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Die Flüchtlingshilfe Dorfen muss künftig ohne Karin Fischer auskommen. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Helfer danken der gebürtigen Dorfenerin für ihr unermüdliches Engagement.
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Lob und Dank zum Abschied von Karin Fischer (vorne, r.) von Adalbert Wirz (vorne, l.), Initiator und ehemaliger Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Dorfen, sowie Franz Leutner, jetziger Vorsitzender.

„Eine wirklich große Heldin des Alltags“

Dorfen verliert unermüdliche Flüchtlingshelferin Karin Fischer

Die Flüchtlingshilfe Dorfen muss künftig ohne Karin Fischer auskommen. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Helfer danken der gebürtigen Dorfenerin für ihr unermüdliches Engagement.

Dorfen Die Flüchtlingshilfe Dorfen muss künftig ohne Karin Fischer auskommen. Sowohl die Flüchtlinge als auch die Helfer danken der gebürtigen Dorfenerin für ihr unermüdliches Engagement. Die Landshuter – dort lebt Fischer künftig – können sich auf eine eifrige ehrenamtliche Mitarbeiterin mit vielen Ideen freuen. „Karin Fischer war eine der wirklich großen Heldinnen des Alltags in der Gemeinde – unbemerkt von der Öffentlichkeit“, lobt Franz Leutner, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Dorfen, ihr Engagement.

Ruhig sitzen konnte Karin Fischer noch nie. Egal ob bei der Aktion Ferienspaß oder bei der Flüchtlingshilfe – sie mischte mit. „Ich war immer schon sehr aktiv“, erzählt die 60-jährige Dorfenerin, die früher sogar auf dem Bau gearbeitet hat. Als ihre Tochter Skifahren lernte, habe sie sich auch beim Skiclub Dorfen eingebracht. „Ehrenamt war schon immer mein Ding“, sagt sie.

Umzug nach 60 Jahren in Dorfen

Mittlerweile ist Fischer allerdings Frührentnerin. Deshalb suchte sie auch eine barrierefreie und gleichzeitig bezahlbare Wohnung in der Isen-Stadt. „Keine Chance“, begründet die gebürtige Dorfenerin ihren Umzug nach Landshut. Zunächst sei sie traurig gewesen, schließlich sei sie in Dorfen geboren und habe hier 60 Jahre lang gelebt. Doch mittlerweile wohnt sie in einer barrierefreien Traumwohnung – „mit Südbalkon“.

Viele Jahre lebte Fischer direkt neben der Flüchtlingsunterkunft am alten Krankenhaus in Dorfen. „Egal um welche Uhrzeit, die Flüchtlinge kamen zu mir, wenn sie Hilfe brauchten“, erinnert sich die Helferin der ersten Stunde. Seit 2015 war Karin Fischer unermüdlich an der Seite der Flüchtlinge und half bei allen behördlichen Angelegenheiten, bei der Arbeits- und der Wohnungssuche.

Problemfall Kinderturnen

Gerade die Kinder aus Afghanistan oder Nigeria, die dank ihres Engagements hier in Dorfen integriert sind, lagen ihr am Herzen. „Mama Karin, ich habe wieder eine Zwei in Rechnen bekommen“, freute sie sich mit ihren Schützlingen, wenn diese dank der Hausaufgabenhilfe schulische Erfolge hatten.

Und stolz war sie, wenn muslimische Mädchen auch in die heimischen Sportvereine gehen konnten. „Das war gar nicht so einfach“, sagt sie. Zum einen waren da die Bedenken der Eltern, die in tradierten Frauenbildern dachten und für die es unmöglich war, dass ihre Töchter am Turnunterricht teilnahmen. „Wir haben Lösungen gesucht und gefunden, damit die Kleidung auch mit der islamischen Religion konform ging.“ Doch häufig wurden die Kinder gemobbt. „Auch in der Schule. Dabei ist die Integration immens wichtig, schließlich werden diese Familien künftig hier leben.“

Flüchtlinge „legen sich stark ins Zeug“

Nicht nur die Flüchtlinge der Unterkunft im ehemaligen Wailtlkeller hätten ihr viel zu verdanken, sondern auch die Bürger der Stadt, meint Vorsitzender Leutner. „Zusammen mit den anderen Helfern leistete Karin Fischer ganz selbstverständlich unzählige Stunden ehrenamtliche Sozialarbeit und so einen bedeutenden Beitrag zur Akzeptanz und Integration der Flüchtlinge in die Gemeinde.“ Besonders betont der Vorsitzende der Flüchtlingshilfe, dass Fischer es vermochte, Verständnis zu wecken, und sich zugleich mit beeindruckender Courage einsetzte.

Ob sie auch schlechte Erfahrungen mit den Flüchtlingen gemacht habe? „Freilich gibt es, wie bei den Deutschen auch, immer solche und solche. Doch wenn die Flüchtlinge eine Perspektive haben, legen sie sich stark ins Zeug, sowohl in der Schule wie auch in der Ausbildung und im Job“, weiß Karin Fischer. 

Michaele Heske

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