Der Schnellste im Bad: Klaus Urban braucht keinen Föhn.
+
Der Schnellste im Bad: Klaus Urban braucht keinen Föhn.

Tag der Galtze

Haarlos glücklich am Tag der Glatze: Vier Männer erzählen

Oben ohne auf dem Kopf: Die Minimal-Frisur bietet für Männer auch Freiheiten. Vier Männer aus Dorfen und Taufkirchen berichten.

Dorfen/Taufkirchen – Es gibt für alles Wichtige auf der Welt einen Jahrestag. Das männliche Haupthaar beziehungsweise die Freiheit davon wird am heutigen „Tag der Glatze“ gewürdigt. „Männer mit Glatze sind glücklicher und freier, sie haben keine Angst vor Haarausfall und müssen weder Geld noch Zeit für ihre Haarpflege verschwenden“, heißt es dazu im Internet. Die Heimatzeitung hat dazu ein paar dieser Glücklichen befragt.

Sportler-Schnitt

Mit „frisch gschneizt und kamped“ geht bei Klaus Urban nichts mehr. „Meinen Kamm und meinen Fön hab ich schon lange abgelegt“, erzählt der 56-jährige Dorfener lachend. Seine Glatze polieren könne er aber auch nicht, weil er eigentlich eine Kurzhaarfrisur mit zwei bis drei Millimeter Haarlänge trage. „Das ist in und für Sportler wie mich sehr praktisch.“ Denn wenn er vom Krafttraining kommt, muss er nur den Kopf kurz aus dem Fenster halten und schon ist die Frisur trocken und perfekt.

Ob er mit seinem kahlen Kopf mehr Chancen bei den Frauen hat, dazu mag er sich nicht äußern. „Aber es ist nicht so, dass ich von der Weiblichkeit ausgeschlossen werde“, meint der Hausverwalter und Immobilienmakler augenzwinkernd. Schon zu Bundeswehrzeiten ging es mit dem Haarausfall bei ihm los. „Eigentlich hätt’ ich ja noch einen Schippe g’schneckelte Haar. Aber das schaut aus, als ob ein Meerschweinchen Rückenwind gekriegt hätte, wenn ich es wachsen lassen tät.“

Negativ-Irokese

„Glatze? Das ist nicht mein Thema“, sagt Dorfens Kabarettist Alfred Mittermeier. Nur eines verrät er dazu. Er habe sein Haupt bewusst so ausgeschnitten: „Negativ-Irokese“, nennt er es und lässt es damit gut sein.

Endlich modern

Besondere Pflege brauche seine Glatze nicht, erzählt Manfred Slawny, 3. Bürgermeister von Taufkirchen. Sonnenbrand habe er noch nicht am Kopf gehabt. „Der ist schnell gebräunt.“ Er sei ja ein dunkler Typ und „ziemlich unempfindlich“, Nur im Winter brauche er eine Mütze, denn ohne Haare friere es einen schon schneller. Freunde, die alte Fotos von ihm mit vollem schwarzen Haar sahen, hätten ihm gesagt, dass er mit Glatze besser aussehe.

Mit dem Alter habe es bei ihm nichts zu tun gehabt, erzählt der 58-Jährige. Bereits vor 20 Jahren habe er an kreisrundem Haarausfall gelitten. Bis dahin hatte er volles, schwarzes Haar. „Es war schlimm für mich, weil es so schnell gegangen ist“.

Tochter Natalja habe ihm anfangs nach dem Baden die lichten Stellen am Kopf mit dem übrigen Haar überkämt, danach aber auch kein Problem mehr damit gehabt. Von Freunden und Bekannten sei er nie blöd angeredet worden. Viele hätten eher gemeint, dass er eine Chemotherapie hinter sich habe. „Ich hab es ihnen erklärt und dann war es okay.“ Allerdings habe er viele Jahre davon geträumt, dass die Haare wieder nachgewachsen seien, er sie dann aber wieder komplett verloren habe.

„Damals waren Glatzen noch nicht modern. Aber ich habe mich relativ bald damit arrangiert“, erzählt der SPD-Ortvorsitzende und Chef des SC Moosen. „Heute kann ich es mir gar nicht mehr anders vorstellen, und es ist sehr pflegeleicht“, sagt er grinsend. „Und bei den Fußballspielen war ich nach dem Duschen immer der Schnellste, weil ich keine Haare föhnen musste.“

Sexy wie Bruce Willis

Mit seinem kahlen Kopf hat Siegfried Stachl kein Problem. „Das Haare waschen geht gut und im Sommer ist es vorteilhaft.“ Weil er ein heller Hauttyp ist, trägt er dann aber prophylaktisch gerne eine Kappe, damit er keinen Sonnenbrand kriegt und im Winter natürlich eine Mütze, damit er nicht friert. Mit 30 Jahren seien seine Haare weniger geworden, so der heute 49-jährige Heizungs-, Sanitär- und Solar-Unternehmer aus Moosen. Gelitten habe er unter seiner Glatze aber nie. Warum auch, reihe er sich damit doch neben so prominente Männer wie Bruce Willis oder Yul Brunner ein, die bekanntlich als Ikonen der Männlichkeit gelten, meint er grinsend. Gerne trägt Stachl seine verbliebenen Haare etwas lebhafter – wie Albert Einstein, nur nicht so lang, sagt er und grinst über beide Ohren.

Birgit Lang

Auch interessant

Kommentare