Gedenkfeier am Kriegermahnmal: Bürgermeister Heinz Grundner hat zum Frieden im Alltag aufgerufen. Foto: Weingartner

Gedenkfeier zum Volkstrauertag

Grundner: Unfriede bahnt sich schon im Kleinen an

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Bürgermeister Heinz Grundner hat in seiner Rede bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag dazu aufgerufen, auf den Frieden im Alltag zu achten.

Dorfen – „Unfriede bahnt sich bereits im alltäglichen Sprachgebrauch an, der andere herabsetzt. Unfriede bahnt sich an, wenn wir die Freiheit oder Gesundheit des anderen nicht mehr achten, wenn wir anders Denkende ablehnen oder Fremden feindselig begegnen. Und auch diejenigen, die ihre eigenen Lebenschancen nicht teilen wollen mit anderen, die in ihrer Not zu uns gekommen sind, setzen den Frieden aufs Spiel“, sagte der Stadtchef am Samstagabend bei der Gedenkfeier am Kriegermahnmal.

Grundner ging in seiner Rede auch darauf ein, dass der Sinn des Volkstrauertags immer öfters bezweifelt werde. Der Volkstrauertag aber lege den Finger in alte Wunden, er erinnere an Schrecken und Fehler der Vergangenheit. „Diese Erinnerungen drohen – sieben Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg – in der längsten Epoche der Geschichte in der unser Volk in Frieden und Freiheit leben darf – immer mehr zu verblassen“, so Grundner. Der Volkstrauertag sei aber wichtig, „damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimmen hören und ihre Mahnungen beherzigen“. Allerdings sollte im Zusammenhang mit dem Volkstrauertag nicht von „Heldentod“ gesprochen werden, wie dies die Begründer des Gedenktages getan hätten, sagte Grundner. Wer Augenzeugenberichte der Kriegsereignisse kenne oder Briefe lese, die Soldaten von der Front an ihre Angehörigen schrieben, „erfährt kaum etwas von Heldentum, aber viel von unvorstellbarem Grauen und Angst, von Verzweiflung und Traurigkeit. Daran erinnern wir.“

Bis heute tobten auf der Welt viele furchtbare Kriege. Mord und Folter, Grausamkeit, Hass und Terror verdunkelten unsere Zeit. Für Millionen von Menschen gehörten Hass und Gewalt, Terror und Krieg zum Alltag. „Die Zahl der Opfer ist kaum noch bezifferbar. Und noch weniger das Ausmaß an Leid und Elend, das sich hinter diesen Zahlen verbirgt. Jedes einzelne Opfer hatte eine Familie, hatte Angehörige und Freunde, die mitbetroffen sind – und denen es nicht anders ergeht, als den Hinterbliebenen und den aus der Heimat Vertriebenen bei uns nach dem Zweiten Weltkrieg. Am Volkstrauertag erinnern wir auch an die Opfer von heute, wir blicken auch auf unsere Zeit. Deshalb müssen wir uns fragen, wie wir das Gedenken an die nachwachsenden Generationen weitergeben können“, so der Bürgermeister. Denn viele junge Leute meinten, Volkstrauertag, das seit etwas für die Alten. Sie würden argumentieren, „mich geht das nichts an. Ich habe doch den Krieg und die Gräuel weder miterlebt noch mitverschuldet.“ Das sei richtig, so Grundner. „Aber auch die Jüngeren geht unsere Geschichte etwas an“, sagte der Stadtchef und zitierte den ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der 1985 in seiner Rede zum 8. Mai formulierte: „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.“

Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt legten Grundner für die Stadt, Karl Nagl für den VdK Dorfen und der Vorsitzende der Soldaten-, Reservisten- und Veteranenkameradschaft Dorfen, Reserveoffizier Peter Ruppert, Kränze nieder.     

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