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Symbolischer Spatenstich (v. l.): Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner, David Kliemantat (Stützpunktleiter Spie SAG), Ulrich Schwarz (Geschäftsführer KWH Netz) und Betriebsleiter Alexander Zeh (KWH Netz). 

Erdkabel verlegt

Grundner verspricht Ende der Stromausfälle: „Haager Lichtspiele sind vorbei“

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Einen großen Energieschritt nach vorne haben Stadt Dorfen und Kraftwerke Haag (KWH) gemacht. Damit soll endlich Schluss mit Stromausfall sein.

Dorfen Bei Unterstollnkirchen wurde damit begonnen, Verkabelungen in die Erde zu verlegen. „Das ist eine Win-Win-Situation“, stellte Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner beim symbolischen ersten Spatenstich fest. Auch die Störanfälligkeit der Schwindkirchener Leitung soll damit minimiert werden.

Bis zu 50 Kilometer lang, mit einem Durchmesser von bis zu 300 Millimetern, sind allein die Mittelspannungskabel, die in die Erde gegraben werden. Parallel zur Breitbanderschließung beginnen die KWH mit der Ertüchtigung der Stromverteilernetze. „Bis zum Herbst 2019 wird das neue leistungsstarke Mittel- und Niederspannungsnetz weitestgehend fertiggestellt sein“, verspricht Dr. Ulrich Schwarz, Geschäftsführer KWH Netz.

„Mit dem neuen Verteilernetz sind wir ausreichend gerüstet für die Energiewende“

Finanziert wird das Projekt durch die Netzentgelte, also durch die Beiträge, die Stromkunden bezahlen. Die Ausführung übernimmt die SPIE SAG GmbH Deutschland mit Sitz in Garching. Insbesondere im KWH-Gebiet sind die Netzentgelte jüngst gestiegen. Der Grund ist die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende, von der die ländlichen Regionen mit einer geringen Anschluss-, aber hohen Einspeisungsdichte regenerativer Energien besonders betroffen sind.

„Mit dem neuen Verteilernetz sind wir ausreichend dimensioniert und gerüstet für die Energiewende“, freut sich Schwarz. „Mit den leistungsstarken unterirdischen Kabeln fördern wir erneuerbare Energien bei uns in der Region auch weiterhin und schließen Störfaktoren weitestgehend aus“. 

„Hier werden rund 8,5 Millionen Euro investiert“

Weil die Erde nun schon mal offen ist, werden gemeinsam mit der Stadt Dorfen auch gleich die Leitungen für die Breitbandversorgung verlegt. „Das ist vom Volumen her eines der größten Projekte der letzten Jahre“, betonte Alexander Zeh, Betriebsleiter KWH Netz. „Für die Stadt und die Infrastruktur ist das eine großartige Chance“, unterstrich Grundner. „Hier werden rund 8,5 Millionen Euro investiert und rund 140 Kilometer Glasfaserleitungen auf rund 100 Quadratkilometer Fläche verlegt.“ 

Der größte Nutzen liege in der Leistung der dick ummantelten, robusten Kabel aus Aluminium. „Diese sind auch den Kapazitäten der riesigen Photovoltaik-Flächen landwirtschaftlicher Betriebe und der zahlreichen Biogasanlagen bei uns in der Region gewachsen“, erklärte Schwarz.

„Die Zeit der Haager Lichtspiele sind dann vorbei“

„Die KWH sind ein stabiler und gute Partner“, sagte Grundner und fügte schmunzelnd an: „Die Zeit der Haager Lichtspiele sind dann vorbei“ Damit spielte er auf die Störungsanfälligkeit der bisherigen Stromleitungen an. „Die Schwindkirchener Leitung war in der Vergangenheit durchaus fehleranfällig“, gab Betriebsleiter Zeh zu. 

Eine Erdverkabelung habe den Vorteil, dass typische Störfaktoren wie Blitzeinschlag, Schäden durch umfallende Bäume oder Schneelast sowie verkehrsbedingte Unterbrechungen der Stromverteilung weitestgehend ausgeschlossen werden können. „Und es stehen auch keine Gittermasten mehr in der Landschaft rum“, meinte Grundner. „Es gibt also nur Gewinner.“

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