Stefan Tremmel konnte seine Firma retten.

Rettung für Dorfener Elektronik-fachmarkt 

Der Heuschneider startet wieder durch

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Es war ein enormer Kraftakt, aber er hat sich gelohnt. Der in finanzielle Schieflage geratene Elektronik-Fachmarkt „Der Heuschneider“ ist gerettet. Alle 24 Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz behalten.

Dorfen – Im vergangenen Herbst war der Elektronik-Fachmarkt „Der Heuschneider“ ins Wanken geraten. Geschäftsführer Stefan Tremmel nannte als Grund unter anderem den gnadenlosen Preiskampf in der Elektronikbranche. Waren im Wert von über 600 000 Euro hatte „Der Heuschneider“ ausgestellt und gelagert – und jedes einzelne Stück musste der Fachhändler vorher bezahlen. Im gnadenlosen Preiskampf hatte Tremmel da mit Internetgrößen der Branche auf Dauer keine Chance.

Der Geschäftsführer reagierte rechtzeitig. Banken, Lieferanten und der Vermieter des Gebäudes stimmten einem Eigenverwaltungsverfahren zu. Unter Aufsicht eines erfahrenen Sanierungsexperten wurde das Unternehmen mittels einer neuen Gesellschaft, der Technikwerker GmbH, restrukturiert „und ist mit dem neuen Konzept zukunftsfähig aufgestellt“, freut sich Tremmel. Durch neue Lieferantenverbindungen habe er die Lagerhaltungskosten reduzieren und die Einkaufskonditionen verbessern können. Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Einkaufsverbund „media@home“ wurde beendet. Tremmel: „Der Heuschneider ist wieder sein eigener Herr.“

Das Warensortiment wurde um Produkte, die nur selten gekauft wurden, ausgedünnt. Im Laden konzentriert Tremmel das Angebot auf Kernsortimente wie Haushaltsgeräte, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Alles andere können die Kunden kurzfristig bestellen. Ausgebaut wurden und werden die Bereiche Service, Werkstatt und Dienstleistungen. Davon profitieren Privatkunden, die etwa beim Einrichten von TV-Geräten oder Überwachungsanlagen Hilfe brauchen. Aber auch das gut laufende Firmenkundengeschäft wird weiter ausgebaut. Zu den Kunden gehören Krankenhäuser, Hotels und der Flughafen, die Tremmel mit Medientechnik und Haushaltsgeräten ausstattet.

Dass Tremmel das „Heuschneider“-Schiff von stürmischer See wieder in ruhiges Gewässer steuern konnte, dafür ist er Banken, dem Gebäudevermieter, aber auch seinem Steuerberatungsbüro Ratajak und der Unternehmensberatung Pluta dankbar. Von allen habe er viel Hilfe und Unterstützung erhalten. Dankbar ist der Tremmel, der auch Vorsitzender des Förderkreis Dorfen ist, aber auch seinen Kunden, die ihm die Treue gehalten haben. „Ich erlebte eine Welle der Solidarität.“ Die Folge: Jeder der 24 Mitarbeiter hat seinen Arbeitsplatz behalten.

Tremmel richtet aber auch einen Appell an die Verbraucher. Bevor jemand im Internet kauft, solle er überlegen, ob das Produkt nicht auch in Dorfen oder Umgebung erhältlich sei. „Wenn die örtlichen Geschäfte nicht mehr da sind, gibt es auch keine Ausbildungsplätze mehr. Und auch kein Sponsoring für Vereine.“

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