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Im Gespräch: Doris Rauscher (MdL, l.) unterhielt sich gerne mit den Gästen des Frauenempfangs.

Frauenempfang in Dorfen 

„Wir sind die Heldinnen unserer Zukunft“

Vor genau 100 Jahren erkämpften sich Frauen das Recht zu wählen. Passend zu diesem Anlass lud Doris Rauscher zum Frauenempfang in Dorfen ein. 

DorfenEin paar Männer hatten sich an diesem Abend auch hierher gewagt, hauptsächlich waren es aber Frauen, die der Einladung von Doris Rauscher zum Frauenempfang in Dorfen folgten. Die SPD-Landtagsabgeordnete sagte: „Gesellschaftliche Veränderungen brauchen manchmal ein bisschen mehr Zeit, vor allem aber starke und mutige Frauen und Männer, die nicht locker lassen.“

Das passte auch zum Anlass des Abends: die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts vor genau 100 Jahren. Ein lange erkämpftes Recht, das einen Meilenstein auf dem langen Weg zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen darstellt. Bausteine auf diesem Weg gab es viele – damals wie heute. Von den Veränderungen in Erding berichtete Dritte Landrätin Gertrud Eichinger. Sie stellte die Errungenschaften der Frauen vor Ort in den Fokus.

Die Entwicklung in Bayern und Deutschland hatte die Landshuter SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller im Blick. Veränderungen gab es auch hier viele, zum Beispiel: Bis 1958 verwaltete der Mann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen, verfügte über das Geld aus deren Erwerbstätigkeit und konnte ohne Weiteres das Dienstverhältnis seiner Frau kündigen – auch gegen ihren ausdrücklichen Willen.

Ein Jahr später durften Frauen ihren Führerschein ohne Erlaubnis ihres Ehemanns machen – und in den 1970er Jahren fiel das Verbot für Frauen, im Parlament keine Hosen zu tragen.

In den politischen Gremien sind Frauen heute noch unterrepräsentiert. Nur 31 Prozent der Abgeordneten im Deutschen Bundestag und nur 28 Prozent im Bayerischen Landtag sind weiblich. „Wenn sich in der Politik etwas ändern soll, brauchen wir mehr Frauen, die mitentscheiden. Nur dann wird sich auch die Sichtweise auf Themen wie Öffnungszeiten der Kitas oder Angebote der Nahversorgung, Pflege und medizinischen Versorgung ändern“, sagte Müller. Und Rauscher rief den Frauen zu: „Wir sind die Heldinnen unserer Zukunft.“

Die drei SPD-Politikerinnen waren sich einig, dass für echte Gleichberechtigung im Alltag noch viel getan werden muss. Dass die Rahmenbedingungen stimmen, „dafür setzen wir uns auch weiter ein“. red

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