Dorfener Ferienprogramm

Graffiti sprühen – ganz legal

Dorfen - Graffiti-Sprayer richten in Deutschland horrende Schäden an. In Dorfen haben junge Sprayer jetzt Stromverteilerkästen bemalt – allerdings ganz legal. Ihr Auftrag war es, Dorfen schöner zu machen.

Graffiti sprayen ganz legal: Das hat das Dorfens Ferienprogramm möglich gemacht. In einem Kooperationsprojekt der Stadtwerke Dorfen, dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) der Stadt und der Aktion Ferienspaß durften sich elf Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren an der Spraydose austoben. Sie haben einige hässlich beschmierte Stromverteiler in echt tolle, bunte Blickpunkte verwandelt.

Das dreitägige Projekt unter dem Motto „Graffiti und Urban Art“ hatte Anja Baumann konzipiert. Die Sozial- und Kulturpädagogin wurde dafür von ihrem Arbeitgeber, dem Kreisjugendring Erding, freigestellt. Zum Auftakt führte Baumann die fünf Mädchen und sechs Buben an das Thema heran, vermittelte eine Übersicht der unterschiedlichen Stile und unterstützte die jugendlichen Sprayer beim Zeichnen von Skizzen.

Am Tag zwei stand Aktion auf dem Programm. In zwei Gruppen durften sich die Teilnehmer als Künstler an zwei Transformator-Häuschen der Stadtwerke versuchen. Die Werke sind in der Mühlangerstraße zu begutachten.

Das Mädchen-Team bevorzugte eine bunte Fantasiewelt mit Einhorn, Wolf und anderen Fabelwesen, die unweit des Bauernmarktes zu sehen ist. Die Buben gestalteten nur 50 Meter vom Isen-Vilstal-Radweg ihr Trafo-Häuschen zum Chemielabor mit Pokémons um.

Bei der Umsetzung der Motive wurden die begeisterten Dorfener Schüler professionell von den versierten Sprayern Johannes Brechter und „Jeremy“ unterstützt. Am Abschlusstag durfte dann jeder Teilnehmer der Aktion einen Stromverteilerkasten gestalten. Auch der dreiteilige Kabelverzweiger an der B 15-Angermaier-Kreuzung hat nun ein neues Aussehen bekommen. Ein kleines Schmuckstück begrüßt dort jetzt die Verkehrsteilnehmer in der Einfahrt nach Dorfen.

Ein Aspekt des Projekts war das Thema Vernetzung, erklärte Baumann der Heimatzeitung. So seien nicht nur die Trafohäuschen und Stromkästen künstlerisch miteinander verbunden, sondern durch das Arbeiten „entsteht auch eine Verbindung der Jugendlichen zu ihrem Wohnort im Sinne einer Identifikation mit ihrem Sozialraum, eine Verbindung der Jugendlichen untereinander, unabhängig von der Schulart, aber auch eine Verbindung von Jung und Alt“. So seien die Jugendlichen während des Arbeitens auch immer wieder von Erwachsenen angesprochen worden und hätten positive Rückmeldungen bekommen, berichteten die Sprayer von ihrer Aktion.

Bislang hat sich die Graffiti-Kunst gegen Schmierereien an den Energieversorgungseinrichtungen der Stadtwerke bewährt. Der städtische Energieversorger hatte vor einigen Jahren erstmals einen „Kunstauftrag“ vergeben – und zwar genau an „Jeremy“. Der frühere Dorfener Gymnasiast hatte damals bei einem Jugendstreich in einer illegalen, nächtlichen Sprayer-Aktion eine Transformator-Station in Dorfen besprüht und war von der Polizei erwischt worden. Die Stadtwerke sahen damals von einer Anzeige ab und gaben stattdessen dem Jugendlichen die Gelegenheit, seine Graffiti-Kunst ganz legal am Tag zu zeigen. Das hat sich bewährt. „Jeremy-Graffiti-Stationen“ stehen an der B 15-Isen-Brücke und vor dem Wailtl-Tor neben der Gärtnerei Gauster.

Hermann Weingartner

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