Gelungener Auftritt: Julian Wittmann aus Lengdorf beim Dorfener Volksfest. Foto: Eicher

Volksfest-Auftritt Julian Wittmann

Der Gaudiverbreiter

Dorfen – Der Lengdorfer Liedermacher und Kabarettist Julian Wittmann hat beim Volksfest Dorfen mit selbst gedichteten Liedern über expandierende Firmen der Isenstadt begeistert. Auch das Thema Bier kam nicht zu kurz.

„Mama Griassde.“ Julian Wittmann (26) gibt den eingeschüchterten Jungen, der heilfroh über die Anwesenheit seiner Mutter ist, als er in der Festhalle auf der Bühne steht. Damit liefert er schon den ersten Lacher des Abends. Wittmann, in der Realität kein Muttersöhnchen, sondern Lengdorfer Liedermacher, durfte am Dienstag am Volksfest Dorfen sein Können als Entertainer beweisen – und legte einen gelungenen Auftritt hin. „Auf der Bühne steht a fescher Bua, dem jubelt des ganze Publikum zua – und jetzt ihr!“, witzelt der „Gaudiverbreiter“ in seinem ersten Lied. Er habe es überhaupt erst auf die Bühne geschafft, weil der fürs Programm zuständige Festwirt Robert Eicher „überall herumgefahren“ sei, um einen Unterhalter zu finden – „teilweise bis nach Armstorf.“ Nachdem Eicher endlich einen Künstler gefunden hatte, aber dieser kurz vorher absagte, habe er widerwillig Wittmann angeheuert.

Der junge Kabarettist unterhielt die Volksfestgäste in einem rund 45-minütigem Programm mit seiner krachend bayerischen Stimme und einer kleinen Gitarre. In seinem „Dorfenlied“ besingt er, dass der Bau der A 94 den Dorfener Firmen die Möglichkeit zur Expansion in alle Welt gebe: „Magst im Irak zum Essen geh’, hat da Wailtl dann a Standl steh. Brauchst neue Schuh’ in Uruguay, gehst schnell zum Schmid Max nei. Oder magst in Afrika an Schrank zambaun, holst beim Ziegler deine Schraum.“

Anlässlich des Volksfests drehte sich selbstredend vieles ums Bier. In seinem „Bierlied“ schafft Wittmann den Spagat, sämtliche bekannte Sorten wie auch die Dorfener Brauerei Bachmayer Wort für Wort hintereinander zu reihen. Zur großen Belustigung der Gäste imitiert er einen Betrunkenen. Nach zwei Zugaben und seinem Abgang ließ die Band „Hundling“ den Abend gemütlich ausklingen.

Wittmann freute sich über einen „supergeilen“ Auftritt: „Es hat mir großen Spaß gemacht. Dass die etwa halb gefüllte Festhalle voll werde, habe er an einem Dienstag freilich nicht erwartet, aber „es war schön, dass viele Leut’, wo ich schon aus der Region bin, wegen mir gekommen sind.“ Seine Bekanntheit hatte der Lengdorfer durch seine Gstanzl über die Fußball-Europameisterschaft deutlich gesteigert: Ein Facebook-Video über die DFB-Elf habe 60 .000 Klicks erreicht. Künftig will der Kabarettist „verstärkt angreifen“: „Im Februar werde ich im Schlachthof spielen. Und zum Oktoberfest wird es über meinen Youtube-Kanal wieder ein Video geben.“ 

Matthias Eicher

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