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Entspannt vor der Bürgerversammlung: Bürgermeister Heinz Grundner (M.) mit Georg Seitz, Leiter Zentrale Diens te/Personalmanagement, und Stellvertreterin Roswitha Müller, die erst seit Kurzem in der Verwaltung beschäftigt ist.

Bürgerversammlung Dorfen

„Gotz ein Fuchs, Grundner ein Füchslein“

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Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner ist von der Bürgerinitiative Bahnausbau erneut hart angegangen worden. Während Erdings OB Max Gotz „ein Fuchs“ sei, wäre Grundner allenfalls „ein Füchslein“, sagte BI Sprecher Georg Brandhuber in der Bürgerversammlung am Montag.

Dorfen – BI-Gründer und -Sprecher Brandhuber reagierte mit seiner abwertenden Kritik auf vorherige Ausführungen Grundners zum Bahnausbau. Der Stadtchef hatte dabei die vor Kurzem vom Büro Vieregg & Rössler vorgelegte Ausbauvariante zu den Bahn-Planungen als „plausibel und durchführbare Alternative“ gewertet. „Viele Vorteile für Dorfen“ würde auch die Realisierung von Viereggs Vorschlag bringen, die Staatsstraße 20 86 entlang der Bahnlinie zu verlegen und damit die Dorfener Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Der Stadtchef zeigte sich darüber „froh, dass der Stadtrat diese Variante als einstimmigen Beschluss gefasst hat“. Verwaltung und Bürgermeister hätten damit „ein eindeutiges Verhandlungsmandat“ bekommen. Gleichwohl räumte Grundner ein, dass die Planungen Viereggs „mit vielen Fragezeichen behaftet“ seien, wie dies auch in der Presse kommentiert worden sei. „Aber auch bei der Planungsvariante der Bahn gibt es offene Fragen, etwa die, der Grundstücksverfügbarkeit“, sagte Grundner. Ohne Brandhuber namentlich zu nennen, räumte Grundner ein, dass das Zustandekommen der Vieregg-Alternativplanung auf die Bürgerinitiative zurückgehe. „Der Stadtrat hat den Ball nur aufgenommen.“

BI-Sprecher Brandhuber war mit Grundners Ausführungen nicht zufrieden. Er warf dem Bürgermeister zum wiederholten Male vor, sich nicht genug für einen alternativen Bahnausbau, der Dorfener Interessen verfolge, einzusetzen. Brandhuber verwies auf die Große Kreisstadt Erding, wo es OB Gotz gelungen sei, für den Bau des S-Bahn-Ringschlusses einen wesentlich längeren, als von der Bahn geplanten Tunnel und 68 Millionen Euro Sondermittel zu bekommen. Erding müsse lediglich 35 Millionen Euro bezahlen. Das Geld fließe durch den Erlös der Verwertung des Geländes des heutigen Bahnhofs wieder in die Stadtkasse zurück – ein Teil des Geländes gehöre der Stadt. Dies sei nur möglich gewesen, weil Gotz in

BI: Stadtchef soll Druck aufbauen

den Verhandlungen mit Bahn und Politik hart geblieben sei „und Druck bis kurz vor der Erpressung“ aufgebaut habe. Der Erdinger Oberbürgermeister werde „als Fuchs“ gesehen, sagte Brandhuber (Bayerns Innenminister Hermann über das Verhandlungsgeschick von OB Gotz; Anm. der Redaktion). „Was ist dann der Dorfener Bürgermeister? Allenfalls ein Füchslein, wenn überhaupt“, polterte der BI-Sprecher. Brandhuber forderte Grundner nachdrücklich auf, „endlich auch Druck aufzubauen“. Was in Erding möglich sei, müsse auch in Dorfen realisierbar sein. „Dorfen ist doch vor dem Gesetz nicht schlechter dran als Erding“, sagte Brandhuber.

Bürgermeister Grundner ging auf die persönliche Attacke Brandhubers nicht ein. Der Stadtchef sagte nur, dass OB Gotz aufgrund einstimmiger Stadtratsbeschlüsse in Erding von Anfang an „ein klares Mandat“ zum Verhandeln gehabt habe. In Dorfen sei das ganz anders. Hier habe sich der Stadtrat lange nicht auf ein einstimmiges Votum einigen können. „Wenn ich da verhandelt hätte, wäre ich doch wieder heimgeschickt worden, weil die sagen: ,Werdet’s euch erst einmal einig, was ihr wollt’.“ Erst seit der Stadtratssitzung vom 10. Oktober, wo die Vieregg-Planungsvariante einstimmig beschlossen worden sei, sei dies anders. „Damit habe jetzt auch ich ein klares Verhandlungsmandat für Bahn und Politik“, sagte Grundner. „Und das werde ich auch nutzen.“ > Kommentar

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