Der ideale Platz: Im Gewerbepark Dorfen Südwest soll im Sondergebiet (rechts) entlang der A 94 ein Bau- und Gartenmarkt entstehen. Foto: Weingartner

Stadtrat Dorfen

Grünes Licht für Bau- und Gartenmarkt

Kommt nun endlich doch der seit Jahrzehnten geforderte Bau- und Gartenmarkt in Dorfen? Der am Bayerischen Staatsministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat neu installierte LEP-Manager gibt der Stadtführung Hoffnung.

Dorfen – Seit Jahren versucht die Stadt im Gewerbeareal südlich zwischen Ortsrand Oberhausmehrung und der A 94 eine „Sonderbaufläche für einen Garten- und Baumarkt“ im Umgriff des Gewerbeparks Dorfen Südwest genehmigt zu bekommen. Dies scheiterte bislang immer am beharrlichen Veto der Regierung von Oberbayern. Die Baubehörde dort vertrat die Auffassung, dem Vorhaben stünden landesplanerische Vorgaben (Anbindungsgebot) im Landesentwicklungsprogramm (LEP) entgegen. Im Landratsamt war das Vorhaben dagegen genehmigt worden.

Als „Dauerbrennerthema“ bezeichnete Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) im Stadtrat das Vorhaben einen Bau- und Gartenmarkt im Gewerbepark Dorfen Südwest anzusiedeln. Bereits im Februar 2009 hatte der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss für die 3. Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) und dann für einen Bebauungsplan (März 2010) gefasst. Eine Genehmigung für den Bau- und Gartenmarkt blieb bisher ohne jeden Erfolg.

Bedingt durch geänderte Situationen planerischer und tatsächlicher Gegebenheiten (Gewerbegebiet Dorfen Südost) im Bereich der Gewerbeflächen im Süden Dorfens und begleitet durch mehrere Termine mit der Regierung von Oberbayern, der Obersten Baubehörde und dem neu geschaffenen LEP-Manager habe „sich die landesplanerische Beurteilung geändert“, berichtete Grundner. Das Sondergebiet Bau- und Gartenmarkt sei nun wie im LEP gefordert „landesplanerischer ortsangebunden“. Das habe der LEP-Manager nach einer Überprüfung vor Ort festgestellt und der Stadt mündlich versichert.

Mündlich habe die Regierung von Oberbayern gegenüber der Stadt erklärt, sie werde „sich nicht über diese Entscheidung der oberen Baubehörde hinwegsetzen“, sagte der Bürgermeister. Dorette Sprengel (GAL) hätte so eine Aussage gerne schriftlich gehabt. Grundner entgegnete, man habe „ein Grundvertrauen“, dass auch mündliche Aussagen der Behörde gelten.

An den bereits gefassten Festsetzungen für den Gewerbepark ändert sich nicht. Das Areal wird in zwei Teile gegliedert, in ein allgemeines Gewerbegebiet und die rund 1,6 Hektar große Sonderfläche für den Bau- und Gartenmarkt. Die liegt am südlichen Rand direkt an der A 94.

„Es gibt einen Interessenten“, der in dem Gewerbepark einen Bau- und Gartenmarkt errichten will, sagte Grundner auf Nachfrage. Einig war man sich im Stadtrat, dass durch den Baumarkt den Einzelhandelsgeschäften in der Innenstadt keine Konkurrenz entstehen dürfe. Eine entsprechende Sortimentliste soll demnächst fertiggestellt sein, die dann für die Sonderbaufläche Gültigkeit habe.

Der Stadtrat war dem Appell des Bürgermeisters gefolgt, die Stadt sollte sich „möglichst eindeutig“ positionieren, wo so ein Projekt am Sinnvollsten gemacht werden sollte. In seltener Einheit hat der Stadtrat dann tatsächlich einstimmig für den Gewerbepark Dorfen Südwest die entsprechende 3. Änderung des FNP und 2. Änderung des Bebauungsplans beschlossen. Für beide Verfahren wird erneute eine Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt und parallel die landesplanerische Überprüfung für den Bau- und Gartenmarkt eingeleitet.

Weil eine Wandhöhe von 18 Metern bisher zulässig war, soll im Verfahren außerdem eine störende Höhenentwicklung des Baumarktgebäudes in Bezug auf die Fernwirkung zum Stadtzentrum dargestellt werden.

Hermann Weingartner

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