Ein klares Bekenntnis gegen Rechts legte Comedian Michael Mittermeier bei der Ausstellungseröffnung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Dorfener Gymnasium ab.
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Engagieren sich: Diese Schüler sind Anti-Rassismus-Trainer am Gymnasium Dorfen.

Comedian bezieht Stellung

Michael Mittermeier im Dorfener Gymnasium: „Neonazis können keine Freunde sein“

Ein klares Bekenntnis gegen Rechts legte Comedian Michael Mittermeier bei der Ausstellungseröffnung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Dorfener Gymnasium ab.

DorfenEin klares Bekenntnis gegen Rechts legte Comedian Michael Mittermeier bei der Ausstellungseröffnung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Dorfener Gymnasium ab. „Ein Neonazi kann kein Freund sein – egal, wie nett und charmant er sonst ist“, sagte der Schulpate. Und: „Ich bin stolz, dass sich in meiner Heimatstadt so viele junge Leute gegen Rassismus engagieren.“

Identitäre tarnen ihren Rechtsextremismus

Derzeit sehe man überall in den Medien Bilder von Auschwitz. Und eigentlich müsse man sich schämen, wenn man bedenke, was im Namen des deutschen Volkes geschehen sei, sagte Thomas Witzgall vom Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung zu den Schülern der 9. und 10. Klasse. Dennoch gebe es nach wie vor Menschen, die den Holocaust leugnen würden, sagte der Journalist, der direkt an der Neonazi-Front, beispielsweise bei Konzerten oder Aufmärschen der Rechten, recherchiert. „Man muss kritisch hinschauen. Die Identitäre Bewegung beispielsweise ist rechtsextremistisch, tarnt allerdings hinter Slogans wie ‚national, revolutionär, sozialistisch’ die tatsächliche politische Gesinnung.“ Diese Gruppierung werde gerade im Internet gemäßigt wahrgenommen, sei allerdings sehr aktiv in den sozialen Medien.

„HKNKRZ“ nicht verboten aber jeder weiß, was dahinter steht

Auf ihren Plattformen kursieren dann Aussagen wie „multikulturell gleich multikriminell“, so Witzgall. Auch komme es immer wieder zu Radikalisierungen in Chats. Manche Jugendliche tragen sogar T-Shirts mit dem Aufdruck „HKNKRZ“. „Das ist ein Kunstwort und kann somit nicht von der Polizei verboten werden, auch wenn jeder weiß, welche radikale Aussage dahinter steht.“

Auf den Exponaten der Wanderausstellung der Stiftung in der Aula des Gymnasiums sind sämtliche Gruppierungen dokumentiert. Bis 19. Februar ist die Dokumentation zu sehen.

Vorsicht in digitalen Medien

Auch Schulleiterin Andrea Hafner appellierte an die Schüler, die Augen offen zu halten: „Wir müssen auf unsere Demokratie gut aufpassen – Zeit, Worte und Täter sind nicht dieselben, aber es ist dasselbe Böse, das hinter Ausgrenzung und Rassismus steckt.“ Gerade die jungen Menschen bewegten sich in digitalen Medien und müssten vorsichtig sein, sich nicht blenden lassen. „Jeder kann was gegen Gewalt tun.“

Das ist am Dorfener Gymnasium längst bekannt. Schon seit zehn Jahren gibt es hier Anti-Rassismus-Trainer. Das sind Schüler, die sich auf freiwilliger Basis gegen Ausgrenzung und Rassismus einsetzen, die Problematik ihren Klassenkameraden in Gesprächen und Spielen verdeutlichen. „Auf dieses Engagement kann die Schule sehr stolz sein“, sagte Michael Mittermeier. Seit zwei Jahren ist der Dorfener Kabarettist Schulpate des Gymnasiums, unterstützt hier die Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Mittermeier auf Anti-Pegida-Demos

Gegen Ausgrenzung und Mobbing setzt sich Mittermeier auch privat ein. Auch gehe er zu Anti-Pegida-Demos. „Das Dorfener Gymnasium ist eine Schule, an der geredet wird“, sagte er. Und das sei wichtig und gut, denn schließlich sind „wir immer noch mehr – mehr, die gegen Rassismus sind. Vielfalt tut nämlich gut“.

Schulpate: Comedian Michael Mittermeier

Mittermeier erzählte den Schülern von seinen Kollegen. „Egal, woher sie kommen, ob sie jüdische, arabische oder polnische Wurzeln haben, wir haben viel Spaß miteinander und inspirieren uns gegenseitig.“ Nur ein Kumpel entpuppte sich als Neonazi: „Alder, ist es wirklich so, dass du wieder einen Führer willst, fragte ich ihn. Er bejahte – da war für mich die Grenze. Neonazis können keine Freunde sein.“

Michaele Heske

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