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Nachdenken: Die Dorfener SPD will die Bevölkerung wieder besser einbinden.

SPD Dorfen

Genossen wollen Bürgern Politik wieder schmackhaft machen

Die Dorfener SPD will die Bevölkerung besser in die Politik einbeziehen, ihnen ein größeres „Mitspracherecht“ einräumen.

Von Tobi Fischbeck

Dorfen – Der Ortsverband will lokale Anliegen in den Stadtrat einbringen, überregionale Themen sollen an die Landtagsabgeordneten beziehungsweise den Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer weiter geleitet werden. Der Austausch mit der Dorfener Bevölkerung könne dabei mehrmals im Jahr stattfinden, quasi „eine Bürgerversammlung nur ohne Bürgermeister“ wie es SPD-Kassierer und Ex-Stadtrat Ernst Giller bei der Diskussionsrunde „Politik oder Trump“ beschrieb, die am Montagabend im Gasthaus am Markt stattgefunden hat. Dann könne man im Stadtrat „die Stadtführung festnageln“.

Viermal im Jahr sollten entsprechende Diskussionen, dann mit festen Themen, stattfinden. Die Basis müsse wieder besser in die Politik eingebunden werden, sagte Stadtrat Heiner Müller-Ermann. „Wir von der Basis haben die Politik da oben sanft entschweben lassen“, sagte er. Mitglied in einer Partei zu werden bedeute nicht, „seine Meinung an der Parteigarderobe abzugeben“. Dabei geht es Müller-Ermann weniger darum, Mitglieder zu werben, sondern Politik wieder greifbarer zu machen.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende im Dorfener Stadtrat, Michaela Meister, sagte, auch die überregionalen Themen gerne aufnehmen zu wollen. Der gute Besuch der Veranstaltung zeuge von großem Interesse der Bürger. Im Kommunalwahlkampf habe sie teilweise weniger Besucher gezählt.

Aus lokaler Sicht wurden zwei Vorschläge für eine Diskussion gemacht. So schlug ein Teilnehmer vor, das Jugendzentrum in Dorfen besser zu unterstützen. Dieses sei derzeit gut geführt. Giller ergänzte: „Das Jugendzentrum ist derzeit nicht in den Medien. Es ist normalerweise ganz gut, wenn das Jugi nicht in den Medien ist“, so der ehemalige Jugendreferent mit einem Augenzwinkern.

Hans Elas hatte ein weiteres Thema angestoßen, das vielen Dorfenern ein großes Anliegen ist. Es geht um bezahlbare Wohnungen und die vor einiger Zeit angedachte Gründung einer Wohnungsbau-Genossenschaft. Dieses Thema solle bei der nächsten Diskussionsrunde angegangen werden, forderte er.

Ansonsten drehte sich an dem Abend viel um die SPD an sich und überregionale Themen. Mitglieder machten sich die Gedanken über die künftige Ausrichtung der Partie, die nach der Meinung vieler zu sehr in die Mitte abgedriftet sei. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Müller-Ermann fest, dass die meiste Kritik an der SPD berechtigt sei. Man müsse bei den Sozialdemokraten „zu alten Zielen zurückkehren“.

Um den Kreis zum neuen US-Präsident Donald Trump und populistischen Parteien zu schließen, sagte Müller-Ermann, dass man nur mitwirken und mitbestimmen könne, wen man Mitglied in einer Partei sei. „Meine Werbung ist schon, mit zu machen. Wir hätten nichts dagegen, wenn Leute bei uns mitmachen. Wir haben nichts dagegen, wenn Leute bei den Grünen mitmachen. Ich sage sogar, bevor einer gar nichts macht, soll er bei den Schwarzen mitmachen.“ Je schwächer die Parteien würden, desto stärker würden Populisten, so das Resümee von Müller-Ermann. Tobi Fischbeck

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