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Freut sich auf sein Heimspiel im Jakobmayer: Der Dorfener Gitarren-Virtuose Daniel Marx ist beim ersten Saitenfestival zu hören. 

1. saitenfestival in dorfen 

„Die Gitarre ist unglaublich sinnlich“

Im Jakobmayer werden von 2. bis 16. Juni besondere Saiten aufgezogen. Dort findet das 1. Dorfener Saitenfestival statt. Mit dabei: Lokalmatador Daniel Marx.

Von Birgit Lang

DorfenDaniel Marx ist neben Roberto Aussel, Javier Conde und Adijiri Odametey einer von vier Künstlern, die beim Saitenfestival einen Abend gestalten.Im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt der 27-Jährige, wie es dazu kam und was ihn mit Dorfen verbindet.

-Herr Marx, Sie sind gerade ohne festen Wohnsitz, aber nicht heimatlos?

Daniel Marx:Nein, Dorfen ist schon noch meine Heimat, auch wenn ich zwei Jahre in Los Angeles studiert und gearbeitet habe. Die Zeit in den USA war wunderschön, doch Europa, insbesondere Bayern, ist der Ort, an dem ich leben möchte. Auch, weil ich viel auf Reisen bin. Momentan bin ich in Dorfen gemeldet und wieder mehr hier, da ich mit Birgitt Binder das erste Saitenfestival organisiere.

-Was verbindet Sie mit Dorfen?

Marx:Ich bin hier aufgewachsen, ins Gymnasium gegangen, meine Familie wohnt hier und ich habe noch viele Freunde. Wenn ich in Dorfen bin, schaue ich immer beim Basketball-Training vorbei. Ich habe früher ja beim TSV Dorfen in der Jugend gespielt.

-In Dorfen haben Sie auch Ihre künstlerische Laufbahn begonnen?

Marx:Ja, mit fünf Jahren habe ich mit Klavier und Blockflöte angefangen. Mit sieben Jahren hab’ ich dann bei Peter Hackel in der Kreismusikschule mit dem Gitarrenunterricht begonnen. Die Gitarre war genau mein Ding. Mit 14 bin ich in die Klasse von Susanne Schoeppe nach München gewechselt. Sie ist Dozentin an der Hochschule für Musik. Und mit 19 habe ich mein Studium für klassische Gitarre an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln begonnen. Danach habe ich ein zweijähriges Stipendium für Amerika bekommen. Dort durfte ich beim legendären Pepe Romero und beim LA Guitar Quartett Unterricht nehmen.

-Was gefällt Ihnen so an der Gitarre?

Marx:Saitenmusik hat mich schon immer fasziniert. Die Gitarre ist unglaublich sinnlich, du musst sehr viel Gefühl in der Hand haben. Der Klang, der aus dem Instrument herauskommt, ist der Wahnsinn – und du bist Teil dieses Klangs. Meine Faszination für dieses Instrument möchte ich dem Dorfener Publikum gerne näher bringen, auch durch das Saitenfestival, bei dem außergewöhnliche Gitarristen auftreten.

-Sie sind jetzt 27 Jahre alt. Was haben Sie zuletzt so gemacht?

Marx:Gearbeitet und studiert. Ich habe Unterricht gegeben und viele Konzerte, auch Festivals gespielt: in Nord- und Südamerika, oder für das Goethe Institut in Italien, Frankreich und Irland. Auch in Dorfen bin ich mehrmals im Jakobmayer aufgetreten. Außerdem habe ich internationale Wettbewerbe gespielt und Preise gewonnen.

-Wie entstand die Idee zum Dorfener Saitenfestival?

Marx:Nach einem meiner Auftritte hatte ich im Gespräch mit Birgitt Binder die Idee für dieses Festival. Das ist bestimmt schon vier, fünf Jahre her. Die Künstler haben wir gemeinsam ausgesucht. Roberto Aussel kannte ich schon. Er ist Argentinier, lebt in Frankreich und war mein Professor in Köln. Javier Conde hat Birgitt für das Festival gewinnen können. Und Adijiri Odametey wollte schon länger mal im Jakobmayer auftreten. Wir haben viel Arbeit in die Organisation hineingesteckt, Leute kontaktiert, Pressetexte verfasst und Sponsoren angeschrieben.

-Was gibt es von Ihnen beim Saitenfestival zu hören?

Marx:Ich präsentiere mein Debütalbum „The Italian Recital“, das in einigen Monaten beim Leipziger Plattenlabel Genuin Classics erscheinen wird. Dafür habe ich fünf italienische Komponisten aus einer Zeitspanne von 300 Jahren eingespielt. Das Konzert am 9. Juni im Jakobmayer ist das offizielle Release-Konzert – das heißt, hier wird die CD erstmals erhältlich sein. Neben der Musik möchte ich dem Publikum aber auch durch kleine Anekdoten und Geschichten einen Einblick in den Schaffensprozess des Albums geben.

-Was ist die Intention des Saitenfestivals?

Marx:Wir wollen erstklassige Künstler vorstellen, die man noch nie in der Region gehört hat, und so dem Kulturleben stilistisch eine weitere Facette geben. Roberto Aussel hat in der Welt der klassischen Gitarre, aber auch des Tangos schon Legenden-Status. Ihm ist beispielsweise Astor Piazzollas’ einziges Werk für Sologitarre gewidmet. Auch Javier Conde ist auf dem Weg zum Star in der Flamenco-Szene.

-Es gibt ja auch einen Workshop in Dorfen. Was passiert da?

Marx:Roberto und Javier bieten einen Tag nach ihren Konzerten Workshops an. Bei Roberto dauert er den ganzen Tag, bei Javier zwei Stunden. Bei ihm ist es mehr ein Erlebnis für das Publikum, weil er die verschiedenen Tanzformen und die Flamenco-Kultur erklärt.

-Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Marx:Ich möchte eine schöne Mischung aus Konzertieren und Unterrichten finden. Ich finde es schön, wenn man über längere Zeit mit jemandem arbeiten kann. Es macht Spaß zu sehen, wie sie sich die Schüler entwickeln. Natürlich möchte ich auch weiter Konzerte geben, weil das sehr spannend ist und ich viele interessante Kollegen und Menschen kennen lerne.


Alle Termine

Samstag, 2. Juni: Roberto Aussel – Meisterkonzert. Meisterklasse am Sonntag, 3. Juni.

Freitag, 8. Juni: Javier Conde Flamenco Quartett – Una noche de Flamenco. Workshop am Samstag, 9. Juni.

Samstag, 9. Juni: Daniel Marx – „The Italian Recital“, CD-Release-Konzert.

Samstag, 16. Juni: Adjiri Odametey – „DZEN“ African World Music.

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr. Das Festival-Ticket kostet 64 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühren.

Internet: www.jakobmayer.de

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