Der Brunnen des Anstoßes: Er wird zum Unteren Tor hin versetzt.

CSU/Landlisten

Hat Dorfen ein Parkplatzproblem?

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Gibt es in der Innenstadt zu wenige Parkplätze? Ja, sagen CSU- und Landlisten-Stadträte. Nein SPD und Grüne. Im Verkehrsausschuss des Stadtrats ist eine Grundsatzdebatte entbrannt.

Dorfen – Die Parkplatzdebatte ist an der Standortentscheidung des Brunnens am Unteren Markt entbrannt. Stadtplanerin Martina Schneider hat vorgeschlagen, den Brunnen an den östlichen halbkreisförmigen Abschluss des Unteren Marktes gegenüber dem Unteren Tor zu platzieren. Dieser Bereich werde nicht als Platz wahrgenommen, da er von Autofahrern als Stellplatz genutzt werde. Dort, wo derzeit bis zu vier Autos parken können, soll mit dem Brunnen und Sitzgelegenheiten ein kleiner Aufenthaltsbereich geschaffen werden. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) warb für die Versetzung des Brunnens, da der Bereich, auf dem er jetzt stehe, der sogenannte Chinesische Platz, umgestaltet werden solle. Grundner erinnerte aber auch daran, dass sich schon vor längerer Zeit Anwohner gegen die Verringerung von Parkflächen ausgesprochen hätten.

Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (Landlisten) sah zwar einen „gewissen Reiz darin“, am Unteren Tor eine Aufenthaltsfläche zu schaffen, warnte aber davor, dafür Parkplätze zu opfern. In der Stadt seien Parkplätze ohnehin rar, man dürfe Gewerbetreibenden und Gastronomen nicht noch weiter Parkflächen entziehen.

In diese Richtung argumentierte auch Sebastian Sperr (CSU) und Christian Holbl (Landlisten. Sperr sagte, Gewerbetreibende würden Steuern zahlen, da hätten sie auch Anspruch auf den Erhalt der Infrastruktur. Holbl sagte, eine Innenstadtbelebung könne ohne ausreichend Parkplätze nicht funktionieren.

Heilmeier sieht dramatische Situation

Ludwig Rudolf (CSU) sprach sich ebenfalls dagegen aus, Parkplätze zu verringern. Vielmehr müsse sich der Stadtrat „baldmöglichst kreative Gedanken machen, neue Parkmöglichkeiten zu schaffen“. Rudolf erinnerte hier an die Möglichkeit, auf dem Parkplatz an der Rosenaustraße ein Parkdeck zu bauen. Von einer „dramatischen Parkplatzsituation in der Innenstadt“ sprach Landlisten-Fraktionschef Martin Heilmeier. „In der Rush Hour (Hauptverkehrszeit) ist Dorfen total zugeparkt“, konstatierte Heilmeier.

SPD-Fraktionschefin Michaela Meister widersprach ihren Vorrednern. In der Innenstadt seien „eigentlich immer genügend Parkmöglichkeiten vorhanden“. Wegen des Wegfalls von vier Parkplätzen „machen wir doch das Gewerbe in der Stadt nicht kaputt“. Im Übrigen würden Leute in eine Stadt kommen und dort einkaufen, „wenn sie schön ist“. Und das habe nun nichts mit Parkplätzen zu tun.

„Bequemlichkeit der Leute“

Dass manche in Dorfen eine Parkplatznot wahrnähmen, liege „an der großen Bequemlichkeit der Leute“. Manche würden keine paar Meter gehen, um einen freien Parkplatz zu bekommen. Unterstützung bekam Meister von Ursula Frank-Mayer (Grüne). Sie sagte, „die Attraktivität einer Stadt bemisst sich nicht an Autos und Parkplätzen“.

Bürgermeister Grundner räumte „einen gewissen Engpass bei Parkplätzen zu gewissen Zeiten“ ein. Dies liebe aber auch „an einer gewissen Trägheit der Parkplatzsuchenden“. Grundner appellierte an die Ausschussmitglieder, eine „gute Aufenthaltsqualität in der Stadt“ nicht nur in Parkplätzen zu sehen. Der Untere Markt sei „die gute Stube der Stadt“, das „Wohl und Weh“ könne doch nicht von vier Parkplätzen abhängen. Den Brunnen dorthin zu versetzen, sieht Grundner als Maßnahme zur Aufwertung der Stadt. Aus seiner Sicht sei das auch eine „Reminiszenz an alte Zeiten“. Am Unteren Markt hätten früher Viehmärkte stattgefunden, da passe ein Brunnen thematisch gut ins Bild. Denn die Tiere dort seien auch getränkt worden.

Mit knapper Mehrheit stimmte der Ausschuss einer Versetzung des Brunnens zum Unteren Tor hin doch zu. Mit der Parkplatzsituation in der Stadt soll sich in absehbarer Zeit der Stadtrat befassen.

Siehe auch Kommentar.

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