Teststation im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Dorfen: Sekretärin Andrea Jodl (l.) und Rektorin Gabriele Schober (r.) machen bei den Schülerinnen und Schülern am Morgen Schnelltests. Praktikantin Aruna Klingner (2. v. l.) wartet mit den Kindern auf das Ergebnis.
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Teststation im Sonderpädagogischen Förderzentrum in Dorfen: Sekretärin Andrea Jodl (l.) und Rektorin Gabriele Schober (r.) machen bei den Schülerinnen und Schülern am Morgen Schnelltests. Praktikantin Aruna Klingner (2. v. l.) wartet mit den Kindern auf das Ergebnis.

Hier greift das Schulpersonal zum Wattestäbchen

Im Dorfener Förderzentrum werden die Schüler von der Rektorin persönlich getestet

  • vonAlexandra Anderka
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Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Dorfen stehen wie in allen Schulen morgens Coronatests auf dem Stundenplan. Aber hier nehmen weder Mediziner noch die Schüler den Abstrich, sondern ihre Lehrer.

Dorfen - In der geräumigen Aula des Sonderpädagogischen Förderzentrums Dorfen tummeln sich morgens an gewöhnlichen Tagen die Schüler und strömen in ihre Klassenzimmer. Dieser Tage sitzen Rektorin Gabriele Schober und Sekretärin Andrea Jodl, eingehüllt in grüne und blaue Schutzkleidung sowie FFP2-Maske vor Mund und Nase, an Tischchen und warten auf ihre Schützlinge, um sie vor Schulbeginn zu testen.

„Das juckt immer so in der Nase“, sagt ein Bub

Zwei Kinder gehen durch, direkt ins Klassenzimmer. „Die Eltern haben angerufen, die beiden haben einen PCR-Test gemacht“, erklärt Lehrerin Vroni Empl. Der Bub vor Jodl ist ein bisschen unsicher: „Das juckt immer so in der Nase“, beklagt sich der Neunjährige. „Ja, ich weiß“, zeigt sie Verständnis, „aber wir haben’s gleich“, lenkt sie ihn ab. Jodl nimmt das Wattestäbchen aus der Nase, taucht es in eine Flüssigkeit, rührt ein paar Mal um und träufelt das Gemisch auf das Teststäbchen. „Es wird rot“, sagt der Neunjährige. „Ja, das ist ein gutes Zeichen, das bedeutet, dass der Test funktioniert hat“, erklärt die Sekretärin, die auch in einer Arztpraxis tätig ist und für diese Sonderaufgabe deshalb besonders geeignet ist.

„Frau Jodl, dieses Mal hat es auch gar nicht mehr so gekitzelt, nur die Augen tränen ein bisschen“, ist der Neunjährige erleichtert. Er setzt sich mit Abstand zu seinen Schulfreunden auf die langen Holzbänke. „Eine Viertelstunde, dann haben wir das Ergebnis“, klärt ihn Jodl auf. Ein anderer springt auf und fragt Schober: „Darf ich schon ins Klassenzimmer, ich will Videokonferenz machen?“ „Fünf Minuten noch“, gibt die Rektorin zurück, vor der schon das nächste Kind sitzt.

Zweimal die Woche werden die Mädchen und Buben getestet

Seit über zwei Wochen werden die Mädchen und Buben zweimal die Woche getestet. Jodl findet es „irre“, wie toll die Kinder mitmachen würden. Rektorin Schober ist von der Teststrategie überzeugt: „Das ist absolut zu begrüßen. Nur so können wir die Schulen offen halten.“ Doch sie sei nicht begeistert gewesen, dass die Schule auch hier wieder in die Pflicht genommen werde. Sie hätte sich gewünscht, dass das Testen von extern übernommen werde.

„Jetzt geht es ja noch, da wir nur Notbetreuung haben. Ich bin mal gespannt, wie wir zurechtkommen, wenn hier wieder Wechselunterricht stattfindet“, zeigt sie sich skeptisch. „Wir können das unseren Kindern nicht selbst überlassen.“ Wenn beispielsweise eine Flüssigkeit umgeschüttet würde, sei das ein zu großer Unsicherheitsfaktor bezüglich Infektion.

Bislang wurde kein Kind positiv getestet

Schober wäre dafür, dass die Eltern ihre Kinder selbst zuhause testen – nicht wegen einer eventuellen Ausgrenzung bei einem positiven Fall. „Da sehe ich kein Problem. Es müssen ja immer wieder mal Kinder ins Krankenzimmer.“ Sie findet, die Testung kommt in der Schule zu spät: „Sie sitzen ja vorher schon zusammen im Bus.“

Die meisten Kinder dürfen nun in ihre Klassenzimmer, alle sind negativ. Bislang wurde kein Kind positiv getestet. Auf die Frage, ob die Schülerinnen und Schüler Angst vor dem Testergebnis hätten, antworten die sechs Befragten im Alter von acht bis elf Jahren alle mit „Nein“. Manche seien halt ein bisschen gespannt. „Aber wir haben uns schon dran gewöhnt“, sagt ein Neunjähriger.

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