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Die guten Seelen im orangen T-Shirt sind die Helferinnen und Helfer der Nachbarschaftshilfe, die zum Jubiläum geehrt wurden.

15 Jahre Nachbarschaftshilfe Dorfen

„Geballte Kraft des Ehrenamts“

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Dorfen - Schwächeren helfen, ihnen zur Seite stehen, das ist es, was sich die Nachbarschaftshilfe Dorfen zur Aufgabe gemacht hat. Seit 15 Jahren engagieren sich dutzende Ehrenamtliche und geben anderen damit wieder Mut, Zuversicht und Vertrauen. Es ist viel Gutes passiert in den Jahren.

 „Gemeinsam statt einsam“ ist seit 15 Jahren der Leitgedanke der Nachbarschaftshilfe (NBH) Dorfen. Der gemeinnützige Verein, der als auch als soziale Feuerwehr der Stadt tituliert wird, bietet schnelle und unbürokratische Unterstützung für Familien, Senioren, Bedürftige und Menschen in Notlagen. Unter dem Dach der NBH gibt es organisierte nachbarschaftliche Hilfe für Familien und Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die Dorfener Tafel, die an Bedürftige Lebensmittel ausgibt und den Helferkreis Demenz, der Angehörige mit an Demenz erkrankter Personen entlastet. Die Wertschätzung, die die Nachbarschaftshilfe genießt, zeigen die vielen Ehrengäste, die zur 15-Jahrfeier kamen.

Vizelandrat Jakob Schwimmer würdigte den Sozialverein mit ganz wenigen, aber für die Helfer beeindruckenden Worten. „Ich sage Dankeschön im Namen des Landkreises, im Namen der Öffentlichkeit. Ihr seid nicht nur eine soziale Feuerwehr, ihr seid eine nicht mehr wegzudenkende Institution im Osten unseres Landkreises. Wenn man Danke sagt, so sagt man das oftmals so ganz leicht hin. Es kostet ja nichts. In dem Fall sage ich Danke, und das kommt vom Herzen.“

Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner bezeichnete die Arbeit der Nachbarschaftshilfe als „geballte Kraft des Ehrenamts für die Stadt Dorfen und die Mitbürger, die Hilfe bedürfen“. In Zeiten des gesellschaftlichen Wandels, in denen sich auch Familienbiografien ändern würden, sei ein Hilfsangebot, wie das der Nachbarschaftshilfe, nicht hoch genug einzuschätzen. Nicht nur in Großstädten, auch in Dorfen sei in der Bevölkerung „eine gewisse Anonymisierung zu bemerken“, sagte Grundner. Dass Hilfsbedürftige trotzdem nicht alleine blieben, dazu leiste die Nachbarschaftshilfe einen großen Beitrag. Für den Einsatz der ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dankte Grundner im Namen der Stadt. Dem Dank schlossen sich auch Dorfens neuer Pfarrer Pater Janusz, der seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte, und die evangelische Pfarrerin von Taufkirchen und Dorfen, Annette Schumacher an.

Anerkennung: Reiner Haupka, Vorsitzender des Landesverbandes der Tafeln Bayern (r.), überreichte an NBHVorsitzende Hilde Mittermaier eine Urkunde.

Reiner Haupka, der Vorsitzende des Mitte September gegründeten Landesverbandes der Tafeln Bayern, wurde in seiner Rede sehr politisch. Die Tätigkeit der ehrenamtlichen Helfer, die viel Freizeit opferten, sei „im Prinzip Arbeit des Staates. Doch wenn wir immer nach dem Staat rufen würden, würde sehr viel nicht funktionieren.“ Organisationen wie die Tafeln würden immer dort entstehen, „wo ein Mangel sichtbar ist“. Die Tafeln hätten sich zu „einem Rettungsanker für Bedürftige“ entwickelt und seien heutzutage aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. „Ein Wegfall der Tafeln würde zu argen versorgungstechnischen Problemen führen“, sagte Haupka. Alleine in Bayern gäbe es 166 Tafeln, die 200 000 Bedürftige versorgten. 4500 ehrenamtliche Helfer würden sich zur Verfügung stellen, um die Menschen zu versorgen. Die sozialpolitische Situation in Deutschland würde dazu führen, dass die Tafeln wichtiger denn je würden. Dazu trage auch die drohende Altersarmut bei, denn bei immer mehr Menschen würde die Rente nicht mehr ausreichen. Wer heute 2000 Euro Rente beziehen wolle, müsse 45 Jahre ohne Ausfallzeiten gearbeitet und durchschnittlich 4500 Euro verdient haben. Der Durchschnittsverdienst in Deutschland liege aber bei 3022 Euro, viele Menschen würden weit darunter verdienen. Was das für die Rente bedeute, könne sich jeder selbst ausrechnen.

Im Mittelpunkt der Feier standen aber nicht die Festreden, sondern die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Ihnen dankte die NBH-Vorsitzende Hilde Mittermaier für ihren unermüdlichen Einsatz. „Was alleine nicht möglich ist, das schaffen wir durch Zusammenhalt und Pioniergeist. Sowohl bei der Tafel als auch beim Helferkreis Demenz waren wir die ersten derartigen Einrichtungen im Landreis“, konstatierte Mittermaier. „Jeder Mensch trägt ein großes Potenzial an Fähigkeiten in sich, das er entdecken und umsetzen kann. Die Nachbarschaftshilfe bietet mit ihren verschiedenen Angeboten jedem Interessierten eine Möglichkeit des sich Einbringens.“ Wer sich engagiere, müsse nicht nur Zeit aufwenden, sondern erhalte auch etwas zurück, konstatierte Mittermaier: „Freude, Zufriedenheit und Anerkennung.“

Die langjährig in der Nachbarschaftshilfe engagierten Personen erhielten neben einer Urkunde auch eine Flasche Sekt mit einem speziell für die Nachbarschaftshilfe gravierten Glas und eine Sonnenblume.

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