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Informierten über Baugenossenschaften: Michaela Meister und Andreas Prischet.

SPD-Infoabend

Günstiger Wohnraum für Genossen

Die Wohnungen werden immer teurer. Immer weniger Menschen können sich ein bezahlbares Zuhause leisten. Die Dorfener SPD hat sich vorgenommen, dagegen vorzugehen, und schlägt die Gründung einer Wohnungsgenossenschaft vor.

Von Dominik Schien

Dorfen – Bei einer Veranstaltung mit dem Wirtschaftsprüfer Andreas Prischet wurde das Genossenschaftsmodell vorgestellt. SPD-Fraktionssprecherin Michael Meister erinnerte zunächst daran, dass die SPD bereits einen Antrag zur Gründung einer Wohnungsgenossenschaft in den Stadtrat eingebracht habe. Diesem habe das Gremium auch zugestimmt. „Es werden in den nächsten zwei Jahren Grundstücke zur Verfügung gestellt, die wir nutzen können“, so Meister.

Prischet, Mitglied des Verbands der Wohnungswirtschaft (VdW), stellte zunächst seinen Verband vor. Dieser wurde 1909 gegründet, heute werden 332 Wohngenossenschaften beaufsichtigt. Prischet meinte, dass dadurch ein Fünftel aller Wohnungen in Bayern zu sozialen Konditionen vermietbar seien. Vor allem seit 2012 boomten die Wohnungsgenossenschaften. 22 neue, davon 40 Prozent in München, seien neu gegründet. Die Rechtsform einer solchen Genossenschaft sei „eine Mischung zwischen einer Aktiengesellschaft und einem Verein“. Jedes Mitglied habe den gleichen Stimmenanteil und sei zugleich Anteilseigner. Jedes Mitglied hafte nur mit dem investierten Geld und nicht dem eigenen Besitz. Die Mitglieder bekämen stark vergünstigte Mieten, seien aber nicht Eigentümer der Wohnung. Jedoch könne man die Genossenschaftsmitliedschaft vererben, so dass die Kinder auch zu billigen Preisen wohnen könnten. Zusätzlich habe man als Mitglied Wohnrecht auf Lebenszeit, also könne man auch nicht wegen Eigenbedarf gekündigt werden.

Wichtig sei, sagte Prischet, dass jedes Mitglied wisse, dass eine Genossenschaft keine „One Man Show“ sei. Jedes Mitglied habe die gleichen Rechte. „Eine Genossenschaft ist jedoch nicht so einfach“, meint Prischet. „Es ist immer noch eine sehr anspruchsvolle Rechtsform, die genauso Bilanzen, Gewinn und Verlustrechnungen, Mitgliederversammlungen etc. verlangt. Der Erfolg hängt einzig und alleine am Einsatz und der Motivation der Mitglieder.“ Eine Wohnungsgenossenschaft als Gewinnmaximierend zu bezeichnen, wäre jedoch verkehrt. Dafür sei zu viel Eigenkapital im Spiel. Mindestens 30 Prozent sollten es sein, damit man Gewinn erzielen könne. Je mehr Fremdfinanzierung, desto mehr müsse man schließlich wieder abgeben.

Lange Liste von Interessenten

„Bei 36 Quadratmetern sind das im Durchschnitt circa 40 000 Euro, die man an Startkapital braucht. Das klingt natürlich viel, aber das ist jetzt nur ein Beispiel. Es kommt immer darauf an, wie viele Mitglieder dabei sind und was man genau geplant hat. Dadurch variieren dann die Preise“, so der Wirtschaftsprüfer. Von Außen können schließlich auch größere Beteiligungen kommen, die das nötige Eigenkapital tilgen. „Hilfe von Außen gibt es natürlich auch, die einen beim Eigenkapital unterstützen.“

Prischet erklärt den Anwesenden noch den Ablauf einer Gründung, während diese bereits eine Liste durchgaben, bei der jeder sein Interesse bekunden konnte. Rege tauschten sich die Anwesenden aus. Die 27-jährige Studentin Carina Bethmann meinte, dass sie es zwar als negativ erachte, dass „man keinen Besitz hat“, dies jedoch durch die Vererbung und dem lebenslangen Wohnrecht gut kompensiert werde. Matthias Brechter (36) sagte, „dass das ganze ein Projekt ist, das unterstützt werden sollte“. Dieser Meinung waren anscheinend viele, denn die Liste der Interessenten wurde lang.

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