Verabschiedung von Pfarrer Johann Eschbaumer

Großartiger Sympathiebeweis

Dorfen - Das Pfarrfest der Pfarrei Maria Dorfen war der Rahmen für die offizielle Verabschiedung von Pfarrer Johann Eschbaumer. „Noch nie waren mittags schon so viele Leute da bei einem Pfarrfest“, freute sich Pfarrgemeinderatsvorsitzender Wolfgang Lanzinger. „Das ist ein Sympathiebeweis für den Pfarrer“.

Der feierliche Gottesdienst war gestern wohl die letzte große Messe, die Pfarrer Eschbaumer in der vollen Wallfahrts- und Pfarrkirche Maria Dorfen zelebriert hat. Ende August wird sich der 70-jährige Geistliche endgültig zurückziehen und will das Leben als Privatmensch genießen. Das große seelsorgerische und geistliche Wirken sowie das Engagement in den beiden Pfarreien des Pfarrverbandes Dorfen wurden gestern bei der Verabschiedung von mehreren Ehrengästen gebührend gewürdigt. Es gab viel Lob, Anerkennung sowie ein großes, herzliches „Vergelt’s Gott“ für seine zwölfjährige Priesterarbeit und dazu auch noch einige nette Geschenke.

Pfarrerin Annette Schumacher hob für Dorfens evangelische Kirchengemeinde die „sehr guten ökumenischen Kontakte“ und die gelebte Ökumene zwischen den Kirchengemeinden hervor. Die aufgeschlossene und wohlwollende Art habe die Geistliche „als etwas sehr Wertvolles erleben können“. Eschbaumer habe in „unseren beiden Kirchen die Gemeinschaft in Dorfen sehr gefördert“, dankte Schumacher.

„Die zwölf Jahre, die der Pfarrer in Dorfen und Oberdorfen gewirkt hat, waren wirklich gute Jahre“, betonte Lanzinger. Er habe „als Pfarrer, Priester, Seelsorger sehr Vieles erreicht, Traditionen fortgeführt und lebendig gehalten und sich auch nicht gescheut, etwas zu verändern, wo es nötig schien“. Eschbaumer habe viele Akzente gesetzt. Und er habe bei mancher Entscheidung „klare und gerechte Worte gefunden, mit denen er sich nicht nur Freunde machte“.

Der scheidenden Pfarrer sei offen gewesen für modere Gottesdienstformen, erinnerte Lanzinger. „Sehr wichtig“ sei ihm die Einbindung der Laien gewesen, die dann auch Verantwortung in der Seelsorge übernahmen, wie auch Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung Aufgaben und Handlungsspielraum bekamen. Eschbaumer habe „Vieles unternommen, um die Zukunft der Kirchengemeinde zu sichern“, sei „sehr aufgeschlossen gegenüber der Ökumene“ gewesen, bis hin zum interreligiösen Dialog mit Dorfens Muslimen. Und er habe nicht zuletzt auch Flüchtlinge unterstützt.

Auch Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner bedankte sich „für das Wirken des Stadtpfarrers“. Er habe den Zusammenhalt im Pfarrverband Dorfen geschafft, auch in schwierigen Zeiten. Eschbaumer sei ein „Pfadfinder auf Gottes Pfaden“ gewesen, der seine Aufgaben still und ruhig versehen habe, den Menschen in allen Lebenslagen beiseitestand und stets Rat und Hilfe für die Bürger hatte.

Für den erkrankten Kirchenpfleger Dieter Pfanzelt hob sein Stellvertreter Anton Haberstetter das besondere Engagement von Eschbaumer als Bauherr beim Erhalt und bei der Sanierung der Kirchen hervor. „Seine Leistungsbilanz ist enorm“, lobte Haberstetter. Fünf der acht Filialkirchen, die Etzkaplle und vor allem die Pfarrkirche wurden in der Amtszeit Eschbaumers renoviert. Der entschlossene Einsatz mit Unterstützung aus den Gremien hatte dabei „entscheidende Bedeutung“.

Bescheiden wie er ist, gab Pfarrer Eschbaumer das viele Lob artig zurück. Nur durch die „großartige Mitarbeit“, den „oft wahnsinnigen Einsatz“ und das gute Miteinander in den Kirchengremien und Kirchengruppen in „wirklich guter Zusammenarbeit” sei es möglich gewesen „ein gut’s Stückl voranzukommen“.

Hermann Weingartner

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