Nikolaistiftung

Hilfe für Menschen im sozialen Abseits

Seit über 600 Jahren unterstützt die Nikolaistiftung Dorfen in Not geratene Bürger im Gemeindebereich. Die mildtätige Einrichtung ist so etwas wie eine soziale Brandschutzanlage in der Isenstadt.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Die Nikolaistiftung, eine Stiftung des bürgerlichen Rechts, ist ein wichtiger Baustein im sozialen Netzwerk Dorfens. Das wurde einmal mehr bei der Haushaltsberatung im Stadtrat deutlich. Laut Satzung unterstützt die Stiftung „überwiegend, bedürftige, alte und kranke Bürger der Stadt, die Niklbrüder, ein zwölfköpfiges Gremium der Stiftung, und die Tafel Dorfen“, berichtete Stiftungssekretärin Theresa Petrik. Die Stiftung ist schuldenfrei und es wurde im vom Stadtrat einstimmig beschlossenen Haushalt auch keine Verschuldung vorgesehen.

Die Stiftung ist kerngesund und ruht auf einem beträchtlichen Finanzstock. „Zur Bewältigung ihrer Aufgaben mussten wir auch in den vergangenen Jahren keine Kassenkredite aufnehmen“, sagte Petrik. Sie erläuterte die wirtschaftliche Lage der Nikolaistiftung im Rahmen der Haushaltsberatung. Bilanzvermögen und Eigenkapital liegen bei deutlich über vier Millionen Euro. Die liquiden Mittel erhöhen sich bei einem veranschlagten Finanzmittelüberschuss von gut 3000 Euro auf knapp 530 000 Euro. Für den Stifterzweck werden 53 300 Euro eingeplant. Das Geld fließt unter anderem in die jährlich gewährte Weihnachtsbeihilfe. Das waren 2016 für rund 150 bedürftige Personen je 150 Euro.

Die Stiftung ist auch Träger der Tafel Dorfen, unterstützt das städtische Marienstift und gewährt Hausausgabenbetreuung im Dorfener Zentrum für Integration und Familie. Auf Antrag gibt es Gutscheine für Schulmaterial oder es werden Schwimmbadeintritte für bedürftige Kinder aus sozialschwachen Familien bezahlt, und es wird die Nikolausfeier für Kinder von Asylbewerbern unterstützt.

Das Grundstücks- und Gebäudemanagement erwirtschaftet rund 46 000 Euro, sagte Petrik. Grundstücksgeschäfte seien heuer aber nicht geplant. Die Nikolaistiftung hat Baugrundstücke im Erbpachtrecht vergeben und ist im sozialen Wohnungsbau in Dorfen tätig. Das Projekt Stiftlring in Kloster Moosen-Siedlung sei weiter in Vorbereitung. Die Stiftung habe ab Herbst 2017 mit Erbpachteinnahmen durch das entsprechende Grundstück geplant. Darauf steht aber noch das alte Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Hausmehring, das abgesiedelt werden soll. Der Stiftung entgehen dadurch Erbpachtzinsen, die die Stadt ersetzt, sagte Petrik.

Das größte Stiftungskapital ist trotz Grundstücks- und Immobilen-Werten der Nikolai-Wald, der aufgrund der Größe auch eine Eigenjagd ist. Die Holzwirtschaft wird durch den langjährigen Pächter, die Stadtwerke Dorfen GmbH, betrieben. Wegen Sturmschäden und Borkenkäferbefall waren 2017 die Erträge aus der Waldwirtschaft nicht so gut (rund 9200 Euro). Heuer soll etwas mehr Holz eingeschlagen und wieder mehr Erlöse erzielt werden. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) meinte zufrieden, dass durch die Erträge der mildtätige Stifterzweck wieder erfüllt werden könne. Die Geldmittel aus der Nikolaistiftung „werden sinnvoll an die Bürger verteilt“.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / belchonock / belchonock

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