Bieten Hilfe an: Ingrid Böhringer (l.) und Reni Warkalla. prä

Ehrenamtlichen Beraterkreis Dorfen

Hilfe bei Suchtproblemen und Unterstützung von Frauen

Dorfen – Mit dem „Ehrenamtlichen Beraterkreis Dorfen“ gibt es eine neue Einrichtung, die sich sozial engagiert. Die Initiative hilft bei Suchtproblemen und Frauen bei der beruflichen Weiterentwicklung.

Vor einem halben Jahr hat der Ehrenamtliche Beraterkreis Dorfen (EBK) im sozialen Netzwerk der Stadt seine Arbeit aufgenommen. Dahinter stehen Ingrid Böhringer , Reni Warkalla und Heinz Eder. Jetzt berichteten die Beraterinnen im Gespräch mit der Heimatzeitung über erste Erfahrungen ihrer Arbeit. Der Ehrenamtliche Beraterkreis Dorfen ist ein Angebot im Bereich Suchtprävention, berufliche Beratung und Unterstützung für Frauen im beruflichen und persönlichen Weiterkommen, erklärten die beiden Initiatorinnen. Böhringer kümmert sich um berufsorientierte Beratung und Monitoring (Personalentwicklung – Ratgeber) für Frauen, während Warkalla über Möglichkeiten berate, aus einer Sucht zu kommen. Eders Aufgabe ist hauptsächlich Aufklärung zu Suchtgefahren vor Ort zu geben, etwa bei Vereinen oder in Schulen.

Warkalla sieht sich „als Wegweiser, als ersten Schritt“, für Suchtbetroffene vor einer Therapie, denn die meisten scheuten den Weg zu den Fachleuten. Der Beraterkreis sei vor allem auch für Angehörige als Anlaufstelle gedacht. Warkalla kennt als Krankenschwester und 13 Jahren Arbeit in einer psychiatrischen Klinik alle Seiten der Sucht. Bislang betreut sie zwei Fälle. Aktuell sei es ihr gelungen, einen Suchtkranken dazu zu bewegen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Weiter betreut Warkalla ein Pärchen mit Nikotinsucht, deren Partnerschaft gefährdet sei. Rauchen sei „eine der stärksten Abhängigkeiten die es gibt und am schnellsten süchtig macht“, warnt Warkalla . Wichtig sei erst „aufklären, den Druck raus nehmen und Ruhe reinbringen“. Ratschläge, wie „du musst“, nützten nichts, der Süchtige stelle sich sofort quer. In Gesprächen gehe es darum, zu überzeugen, sich professioneller Hilfe anzuvertrauen.

Böhringer war die letzten 15 Jahre ihres Berufsleben bei einem großen Wirtschaftsunternehmen in München als Personalreferentin in der Chefetage tätig. Ihre berufsorientierte Beratung im Dorfener Zentrum für Integration und Familie ( DZIF ) „ist richtig schön angelaufen“, freut sich die Beraterin. Dort betreut sie fünf Migrantinnen. Dabei gehe es darum, für diese etwas zu finden, was ihren Stärken und Wünsche entspricht, aufbauend auf dem, was sie im Herkunftsland schon gemacht haben. Die Frauen sollen erkennen, dass sie auf sich gestellt seien und Eigeninitiative entwickeln müssten. Inzwischen hat sie noch einen Gesprächskreis gegründet, denn die Sprache sei entscheidend im Alltag und Beruf. Rückhalt im Umfeld sei sehr wichtig, so Böhringer , was nicht überall der Fall sei. Eine junge Afghanin etwa wolle Kinderpflegerin werden. Als junge Frau, mit schlimmen Erlebnissen im Gepäck und einem kleinen Kind, sich auch um Ausbildung und Beruf zu kümmern „ist Höchstleitung“. Böhringer gibt Unterstützung über den ganzen Prozess der Berufsfindung und den Einstieg in den Beruf. Die Szene der Berufsorientierung für deutsche Frauen sei überschaubar, „die Resonanz bisher eher Null“, bedauert Böhringer . Der Gedanke als Frau einigermaßen unabhängig zu sein, was Eigenes zu haben, die persönliche Weiterentwicklung, das bringe sehr viel. Mit Monitoring könnten Frauen ganze andere Stärken entwickeln, etwa im Berufseinstieg nach einer Erziehungspause. Da sei es gut, wenn man jemand habe „der anschiebt“. „Da habe ich den Einstieg noch nicht gefunden. Schade“.

Der EBK hat im Wasserzweckverbandsgebäude ein Büro, wo Gespräche und Beratung ungestört stattfinden können. Terminvereinbarungen sind telefonisch möglich unter (01 51) 53 32 02 83 (Suchtproblematik, Prävention) oder (01 51) 53 34 13 63 (Berufsorientierte Beratung und für Frauen).

Hermann Weingartner

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