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Neue Schule hinter neuer Fassade: Die Schulleiter der Grund- und Mittelschule Dorfen, Gerhard Maintok (l.) und Rainer Sonnleiter, freuen sich über bessere Hygiene, mehr Gruppenräume und eine neue Mensa.

Grund- und Mittelschule Dorfen für 20 Millionen Euro saniert

Schule als zweites Zuhause

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In der Aula riecht es nach Waffeln, Jugendliche spielen im Mittelschulgang Klavier oder sitzen an ihren Hausaufgaben: Mittwochnachmittag in der Grund- und Mittelschule Dorfen. Am heutigen Freitag wird sie nach der Generalsanierung für rund 20 Millionen Euro feierlich eingeweiht. Auch ein Maibaum wird aufgestellt. Ein Rundgang.

Dorfen – Vor sieben Jahren begannen die Sanierungsarbeiten, die Schüler mussten zeitweise in die dreistöckige Container-Schule auf dem Hartplatz umziehen. Ein Jahr lang lernten dort die Grundschüler, die Mittelschüler sogar zwei Jahre. Grundschulrektor Gerhard Maintok sagt: „Am schlimmsten war es, wenn die Klassen Bewegungsübungen gemacht haben, dann hat alles vibriert.“ Seit drei Jahren sind alle zurück im Schulhaus: Dessen Böden, Fassade, Fenster und Türen wurden ausgetauscht, die Turnhalle saniert, es gibt mehr Gruppenräume, eine Aula mit Trennwänden und eine neue Mensa. Fertig ist aber noch nicht alles.

Heute sei Schule nicht mehr nur Lernort, sagt Mittelschulrektor Rainer Sonnleitner: „Schule wird immer mehr zum Lebensraum.“ Der Bedarf an Ganztagsklassen nehme zu, sagt Sonnleitner, denn: „Die Mietpreise in der Region steigen, meist arbeiten beide Eltern, außerdem gibt es viele Alleinerziehende.“ Grundschulrektor Maintok sagt, dass rund 120 seiner 190 Schüler in eine Ganztagsklasse gehen. Mittagessen gibt es für sie in der neuen Mensa. Außerdem können sie in neu geschaffenen Gruppenräumen lernen oder ausspannen. Darin gibt es zum Beispiel Spielsachen, Bastelmaterial und eine Couch, zeigt er: „Da können sich die Kinder dann auch mal ausruhen, denn für einige Erstklässler ist es meist doch lang, bis 16 Uhr in der Schule zu bleiben.“

Stolz ist Maintok nach der Sanierung vor allem auf zwei Dinge: „Die Decken sind jetzt lärmschutzgedämmt und die Schule ist hygienischer geworden, die alten Teppichböden wurden ausgetauscht.“ Außerdem war das Stichwort Inklusion wichtig bei der Sanierung. Inklusion bedeutet, dass auch Kinder mit Förderbedarf auf die Regelschule gehen: „Wir haben jetzt einen Aufzug“, sagt Maintok, aber: „Bisher besucht kein gehbehindertes Kind die Schule.“ Doch generell gebe es immer mehr Schüler mit Förderbedarf. Deshalb habe die Schule nun ein Eltern- und ein Beratungszimmer eingerichtet, um dort Legasthenie und Matheschwächen zu testen.

Außerdem ist die neue Grund- und Mittelschule digitaler, sagt Sonnleitner: „Wir haben in jedem Klassenzimmer Internetanschluss, das Wlan wird bald eingerichtet, wir bekommen in allen Klassen Whiteboards.“ Lehrer können auf diese Flächen ihre Präsentationen beamen. Tafeln gibt es trotzdem noch.

Sonnleitner ist seit vergangenem Herbst Schulleiter in Dorfen, zuvor war er Konrektor an der Marie-Pettenbeck-Schule in Wartenberg. Um die Sanierungsarbeiten hat sich vor allem seine Vorgängerin Annemarie Weiß gekümmert. Auf Sonnleitner und die Mittelschüler kommen nur noch kleine Sanierungsarbeiten zu.

Er freut sich vor allem über die vielen Fachräume, die im Zuge der Sanierung entstanden sind: Früher war der Schulkeller für das Jugendzentrum Dorfen reserviert und diente vor allem als Abstellfläche. Jetzt werden die Räume genutzt. Nun gibt einen zweiten Computerraum, eine zweite Schulküche und weitere Praxisräume für Technisches Zeichnen oder Werken.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht: Ein Speiseraum wird noch fertig, und in einem Innenhof sollen noch Palettenmöbel aufgestellt werden: „Wo die Schüler auch mal chillen können“, fast wie Zuhause.

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