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Erstmals gemeinsam Auf der Bühne: Julian Wittmann (l.) und Flo Mayr.

E 3-Comedy-Keller

„Highway to hell“ – „Frei werd da Schädl“

Erfolg für den ersten E 3-Comedy-Keller in Dorfen. Vier unterschiedliche Künstler und ein frisches Modera toren-Duo haben die vielen Zuschauer im Eiskeller bestens unterhalten.

Von Markus Ostermaier

Dorfen – Etwas für die regionale Kulturszene tun – das war der Hauptgedanke hinter Julian Wittmanns Idee, in Dorfen eine Mixed Show ins Leben zu rufen. Der 23-jährige Musikkabarettist aus Lengdorf kümmert sich eigenständig um die komplette Organisation seiner neuen Veranstaltungsreihe. Das Konzept: Vier unterschiedliche Künstler stehen für etwa 20 Minuten auf der Bühne und präsentieren Ausschnitte aus ihren Repertoires. Vergangene Woche war es nun soweit und die Premiere des E 3-Comedy- Keller fand statt. Der Dorfener Eiskeller war mit 100 Gästen gut gefüllt. Wittmann selbst übernahm bei der Mixed Show gemeinsam mit dem befreundeten Musiker Flo Mayr (25) die Moderation. Die beiden jungen Männer aus Lengdorf standen bis dahin noch nie gemeinsam auf der Bühne, aber ergänzten sich bei ihren meistens musikalischen Ankündigungen stimmlich gut.

Viel zu lachen gab es für die Besucher des Kabarettabends im E3-Eiskeller.

Sie begannen den Abend mit einem flotten Cover von „Highway to hell“, das in ihrer Version den Namen „Frei werd da Schädl, mim lacha geht des schnell“ trug. Einen starken ersten Auftritt lieferte Martin Frank ab, der laut Wittmanns Ankündigung aus dem „Nahen Osten“ – also einem Bauernhof bei Passau – kommt. Der 24-Jährige hatte sehr schnell das Publikum auf seiner Seite. Er lebt mittlerweile in München und geht auf die Schauspielschule mit Schwerpunkt Operngesang. „Mein Papa soll das aber nicht wissen – er denkt, ich bin beim Bauernverband.“ In München fühlt sich Frank aber noch nicht angekommen. Als er am ersten Tag die U-Bahn mit einem lauten „Grüß Gott“ betrat, dachten alle Mitfahrer, er sei ein Fahrkartenkontrolleur. Wenn sich bei der Bahn beim Einsteigen Jemand vordrängelt, denkt Frank einfach an Omas alte Bauernregel: „Erst kommt das Rindvieh, dann du.“ Einem Münchner Bettler gab der Niederbayer Tipps, wie dieser erfolgreicher sein könnte. „Ich kenn mich nämlich aus in der Bettelbranche, ich war acht Jahre lang Sternsinger.“ Was viele anfangs für einen Scherz hielten, überzeugte und begeisterte Frank am Ende bei der Abschiedshymne für ein verstorbenes Huhn doch noch mit echtem Operngesang. Das Publikum hätte den jungen Mann gerne noch länger gesehen. Schon am kommenden Freitag, 10. März, ist Frank aber erneut in Dorfen für einen Auftritt beim Jakobmayer.

Auch eine weibliche Landkreisbürgerin stand beim Comedy-Keller auf der Bühne. In eine ganz andere Richtung lenkte Liedermacherin Helga Brenninger aus Schwindkirchen die Veranstaltung. Der einzige weibliche Auftritt des Abends hob sich mit selbst geschrieben, bayerischen Liedern mit Gitarren-Begleitung von ihren Kollegen ab. Mit ihrer warmen Stimme gab Brenninger Nummern ihrer letzten CD wie „Mitten im Lebn“ oder „I woas ned wos i wui“ zum Besten.

Viele Lacher erntete anschließend Puppenspieler Joe Heinrich, der anfangs wild fuchtelnd mit unverständlichen, nuschelndem Bayerisch amüsierte. Erst danach kam er als Bauchredner Hirsal zum Einsatz und zückte aus einer Fressnapf-Tüte seinen Wolpertinger, der in einer „Münchner Bückdichbar“ immer als Transvestie-Künstler Rihanna im Latex-Dirndl auftrete.

Den krönenden Abschluss lieferte am Ende ein echter Profi, der schon seit 25 Jahren auf der Bühne steht. Michi Dietmayr, vielen bekannt als Mitglied der „3 Männer nur mit Gitarre“, gab Wittmann im vornherein auch einige Tipps zur Organisation der Mixed Show. Als Erstes präsentierte Dietmayr sein bekanntes „Liebeslied in Ost-Dur“. Der Mann mit seiner tiefen, oftmals lauten und scheppernden Stimme gab zu: „Ich schwitze schon jetzt wie Lukas Podolski beim Buchstabier-Wettbewerb.“ Auch die danach folgenden Comedy-Lieder über die Pubertät oder Wiesn-Songs für eine Kinder-Weihnachts-CD sorgten für riesiges Gelächter.

Die Zugabe übernahm schließlich der Organisator selbst. Wittmann war am Ende der Premiere hochzufrieden mit seinem ersten Comedy-Abend. Wie er schon in seiner musikalischen Begrüßung erwähnte, gibt es „noch mindestens zwei Termine“. Der nächste E 3-Comedy-Keller findet am 4. Mai statt.

Bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltungsreihe auch danach noch weitergeführt wird.

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