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Die Skulptur des Heiligen wird bei jeder Prozession mitgetragen.

350 JAHRE KIRCHE ZEILHOFEN

Heiliger Antonius, hilf!

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Zeilhofen - Antonius von Padua ist einer der ganz großen Volksheiligen – gerade auch in Bayern. Er wird vor allem als Wiederbringer verlorener Sachen angerufen. In Zeilhofen ist die Kirche dem Heiligen geweiht. Die feiert am Wochenende das 350-jährige Jubiläum.

Die Pfarrei Oberdorfen und der Historische Kreis Dorfen haben zu dem Jubiläum eine Festwoche und eine Ausstellung organisiert. Gleichzeitig mit dem 350-jährigen Kirchenjubiläum wird des vor 550 Jahren gestifteten Benefiziums, des vor 300 Jahren gegründeten Franziskanerklosters und des früheren Adelssitzes Zeilhofen gedacht.

Ein Knochenstück des Heiligen Antonius von Padua wird in dieser prachtvollen Reliquienmonstranz in der Antoniuskirche in Zeilhofen verwahrt.

Die Antoniuskirche steht auf einer kleinen Anhöhe mitten im Dorf. Zu Fuße der Kirche wird seit Jahrhunderten das Antoniusfest mit einem Festgottesdienst zu Ehren des Heiligen gefeiert. „Schon 1708 erhielt die Filiale Zeilhofen die bischöfliche Erlaubnis, vor der Kirche im Freien Pilgermessen zu feiern“, weiß der Dorfener Geschichtsforscher Franz Streibl vom Historischen Kreis. „Die Wallfahrt zu dem großen Volksheiligen ist ein besonderes Kapitel in der Geschichte Zeilhofens.“ Streibl hat die Ortsgeschichte zusammengefasst. Demnach war es die Familie von Gugler aus Südtirol, die im 17. Jahrhundert das damalige Schloss und die Hofmark Zeilhofen erworben haben. Die Guglers waren große Verehrer des Heiligen Antonius und bekamen von den Franziskanern in München eine Antoniusreliquie geschenkt. Diese enthält ein Knochenstück der Münchner Reliquie, die Kaiser Ludwig der Bayer 1330 aus Italien mitbrachte. Die Reliquie wird in einer prachtvollen Monstranz in der Zeilhofener Kirche verwahrt und verehrt. Auf die Guglers geht laut Streibl auch die Gründung einer Antoniusbruderschaft in Zeilhofen zurück, deren Errichtung beim Antoniusfest 1673 verkündet wurde. 1706 waren dort 7000 Mitglieder eingetragen. Die Franziskaner im neu gegründeten Kloster in Zeilhofen förderten ebenfalls die Wallfahrt. Das Antoniusfest wurde an drei Tagen gefeiert, mit einem 40-stündigen Gebet und feierlichen Gottesdiensten. 1722 kamen dazu 20 000 Menschen nach Zeilhofen.

Mit der aufkommenden Aufklärung ging auch die Antoniuswallfahrt immer stärker zurück. Ganz in Vergessenheit geriet der Heilige aber nie. Das beweisen viele Votivtafeln im Eingangsbereich der Kirche, die alle aus dem 19. Jahrhundert stammen und meist Dank sagen für Hilfe bei Viehkrankheiten. In der heutigen Zeit kommen immer mehr Pilger zum Heiligen Antonius nach Zeilhofen, wenn im Juni feierlich sein Namensfest begangen wird. Viele Menschen vertrauen auf seine Hilfe, wenn sie verlorene Gegenstände wiederfinden wollen. Er soll sogar helfen, einen Lebenspartner zu finden.

Die Geschichte Zeilhofens geht aber viel weiter zurück, als die Erbauung der Antoniuskirche. Schon von 864 bis 875 nach Christus ist erstmals Seebach bei Zeilhofen urkundlich erwähnt. Um 926 folgt dann Schmiedham, 1006 Litzlbach und nach 1189 Homating. Gegen 1370 taucht das Adelsgeschlecht der Zeilhofer auf. Sie waren vielfach von den bayerischen Herzögen als Landrichter oder Pfleger eingesetzt. Im Jahre 1466 stifteten die Zeilhofer ein eigenes Benefizium für die Pfarrkirche Oberdorfen, wo sie in der sogenannten Zeilhofer Kapelle ihr eigenes Begräbnis hatten.

Der letzte der Zeilhofer, Tobias von Zeilhofen, erbaute 1625 ein prächtiges Schloss, von dem aber nichts mehr erhalten ist. Die Zeilhofer wurden 1664 von den Guglern, den Erbauern der Antoniuskirche abgelöst. Diese holten 1671 das Benefizium aus der Zeilhofer Kapelle in Oberdorfen in die Antoniuskirche. 1716 verkaufen die Gugler Zeilhofen an den Bischof von Freising. Ab da gehörte es dem Fürstbistum Freising und Bischof Franz Eckher. Noch im Oktober des gleichen Jahres wird die Stiftungsurkunde für ein kleines Franziskanerkloster ausgestellt. Die Franziskaner waren in der ganzen Umgebung seelsorgerisch tätig. 1802 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst und in der Folge abgebrochen. Auch das prächtige Schloss wurde später abgerissen. So ist heute von der früheren Pracht des Schlosses und dem Wirken der Franziskaner nur noch die Antoniuskirche übrig geblieben.

Das Festprogramm

Am Freitag, 17. Juni, findet um 19 Uhr ein Festgottesdienst in der Antoniuskirche statt. Um 20 Uhr folgt ein Festvortrag. Danach eröffnet die Ausstellung im Mairoth-Saal. Am Sonntag, 19. Juni wird um 10 Uhr das Antoniusfest mit Prozession durch das Dorf gefeiert. Am Donnerstag, 22. Juni, findet um 19.30 Uhr in der Antoniuskirche das Singspiel „Bruder Fernando“ vom Schülerchor Oberdorfen unter Leitung von Lydia Ulrich-Riedl statt. Dieses wird am Sonntag, 26. Juni, noch zwei Mal aufgeführt, um 16 und 18 Uhr.

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