Treffen vor dem Konzert: Josef Gebler (l.) mit dem Dirigenten des Ensembles, Prof. Johann Mösenbichler.

Benefizkonzert

Gedenken an ermordete Polizisten in Dorfen

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Erinnerung an ein Drama: Am 4. März 1988 hat ein geistesgestörter Waffennarr in der Polizeiinspektion Dorfen ein Blutbad angerichtet. Drei Beamte wurden erschossen, ein weiterer schwer verletzt.

Dorfen/Mühldorf – Am 4. März findet zum Gedenken an die getöteten Polizisten Alfred Maier und Karl Heinz Loibl aus Dorfen sowie Robert Gebler aus Schönberg im Stadtsaal Mühldorf ein Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Bayern statt. Das Konzert geht auf eine Initiative von Josef Gebler zurück, dem Bruder des erschossenen Schönbergers.

Die Polizistenmorde von Dorfen erschütterten vor 30 Jahren ganz Deutschland. Eiskalt hatte der 37-jährige Jugoslawe Slobodan Stefanovic die drei Polizeibeamten regelrecht hingerichtet. Ein weiterer Beamter, Franz Klarl, wurde durch Schüsse schwer verletzt. Der Amokläufer selbst wurde bei einem Feuergefecht mit der Polizei vor dem Inspektionsgebäude von Schüssen aus einer Maschinenpistole niedergestreckt. Er erlag Tage später seinen Verletzungen.

Stefanovic hatte 15 Jahre in Dorfen gelebt, ohne aufzufallen. Weil er in seinem Heimatort Ludwigshafen Mitglied im Sportschützenverein war, hatte er Waffen und eine Waffenbesitzkarte. Doch der Jugoslawe litt schon seit längerer Zeit an Wahnvorstellungen. Unter anderem fühlte er sich von der Polizei und vom sowjetischen Geheimdienst verfolgt. Nach einer ärztlichen Untersuchung erkannte das Landratsamt Stefanovic die Waffenbesitzkarte ab und ordnete auf richterlichen Beschluss an, die Waffen einzuziehen.

Am 4. März 1988 stellte die Dorfener Polizei bei einer Hausdurchsuchung sieben Waffen und über 2000 Schuss Munition sicher. Stefanovic ließ sich die Waffen widerstandslos abnehmen. Wenig später kam der 37-Jährige zur Vernehmung auf die Polizeiwache. Dort griff er sich plötzlich zwei der auf den Tisch liegenden Waffen und schoss wild um sich. Nach dem Amoklauf brandete in Dorfen blinder Ausländerhass auf. Ausländische Mitbürger wurden auf offener Straße bespuckt und als „Mörderschweine“ beschimpft.

Der Erlös des Benefizkonzertes kommt der Bayerischen Polizeistiftung zugute. Sie unterstützt seit 40 Jahren Polizeibeamte, die im Dienst zu Schaden gekommen sind sowie deren Familien. Karten gibt es im Kulturbüro Mühldorf unter Tel. (0 86 31) 61 26 12. 

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