Grandioses Konzert: Susanne Gelsheimer (3. v. l.) mit dem Streicherensemble. Foto: Brennauer

Barockkonzert

Fulminanter Musikgenuss

Dorfen – Das Kirchenfest Trinitatis, respektive die vollzogene Heilige Dreifaltigkeit an Pfingsten, wurde heuer am in der Pfarrkirche Maria Dorfen mit einem anspruchsvollen Barockkonzert gekrönt.

Blockflötenvirtuosin Susanne Gelsheimer vermittelte zusammen mit dem Dorfener Kirchenmusiker und Organisten Ernst Bartmann sowie einem ausgewählten kleinem Streicherensemble den vielen Besuchern einen fulminaten klassischen Musikgenuss.

Im passenden Gewand mit langem, samtenen Barockkleid führte Gelsheimer durch das Programm und erläuterte die einzelnen Concerti und deren großartigen Komponisten Georg Friedrich Händel, Francesco Mancini, William Babell und Johann Sebastian Bach. Bereits zum Auftakt gab die überzeugende Blockflötenkünstlerin eine Kostprobe auf der Ganassiflöte, einer Renaissanceflöte, mit dem Stück „Bravade“ (die Freude) mit Variationen von Jacob van Eyck 81550-1657). Organist Bartmann, der mittlerweile bei den Münchner Philharmonikern und damit auf Konzertbühnen in ganz Europa gefragt ist, ließ dann mit seinem zum Kirchenfest passenden Orgelstück „Komm Gott, Schöpfer, Heiliger Geist“ (in Organo pleno BWV 667) das beachtliche Klangvolumen der 2014 renovierten großen Orgel erklingen.

Mit exaktem Zusammenspiel sowie rhythmischer und spieltechnischer Sicherheit glänzte das gesamte Ensemble beim Cocerto in C-Dur des Londoner Komponisten William Babell (1690-1723). In der Besetzung Gelsheimer mit der Sopranflöte, Anton Berchtold, Elisabeth Wiesner (Violine I), Viktoria Weiskopf, Irmgard Bauer (Violine II), Eva Widl (Violine II ripieno), Konstantin Riedl, Katja Lunau (Cello) und Georg Karger (Kontrabass) sowie Bartmann an der Orgel überzeugten die Musiker mit hoher Professionalität.

Musikalisch absolut gekonnt präsentierte auch das verkleinerte Ensemble Riedl (Cello), Karger (Kontrabass) und Bartmann an der kleinen Orgel mit Gelsheimer an der Voiceflute die feierliche Sonata des Londoner Komponisten William Croft. Zur Stimmung des Concerta in d-Moll von Francesco Mancini passte gut das moderne Gedicht des Autors Ephraim Kolcynski, vorgetragen von Luise Mitterlechner.

Mit dem Coralvorspiel „Fughetta super – auf meinen lieben Gott und Schöpfer“ (BBV 681) zeigte Bartmann seine große Interpretationskunst zu J. S.Bach an der großen Orgel. „Bach konnte mit Händen und Füssen unglaublich schnell spielen“, vermerkte Gelsheimer. Mit dem folgenden Trio F-Dur (BWV 529) zeigten die Musiker an ihren Instrumenten Altflöte, Violine, Cello, Kontrabass und Orgel dies in den Allegrosätzen. Das Largo interpretierten sie sehr lyrisch.

Zum Finale steigerte sich das gesamte Ensemble nochmals bei Georg Friedrichs Händels Concerto in B-Dur (1722), bei dem Gelsheimer als Solistin mit der Sopraninoflöte nochmals herausragende Tonakzente setzte und die Zuhörer verzauberte.

Mit langanhaltenden stehendem Applaus des begeisterten Publikums aller Altergruppen und den unabdingbaren Zugaben endete das erstklassige Konzert in der vollbesetzten Wallfahrtskirche. Hocherfreut stellte die Protagonistin des Abends fest: „Ich habe mir zusammen mit meinen Musikern selbst das schönste Geschenk zum runden Geburtstag gemacht.“ Das barocke Gotteshaus bildete obendrein einen optimalen Rahmen mit einer hervorragenden Akustik.

Georg Brennauer

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