Ehrenamtliche Beratung bieten Ingrid Böhringer (Berufsförderung), Dorette Sprengel (Vermittlerin Ehrenamtsbörse) und Reni Warkalla (Sucht) an. Foto: Weingartner

Ehrenamtlicher Beraterkreis Dorfen

Frauen auf die Sprünge helfen

Dorfen - In Dorfen gibt es zahlreiche Initiativen und engagierte Bürger, die sich mit neuen Ideen einbringen. Über die Ehrenamtsbörse der Stadt hat sich jetzt der „Ehrenamtliche Beraterkreis Dorfen“ gegründet. Er engagiert sich in der beruflichen Beratung für Frauen sowie im Bereich Sucht.

Auf drei Säulen ist der Ehrenamtliche Beraterkreis Dorfen (EBD) aufgebaut, erklärten am Montag bei einem Pressegespräch die beiden Beraterinnen Ingrid Böhringer und Reni Warkalla sowie die Mitinitiatorin der Ehrenamtsbörse, Dorette Sprengel. Böhringer deckt den Bereich berufsorientierte Beratung und Mentoring (Personalentwicklung) für Frauen ab. Reni Warkalla berät über Wege aus der Sucht und Heinz Eder vor allem über Suchtprävention. Die beiden Frauen sind nach jahrzehntelanger Tätigkeit in führenden Positionen aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden.

Im Gespräch wurde schnell klar, Böhringer und Warkalla sind zwar im Ruhestand, stecken aber voller Tatendrang und wollen ihre langjährigen Berufserfahrungen als Ansprechpartner kostenlos weitergeben. Das gilt auch für Eder. Böhringer war die letzten 15 Jahre ihres Berufsleben bei einem großen Wirtschaftsunternehmen in München als Personalreferentin in der Chefetage tätig. Nach dem Ausscheiden aus dem Beruf hat sie sich jahrelang in der Frauenakademie München engagiert. Seit sie in Wasentegernbach lebt habe sie „schon immer die Idee gehabt, so etwas auch in Dorfen zu machen“.

Warkalla ist eine ausgebildete Krankenschwester und hat immer im Bereich der Psychiatrie gearbeitet. Nach 13 Jahren in der Aufnahme einer psychiatrischen Klinik kenne sie auch „alle Leidensweg der Sucht“. Und Eder kennt als „trockener Alkoholiker“ die Probleme einer Abhängigkeit.

Für Böhringer ist wichtig, Frauen zu stärken. Bei ihrer berufsorientierten Beratung für Frauen gehe es um Berufsplanung und Karriereentwicklung, Berufseinstieg oder Umorientierung, Wiedereinstieg etwa nach einer Babypause oder die Optimierung beruflicher Ziele. Im Dorfener Zentrum für Integration und Familie (DZIF) bietet sie bereits Frauen der Deutsch-Integrationskurse ihre Hilfe an. Auch die Berufslaufbahn weiterzubringen oder mit Kollegen auf eine Stufe zu kommen, gehöre dazu, ebenso Hilfe bei Problemen wie Mobbing.

Warkalla steht in Suchtfragen für Gespräche mit Betroffenen, Familienangehörigen, Kindern, Freunden oder Lebenspartnern zur Verfügung . Die Aufgabe von Eder sei hauptsächlich, Aufklärungsgespräche bei Vereinen, Schulen oder Jugendeinrichtungen zu führen. Es gelte, erste Anzeichen der Sucht zu erkennen und Wege aus der Abhängigkeit zu finden.

Der Beraterkreis sei ein „niederschwelliges Angebot“ und keinesfalls eine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen, betonte Sprengel. Im DZIF hat der EBD einen Beratungsraum und einen zweiten Raum von der Stadt im ehemaligen Wasserzweckverbandsgebäude am Kugelfang.

Terminvereinbarungen sind telefonisch möglich unter (01 51) 53 32 02 83 (Suchtproblematik) oder (01 51) 53 34 13 63 (Berufsorientierte Beratung und Mentoring für Frauen).

Hermann Weingartner

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