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„Mehr machen als einfach nur einen Brief schreiben“ - GAL-Stadträtin Dorette Sprengel übt heftige Kritik an der Bauverwaltung

Bauen in der Innenstadt

Grüne: Verwaltung ist viel zu passiv

Dorfen - Der Dorfener Stadtrat will eine bauliche Innenraumverdichtung im Zentrum. Die Umsetzung geht den Grünen zu langsam, die Bauverwaltung sei nicht aktiv genug, wird kritisiert.

Die Bauverwaltung hat alle Baulücken in der Stadt und allen größeren Ortsteilen erfasst und kartiert. Im Stadtrat präsentierte Bauamtsleiter Franz Wandinger am Dienstagabend das fertige Baulückenkataster Stand Ende 2015 und berichtete über Erkenntnisse einer schriftlichen Eigentümerbefragung. Dafür gab es viel Lob, aber überraschend Kritik von Dorette Sprengel (GAL). Insgesamt 147 Eigentümer freier Baulücken in Dorfen und den Außenbereichen seien schriftlich befragt worden, was sie in den nächsten 15 Jahren vorhätten, sagte Wandinger. Eine Bebauung planten etwa 20 Prozent, 53 Prozent wollten nicht bauen und 27 Prozent hätten nicht geantwortet. In Dorfen gibt es laut Wandinger 91 Baulücken (67 Rückmeldungen – 24 unbeantwortet), wovon nur 15 bauen und 52 nicht bauen wollen. In den 56 Außenbereich-Baulücken wollten 15 bauen und 26 nicht. Hauptgründe der Eigentümer, nicht zu bauen, seien Wertanlage und die Vorhaltung für Kinder und Enkel.

GAL-Rätin Sprengel erinnerte an ihren Antrag zur Innenraumverdichtung. Sie warf Wandinger vor, die GAL habe „nicht beantragt die Baulücken zu erfassen“. Das sei zwar auch „gut“, aber bereits durch Stadtplanerin Martina Schneider im Rahmen der Erstellung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) erfolgt. Es müsse „mit den Eigentümern konkret geredet werden“, forderte Sprengel, um sie zu bewegen, ihre freien Flächen zu bebauen. Dazu müsse man schon „mehr machen als einfach nur einen Brief schreiben“, ermahnte sie den Bauamtsleiter. Sprengel schlug Stadtplanerin Schneider vor, die Eigentümer vor allem beraten soll, wie ihre feien Flächen genützt werden könnten.

Den unterschwelligen Vorwurf der Passivität des Bauamts wiesen Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) und Wandinger zurück, die, wie die meisten Stadträte, die Kritik Sprengels nicht nachvollziehen konnten. Der Bauamtschef versicherte, die Verwaltung sei mit entsprechenden Grundeigentümern ständig, und nicht nur schriftlich, in Kontakt. Sprengel könne sicher sein, dass es in Dorfen für jedes freie Grundstück bereits mehrere Interessenten zur Verwertung gebe, etwa von den Bauträgern, so der Stadtchef. Und man könne „Frau Schneider nicht alleine auf die Grundstückseigentümer loslassen ohne Stadtvertreter“. Josef Wagenlechner (TEG) warnte, „zu viel nachfragen“ baue womöglich eher „Blockaden auf“.

Die Vorschläge der GAL sahen einige als zu große Einmischung in die Eigentumsrechte der Grundeigner. Beschlossen wurde mit 21:3 Stimmen, dass im Rahmen des Vertrages die Städteplanerin versuchen soll, im Sanierungsgebiet der Stadt freie Grundstücke einer Bebauung zuzuführen. Mitte 2017 soll im Stadtrat darüber berichtet werden.

Hermann Weingartner

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