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Blick der Anwohner zum Schwimmbad: Die Hecke zur Liegewiese wurde vom Bauhof radikal gestutzt.

Partei fordert Lärmschutzkonzept

Freibad Dorfen: Grüne kritisieren Hopplahopp-Politik

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Die Dorfener Grünen gehen offenbar davon aus, dass das städtische Freibad noch lange bestehen bleibt. Deshalb müsse etwas für den Lärmschutz getan werden.

Dorfen – GAL-Stadträtin Ursula Frank-Mayer und ihr Fraktionskollege Andreas Hartl fordern für die Anwohner „geeignete und durchdachte Lärmschutzmaßnahmen“.

Die beiden Grünen machen klar, dass das Bad nicht „mitten in der Wohnbebauung“ steht beziehungsweise „von Wohnbebauung umgeben“ ist. Vielmehr sei das Freibad Teil eines großen innerstädtische Sportgebietes, „an das eine Bauzeile Wohnhäuser angrenzt“. Wegen der Lärmbeschwerden von Anwohnern verweisen beide Stadträte auf eine schalltechnische Voruntersuchung vom Juni 2018, die von der Stadt für das Sportgebiet in Auftrag gegeben wurde. 

Darin stelle das Ingenieurbüro Greiner zum Schwimmbad fest, dass aufgrund des „Anlagebonus für die seit 1964 bestehende Nutzung“ keine zusätzlichen Maßnahmen zum Schallschutz erforderlich seien, solange das Freibad nicht wesentlich umgebaut werde.

Teil der Liegewiese wurde gesperrt - Stadtrat wurde nicht informiert

„Das ist ein eindeutiges Ergebnis der schalltechnischen Verträglichkeitsuntersuchung: Das Freibad befindet sich beim Lärmschutz innerhalb der gesetzlich geregelten zulässigen Werte. Anstatt zu ermitteln, ob die Lärmschutzwerte auf dem Grundstück der Nachbarin tatsächlich überschritten werden, wurde – ohne den Stadtrat zu informieren – durch den Bürgermeister ein Teil der Liegewiese gesperrt. Außerdem wurden die Trainingseinheiten für die Wasserwacht eingeschränkt“, so Frank-Mayer und Hartl.

Der Stadtrat habe im Juni 2018 mit einer – „unserer Meinung nach übereilten“ – Entscheidung unter dem Druck der Bewerbung für die Landesgartenschau beschlossen, die Planungen für eine Verlegung des Schwimmbades nach Rutzmoos in Angriff zu nehmen. Wie lange diese Planungen dauerten und wann sie auch realisierbar seien, sei nach Aussage des Bürgermeisters noch ungewiss. Die Forderung der Grünen: „Deshalb sollte nicht durch Hopplahopp-Maßnahmen, sondern durch geeignete und durchdachte Lärmschutzmaßnahmen auf der Grundlage eines Lärmschutzkonzeptes die Lärmbelästigung für die unmittelbaren Nachbarn möglichst weiter reduziert werden, um ein verträgliches Miteinander auch für das nächste Jahrzehnt zu gewährleisten.“

Kritik an Bürgermeister Grundner: „Anwohner werden instrumentalisiert“

Frank-Mayer wirft überdies Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) vor, in der Auseinandersetzung um Lärmbeschwerden von Anwohnern „anscheinend diese zu instrumentalisieren“. Die Grünen-Rätin verweist dabei auf ihrer Facebookseite auf einen Kommentar in der Erdinger SZ, in dem Grundner „kalkulierte Stimmungsmache“ vorgeworfen wird. 

Der Bürgermeister habe „eine nachvollziehbare und berechtigte Beschwerde von Freibad-Nachbarn benutzt, um auf ihrem Rücken Politik zu machen“, heißt es darin. Bürgermeister Grundner gehe es nur um eines: „Stimmung zu machen gegen das Freibad – egal ob irgendwas von dem stimmt, was er sagt.“ Es gehe ihm „um die Versilberung städtischer Grundstücke“.

Frank-Mayer postete diesen Beitrag auch in die Dorfen-Gruppe auf Facebook. Daraufhin ist eine heftige Diskussion entbrannt. Die einen machen Grundner heftige Vorwürfe, die anderen sehen darin wieder einen Beweis, dass auch Unwahrheiten verbreitet würden, nur um Grundner zu schaden. Mittlerweile wurde der Beitrag von Frank-Mayer wieder gelöscht.

Grundner: Freibad sei am jetzigen Standort nicht zu halten

Stadtchef Grundner reagierte auf die Vorwürfe verärgert. Diese seien „haltlos und ohne jede Substanz“. Grundner sieht darin eine „politisch befeuerte Diskussion“, die ins Internet ausgelagert wurde, weil man mit einer Entscheidung des Stadtrates nicht einverstanden sei. Für Grundner ist dies „ein eigenartiger politischer Stil“. Dauerhaft werde das Freibad am jetzigen Platz nicht zu halten sein. Hier spielten nicht nur Lärmschutzgründe eine Rolle, sondern vor allem auch die beengte Platzsituation und der schlechte bauliche Zustand.

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