaltet gewesen war.

Die Biogasanlage sei baurechtlich im Jahr 2017 genehmigt worden, berichtet die Kreisbehörde. Gemäß der Genehmigung habe der betreffende Behälter maximal bis zur Geländeoberkante befüllt werden dürfen, teilt Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Beim Überschreiten dieses maximalen Füllstands schalte eine installierte Sicherheitseinrichtung im Behälter automatisch die Pumpen für die Zufuhr ab.

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Der Betreiber hat laut Landratsamt „vor Ort angegeben, diese Sicherheitseinrichtung bereits ,wohl im Februar‘ derart manipuliert zu haben, dass sie nicht mehr funktionierte“, schreibt die Behörde und stellt fest: „Dies widerspricht der Genehmigung.“

Der Fischereiverein Isen-Fischer Dorfen hat seit 30 Jahren an den Gewässern seine Fischerrechte. Wie lange die Mitglieder ihrem Hobby hier jetzt nicht mehr frönen können, ist noch ungewiss. Auch den Schaden an ihren verendeten Fischen und die Folgeschäden können sie noch nicht beziffern. Aber es dürfte teuer werden, da sind sich alle sicher. Manfred Braun schätzt, dass „alle Fische hin sind. Die frisch gesetzten, und auch der Altbestand ist kaputt, der selber gelaicht und sich natürlich fortgepflanzt hat.“

Ebenso sei die Grundnahrung für die Fische auf Jahre geschädigt, mutmaßt er. „Von der Kinderstube der Fische ist nichts mehr da. Ich weiß nicht, wie lange das dauern wird, bis Bodenflora und -fauna wieder intakt sind.“

Seinem Ärger Luft gemacht hat Fischer Manfred Braun auch gegenüber BR-Reporterin Astrid Halder. Ihr Beitrag wurde am Mittwoch in der Abendschau gesendet. 

„Wir sind das erste Mal biogasgeschädigt“, stellt Vorsitzender Wolfgang Pfahler fest. Er finde es nur schade, dass „der Herr da droben es nicht für nötig hielt“, den Vorfall eher zu melden, sagt er in Anspielung auf den Betreiber der Anlage. Dies habe als erster ein Gewässer-Anlieger getan. Nach Pfahlers Information seien die Gärreste aber bereits Abend Montagabend, gegen 22 Uhr ausgetreten. Der Landwirt habe den Vorfall erst am nächsten Morgen gemeldet. Pfahler wisse das, weil er am Montag mit der Polizei vor Ort gewesen sei, wo er alles aus erster Hand mitbekommen habe.

Auch das bestätigt das Landratsamt Erding. Im Sachgebiet Wasserrecht sei am Dienstagvormittag durch den Anlagenbetreiber mitgeteilt worden, dass bereits am Vorabend ein Behälter der Biogasanlage übergelaufen sei. Dadurch seien Gärreste ausgetreten und in die Isen gelangt.

Daraufhin fand eine Ortseinsicht statt. Anwesend waren neben dem Betreiber die Polizei Dorfen, das Wasserwirtschaftsamt München sowie die fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft des Landratsamts. Das Wasserwirtschaftsamt hat an verschiedenen Stellen Wasserproben aus der Isen entnommen und mehrere Fischkadaver zur Untersuchung im Labor sichergestellt.

Fischer-Vorsitzender Wolfgang Pfahler kann den Schaden noch nicht beziffern. Die toten Fische lägen am Boden der Isen und des Mühlbachs, jeder könne sie sehen. Dazu komme die Frage, welche Nährtiere geschädigt seien: „Die Fische müssen ja von irgendetwas leben.“ Die nächste Frage sei, wann man überhaupt wieder fischen könne. Heuer sei wohl alles tot.

Auch die Entsorgung der toten Fische bleibt jetzt den Isen-Fischern überlassen. „Wir müssen sie zum Berndt schicken“, also zur Tierkörperbeseitigung. Die Kosten blieben wohl erst einmal am Verein hängen. „Aber da geht’s um wesentlich mehr Kosten“, sagt Pfahler: „So billig kommt der Landwirt mit Sicherheit nicht davon.“ Es sei ja das ganze Gewässer geschädigt – von Anning bis Wasentegernbach. Dort seien die Einleitungen mittlerweile aber so verdünnt, dass das Wasser nur noch braun sei.

Birgit Lang

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