Das Regenrückhaltebecken in Dorfen braucht Entlastung. Eine Flutmulde soll das möglich machen.

Bahnausbau und Baugebiet

Grundwasser gefährdet Isener Siedlung

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Eine Tieferlegung der Gleise beim Bahnausbau in einen Trog- oder Tunnel birgt Gefahren, die bislang nicht gesehen wurden. Hochliegendes Grundwasser könnte Auswirkungen auf die Bebauung in der Isener Siedlung haben.

Dorfen – Es war nur ein Nebensatz, der bei der Vorstellung des Integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzepts Dorfen Süd im Stadtrat gefallen ist, der aber birgt Brisanz. Wegen hoch liegendem Grundwassers im von der Stadt geplanten Baugebiet „Obere Mooswiesen“ westlich der Isener Siedlung könnten beim großflächigen Durchstoßen der tonhaltigen Sperrschicht die Grundwasserströme so verändert werden, dass bestehende Häuser der Isener Siedlung dadurch Wasserprobleme bekommen könnten. Auf Nachfrage von Stadtrat Josef Wagenlechner (Landlisten), ob das auch für den Bahnausbau zutreffe, wenn ein Trog oder Tunnel gegraben werde, antworte Gutachter Fabian Pfleger: „Bestimmt.“ Mehr wollte der Fachmann dazu aber nicht sagen. Denn er hat im Auftrag der Stadt nur die Hochwasser- und Grundwassersituation in dem Bereich untersucht.

Die Untersuchung erfolgte auf Druck von etwa 300 Anwohnern in der Isener Siedlung, die wegen dem von der Stadt geplanten 16 Hektar großen Wohn- und Gewerbegebiet eine Verschärfung der Hochwassersituation befürchten. Der Gutachter kam dann auch zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Gebiet um einen problematischen Bereich handelt. Denn bei starkem und lang anhaltenden Regen würde über die Bäche Hausmehringer Graben und Moosgraben Unmengen Wasser vom südlichen Isentalhang Richtung Innenstadt fließen. Das Rückhaltebecken würde, wie beim Pfingsthochwasser 2013 beinahe passiert, überlaufen, weil das Pumpwerk die Wassermassen nicht mehr ableiten könnte.

Abhilfe kann laut Gutachter hier aber der Bau einer Flutmulde westlich der Isener Siedlung schaffen. Im Extremfall könnte von dort aus das Wasser über eine Rohrleitung direkt in die Isen abgeleitet werden. Hochwasser- und Umweltreferent Gerald Forstmaier war die Schaffung eine neuen Flutmulde zu wenig. Er forderte zusätzliche Retentionsflächen zu schaffen. Die Wassermassen einfach in die Isen abzuleiten, sei nicht zu verantworten. Die Stadt müsse auch an die Isen-Unterlieger denken. Diese Forderung unterstützte auch Dorette Sprengel (Grüne). Der Gutachter sagte zu, dass in die weiteren Planungen miteinzubeziehen.

Nicht so einfach zu lösen ist die Grundwasserproblematik. Denn bereits etwa in 2,60 Meter Tiefe beginnt das Grundwasser. Da es nur von einer relativ dünnen Tonschicht gedeckelt wird, spricht man von „gespanntem Grundwasser“. Wenn diese dünne Sperrschicht etwa durch den Bau von Kellern durchbohrt würde, dann stiege das Grundwasser noch höher. Bei der Vielzahl der geplanten Gebäude in dem Bereich würden sich dadurch die Grundwasserströme so verändern, dass die bestehende Bebauung durch zusätzliches Grundwasser gefährdet würde. Gutachter Pfleger empfahl daher, auf Kellerbauten entweder zu verzichten, oder vor der Bebauung das Gelände aufzufüllen, um so nicht in die Grundwasserschicht zu kommen.

Gegen die Stimmen der SPD stimmte der Stadtrat dafür, dass Gebiet im Flächennutzungsplan als Wohn- und Mischgebiet auszuweisen. Vor einer Bebauung soll aber ein Bodengutachten erstellt werden, das Möglichkeiten der Bebauung klären soll.

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