Glückwünsche: Bürgermeister Heinz Grundner (l.) und Vize-Landrat Franz Hofstetter (r.) gratulierten Gisbert und Maria Becker zum Jubiläum. Foto. Michaele heske
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Glückwünsche: Bürgermeister Heinz Grundner (l.) und Vize-Landrat Franz Hofstetter (r.) gratulierten Gisbert und Maria Becker zum Jubiläum.

Diamanten Hochzeit

Gemeinsamer Dienst am Nächsten: Maria und Gisbert Becker haben Dorfen geprägt

Maria und Gisbert Becker haben sich in Dorfen in vielen Ehrenämtern engagiert und auch noch Pflegekinder aufgezogen.

Dorfen – Edel sei der Mensch, hilfreich und gut - das ist die Maxime von Maria und Gisbert Becker, die am Donnerstag Diamanthochzeit feierten. Das bekannte und ehrenamtlich überaus engagierten Dorfener Ehepaar blickt auf eine glückliche Zeit zurück. Gisbert Becker ist belesen, fast schon philosophisch erklärt der 84-Jährige sein politisches Engagement. „Polis, das kommt aus dem Griechischen und bedeutet Stadt“, sagt er. Genau hier, in der eigenen Kommune, müsse man ansetzen und Dinge anstoßen.

Als Christsozialer wurde Becker 1978 in den Stadtrat gewählt. Er war unter anderem von 2002 bis 2014 Vize-Bürgermeister. Auf seine Initiative wurde 2002 das Hochwasserreferat im Stadtrat eingeführt. Das leitete er bis zu seinem Ausscheiden. In der Zeit wurden unter anderem die Hochwasserabflussverbesserungen in Dorfen sowie die neue Isen-Wehranlage gebaut . Auch heute beschäftigt ihn das Thema noch, ebenso wie der Bahnausbau.

Seinem Vater habe er viel zu verdanken, erzählt der Visionär. Beckers Vater, Bankberater und Kunsthändler, kam aus Dortmund und war 1931 nach München gezogen. Dort wurde Sohn Gisbert geboren. 1943 war die Familie wegen des Krieges nach Tüntenhausen (Kreis Freising) evakuiert worden.

Dort lernte er seine Frau kennen: „Wir waren Nachbarskinder, sind zusammen zur Schule gegangen“, erinnert sich Maria Becker, die nicht weniger engagiert ist als ihr Mann: Die 82-Jährige gehörte zu den Gründerinnen der Dorfener Frauenunion und war zwölf Jahre Kreisrätin. Aus dem Schulweg wurde der gemeinsame Lebensweg der Beckers. Im Jahr 1961 besiegelten sie in der St. Peters-Kirche in München den Bund der Ehe.

Becker war Berufssoldat. Er startete beim Panzerartilleriebataillon in Koblenz seine Karriere. Es folgten viele Stationen, wie die Offiziersschulen München und Neubiberg.

1964 war Becker ein halbes Jahr im US Army-Fort Bliss in Texas stationiert. Seine Frau begleitete ihn. Hier habe der älteste Sohn das Laufen gelernt, erinnern sie sich. Für alle ein unvergesslicher Trip.

Nach Dorfen kamen sie zufällig, erzählen die Beckers. Beim Besuch einer Schulfreundin, die in Dorfen lebt, sahen sie im Fenster der Kreissparkasse eine Annonce – sie kauften Grund und bauten. Seit 1972 leben und wirken sie nun in der Isenstadt.

Drei Kinder hat das Paar großgezogen, zudem noch Pflegekinder betreut. Die Beckers beherbergten fast sieben Jahre lang einen damals „sehr schwierigen“ jungen Mann. Noch heute freuen sie sich, dass sie ihm eine Basis geben konnten und er deshalb heute ein ganz normales Leben führt.

„Uns war es beiden immer wichtig zu helfen“, sagt Gisbert Becker. Da zu sein für die Mitmenschen, wenn sie einen Zuhörer brauchen, aber auch handfest anzupacken, wenn Not an Frau oder Mann ist. „Das ist unser Grundprinzip“, sagt der Ex-Soldat. „Wir haben einfach gemacht, egal, wie eine Sache ausgeht.“ Deshalb liebe er auch das bayrische „Schau ma mal, dann seng ma scho!“

Gisbert Becker radelt immer noch, im Dorfener Stadtrat war er Sportreferent. Sein „Sportkonzept 2020“ hatte die Vision, unter anderem die Sportanlagen an den Stadtrand zu verlagern. Darüber hinaus war er von 1976 bis 1997 Tennis-Club-Vorsitzender. Er begleitete den Bau des ESC-Kunsteisstadions und die Verlegung des Dorfener TSV-Sportgeländes.

Derweil arbeitete Maria Becker in der Stadtbücherei, die sie von 1992 bis heuer leitete. Außerdem singt sie bei der Liedertafel und im Kirchenchor Algasing. So viel Ehrenamt wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa mit der Bürgermedaille der Stadt im Jahr 2006. Ihr Mann Gisbert bekam zwei Jahre später die Bürgermedaille überreicht.

MICHAELE HESKE

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