„Sie hat mich eingefangen“: Elfriede und Richard Kleesattel haben sich bei der Arbeit kennengelent. Sie arbeitete in der Damenkonfektion. Eleganz war bei der Hochzeit vor 60 Jahren schon eine Frage der Berufsehre (kleines Bild). Er lese seiner Frau alle Wünsche von den Augen ab, sagt der Diamant-Hochzeiter Richard Kleesattel über das Geheimnis von 60 Jahren Eheglück. Über die Glückwünsche von Ministerpräsident, Landrat und 3. Bürgermeisterin haben sich beide sehr gefreut. Fotos: Birgit Lang

Diamantene Hochzeit

Frisch verliebt

eden Wunsch liest Richard Kleesattel seiner Frau Elfriede von den Augen ab. „Meine Frau hat Temperament. Da muss ich ja folgen, sonst hätten wir es nicht 60 Jahre miteinander ausgehalten“, sagt er und lacht dabei über beide Ohren.

Dorfen – J Kennengelernt haben sich die Eheleute in Bamberg. Der junge Münchner arbeitete damals als Substitut im dortigen Hertie und traf seine noch blutjunge Zukünftige als Verkäuferin in der Damenkonfektion. „Sie hat mich eingefangen“, erzählt er und wie bildhübsch sie war und immer noch ist. Auch sie verliebte sich sofort in den schneidigen jungen Mann. Schnell wurde geheiratet. Ein Jahr später kam Sohn Harald auf die Welt.

Drei Jahre später zog die junge Familie nach München Schwabing. Der heute 84-Jährige war in den folgenden Jahren als kaufmännischer Angestellter und Einkäufer in verschiedenen Unternehmen tätig, arbeitete sich bis zum Abteilungsleiter hoch. Mit seiner Familie zog er fünf Mal um, bis nach Buchloe im Allgäu. In Ottobrunn lebten sie 22 Jahre lang.

Als Teppich-Spezialist war er viel unterwegs, in Hamburg am Freihafen, wo er als Einkäufer die Teppiche musterte, und später auch in „Persien, Teheran und ganz oben am Kaspischen Meer in den Kriegsjahren zu Zeiten Ajatollah Chomeinis“.

Auch die heute 81-jährige Jubilarin arbeitete bis zum 60. Lebensjahr, unter anderem bei K&L Ruppert und 15 Jahre lang für Hettlage. Einmal wurden dort in ihrer Abteilung sogar Pelze mit Hilfe eines Abfallcontainers geklaut, erinnert sie sich. „Ich vergesse nie, wie wir in die Arbeit gekommen sind und vor leeren Schränken standen.“

Ihr Mann war leidenschaftlicher Fischer und Wanderer. „Ich hab mich immer davor gedrückt“, aber draußen hielt sie sich auch gern auf. „Wir waren ständig unterwegs.“ Jahrzehntelang verreisten sie mit ihrem Caravan, mindestens 25 Mal waren sie in Spanien und regelmäßig am Campingplatz in Flintsbach bei Brannenburg. Ihr direkter Nachbar war Wolfgang Berthaler, Landrat von Rosenheim. Vor zehn Jahren zogen sie nach Dorfen in eine kleinere Wohnung, weil es „ein altes, schönes und ruhiges Städtchen ist, und es nur 45 Minuten nach Rosenheim sind“, sagt die Jubilarin. Beide fahren im Winter wöchentlich in die Therme und besuchen regelmäßig die Dorfener Märkte.

Sakrisch stolz ist ihr Mann auf die Glückwünsche, die sie zum Jubeltag vom Ministerpräsidenten bekamen, und auf den Besuch der beiden „Oberfürsten“ Landrat Martin Bayerstorfer und Doris Minet, 3. Bürgermeisterin von Dorfen. Sie wurden mit Champagner und Kanapees bewirtet. Ihr Sohn Harald schenkte ihnen einen Überraschungsausflug. 

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