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In den Feuerwehrruhestand verabschiedet wurde Franz Huber (M.) von (v. l.): Kommandant Valentin Waxenberger, Feuerwehreferent Josef Wagenlechner, Vereinsvorstand Josef Engelmeier und Bürgermeister Heinz Grundner.

Feuerwehr Zeilhofen

Gerätehaus kalt: Drehte Stadt den Strom ab?

Zeilhofen - Eine saftige Stromrechnung hat die Dorfener Stadtverwaltung aufgeschreckt. Der Stromverbrauch im Feuerwehrgerätehaus Zeilhofen ist 2015 fast ums Doppelte in die Höhe geschnellt – und niemand weiß warum.

Bauliche Probleme und ein handbreiter Mauerriss im ungedämmten Gerätehaus in Zeilhofen sind bei der Stadt schon länger bekannt. Der Einsatz der Elektroheizung könnte eine weitere Ursache für den erhöhten Stromverbrauch sein. Das wurde in der Generalversammlung der Ortsfeuerwehr Zeilhofen im Gasthaus Huber deutlich. Kommandant Valentin Waxenberger berichtete von einer Gefahrenquelle bei der sehr engen Ausfahrt und dem schadhaften Mauerwerk. Der Anbau am Gerätehaus habe sich abgesenkt. Die Gebäude werden ausschließlich mit Elektroheizgeräten beheizt, sagte Waxenberger. Eine Mindesttemperierung sei notwendig, weil das Einsatzfahrzeug mit einem Wassertank ausgestattet ist. Bisher seien deutlich unter 2000 Euro Stromrechnung für die Heizung für die Stadt kein Problem gewesen. Letztes Jahr schickten die Stadtwerke aber eine Rechnung weit über 3000 Euro. Darauf habe die Bauverwaltung eine Überprüfung des Stromzählers und Elektrik veranlasst, die keinen Aufschluss zum höheren Stromverbrauch ergeben habe, so der Kommandant.

Für Ärger bei der Feuerwehr sorgte vor einigen Wochen auch, dass man das Gerätehaus „sau kalt“ vorgefunden habe. Waxenberger berichtete, es seien „alle“ Heizgeräte abgeschaltet gewesen. Von der Feuerwehr sei das keiner gewesen, war sich der Kommandant sicher. Er vermutete, dass das dann wohl nur jemand von der Stadt gewesen sein könne wegen des hohen Stromverbrauchs. Zum Verbrauch räumte Waxenberger allerdings auch ein, dass die Heizung im Aufenthaltsraum auch mal länger voll aufgedreht gewesen sein könnte. Eine zentrale Temperaturregelung gibt es nicht. Bürgermeister Heinz Grundner wurde von dem Vorgang überrascht. Er kündige an der Sache nachzugehen.

Bauamtsleiter Franz Wandinger wies gestern die Vorwürfe des Kommandanten auf Nachfrage der Heimatzeitung zurück. Ein Mitarbeiter der Bauverwaltung sei im Februar tatsächlich im Gerätehaus gewesen. Dort habe er unter anderem auch festgestellt, dass die Heizung im Aufenthaltsraum im Anbau „voll“ aufgedreht gewesen sei. Darauf habe er „nur dieses Gerät ausgeschaltet“ und im Gerätehaus „nichts angefasst“. Darüber sei der Kommandant am gleichen Tag informiert worden.

Wie die Sachlage nun tatsächlich war, werde man mit allen Beteiligten demnächst besprechen, kündigte der Feuerwehrreferent des Stadtrates, Josef Wagenlechner, auf Nachfrage an. Er blickte nach vorne und sagte, dass es „grundsätzlich Handlungsbedarf“ beim Gerätehaus gebe. Da müsse man aber abwarten, wie die Maßnahmen zur Gebäudesicherung des Anbaus greifen. Der Riss hätte allerdings schon längst provisorisch abgedichtet werden können.

Ein anderes Problem zeigte sich beim Einsatzbericht des Kommandanten. Die Wehr mit 39 Aktiven war 2015 insgesamt acht Mal zu Fehlalarmen ausgerückt. Im Einsatz war man bei fünf Bränden und vier technischen Hilfeleistungen. Zwei Fehlalarme seien durch Arbeiten an der Mittelschule ausgelöst worden, sagte Grundner. Die Firmen müssten den Einsatz bezahlen. Der Stadtchef und Wagenlechner dankten den Aktiven und Ausgeschiedenen für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

Zwei verdiente Aktive wurden aus dem freiwilligen Feuerwehrdienst in den Ruhestand verabschiedet. Nach 44 Jahren hören Franz Huber und Simon Lorenz aus Altersgründen auf. Die Führung bedankte sich für den langjährigen, ehrenamtlichen Einsatz und überreichte als kleine Anerkennung eine Ehrenurkunde und einen Essensgutschein.

Hermann Weingartner

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