600 Euro – Wer kann sich das noch leisten?

600 Euro – Wer kann sich das noch leisten?

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Dorfen – Die Grundstückspreise in Dorfen reißen die 600-Euro-Marke. Bezahlbarer Wohnraum wird rar. Eine Ende der Preistreiberei ist nicht in Sicht.

Derzeit wird das Baugebiet An der Mühlleite erschlossen. Dort entstehen bis zu 104 Wohneinheiten, davon 38 Einfamilienhäuser und 28 Doppelhaushälften. 25 Bauparzellen hat sich die Stadt Dorfen gesichert, 17 davon werden im Einheimischen-Modell vergeben. Der Preis dafür liegt bei 250 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Erschließungskosten. Bei der Stadt liegen für diese Flächen bereits über 300 Bewerbungen vor. Mittlerweile werden die ersten Grundstücke von Privatbesitzern und Bauträgern in Immobilienportalen zum Kauf angeboten – zu einem Quadratmeterpreis von über 600 Euro. Für Dorfen bedeutet das eine neue Dimension. Liegt doch der 2014 ermittelte Bodenrichtwert, das ist ein Durchschnittswert, der aus Grundstücksverkäufen abgeleitet wird, bei 380 Euro.

Dass die Stadt hier gegenlenken muss, ist für Bürgermeister Heinz Grundner eine „große Herausforderung“, für die „kreative Lösungen“ gefunden werden müssten. Wie der Stadtchef bei einer CSU-Veranstaltung sagte, werde der Siedlungsdruck weiter zunehmen. „Wir müssen weiter Bauland ausweisen, auf der Fläche und im Innenraum“. Aber auch in Grüntegernbach und anderen Ortsteilen müssten „Siedlungsschwerpunkte“ entstehen. Gerade Grüntegernbach habe eine „funktionierende kommunale Daseinsvorsorge“ mit Schule und Kindergarten.

Dorfen als „junge Stadt“ (jeder fünfte Einwohner ist unter 18 Jahre alt) sei ein attraktiver Standort für junge Familien. Dorfen sei wegen der guten Bahnverbindung nach München „als Pendlerstadt gefragt“.

Doch neue Wohngebiete und mehr Einwohner können für Dorfen schnell auch zum Problem werden. Grundner befürchtet, dass bei der Realisierung des geplanten Wohngebietes auf dem Areal der Ziegelei Meindl bei schneller Realisierung „ein rapider Anstieg der Bevölkerung“ eintreten wird. Das hätte Auswirkungen auf die Infrastruktur wie Kindergärten und Kläranlagen. Hier müsse man darauf achten, „dass Dorfen sein Gesicht nicht verliert“, sagte Grundner. Zuzug müsse möglich sein, aber die Stadt müsse sich „ihrer Wurzeln und der Tradition“ bewusst bleiben. Grundner: „Diesen Spagat zu schaffen, ist eine schwierige Aufgabe.“ Das Wachstum Dorfens müsse „verhältnismäßig und erträglich“ bleiben.

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