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Unberührte Natur: Das Wiesenbrüter- Schutzgebiet zwischen Dorfen und Wasentegernbach bietet seltenen Tieren Schutz. Die blaue Fläche ist Bestand, die gelbe kommt neu hinzu.

vergrössertes Wiesenbrüter-Schutzgebiet

Hunde müssen vier Monate an die Leine

Da eine Erweiterung des Wiesenbrüter-Schutzgebiets „Isental“ künftig fast an Wohnsiedlungen grenzt, sind Konflikte zwischen Naturschutz und Freizeitverhalten vorprogrammiert. Ab 2018 müssen Hunde in der Brutzeit an die Leine.

Von Hermann Weingartner

Dorfen – Der Umweltausschuss des Dorfener Stadtrats hatte auf Grundlage einer naturschutzfachlichen Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt im Juni 2016 beschlossen, eine Erweiterung des Wiesenbrüterschutzgebiets im Isental zwischen Dorfen und Wasentegernbach zu beantragen (wir berichteten). Damit sollen seltene Arten wie der Kiebitz oder auch Niederwild zumindest während der Brutzeit Ruhe haben. Die rechtliche Umsetzung soll jetzt erfolgen.

Auf den Beschluss regte sich Unmut, vor allem wegen Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten. Auch der Ärger bei Hundebesitzern war groß, was mit 84 Unterschriften bekräftigt wurde. Hunde müssen auch weiter frei laufen können und Zugang zur Isen haben, so eine Forderung.

Wo Hunde frei laufen dürfen, diskutierten (v. l.) Revierjäger Daniel Bauer, Bürgermeister Heinz Grundner, Nadja Henne, Elli Rode und vom Umweltamt Anita Herbst.

Die Heimatzeitung hat sich mit Bürgermeister Heinz Grundner, Anita Herbst vom Umweltamt, den Initiatorinnen der Unterschriftenaktion, Nadja Henne und Elli Rode, sowie Revierjäger Daniel Bauer vor Ort zu einem Austausch getroffen. Schnell war eine kontroverse Diskussion im Gange. „Immer wird nur auf die Hundebesitzer losgegangen“, ärgerten sich Henne und Rode. Sie verwiesen darauf, dass auf großen Teilen der Erweiterungsfläche des Schutzgebietes intensive Landwirtschaft betrieben werde. Da könnten weder Vogelnester bestehen noch Jungtiere überleben. Eingeräumt wurde, dass es auch „schwarze Schafe“ unter Hundehaltern gebe, dafür aber nicht alle bestraft werden könnten. Für den Artenschutz habe man Verständnis, aber es müsse Flächen geben, wo Hunde auch laufen können, betonten Henne und Rode.

Die Stadt sei bemüht, „für alle Beteiligen eine vernünftige Lösung zu finden“, erklärte Grundner. Im gesamten Schutzgebiet könne man weiter jederzeit auf den Wegen gehen. Eine genaue Beschilderung mit Verhaltenshinweisen werde noch eingerichtet. Die Naturschutzwacht überprüfe die Einhaltung, bei Zuwiderhandlungen drohe ein Bußgeld. Zur Anleinpflicht sagte der Stadtchef: „Wir sprechen da von vier Monaten zwischen 15. März und 15. Juli.“

Jede Störung für die Tiere „totaler Stress“

Aufgrund der Unterschriften habe man einen Trampelpfad unterhalb der Kläranlage wieder aus der Erweiterung genommen und dafür eine wichtige Seige „geopfert“. Und auch der Zugang für Hunde zum Wasser sei ermöglicht worden. Keinen Leinenzwang gebe es etwa im Westen der Stadt.

Der Wunsch, die Wiesenflächen östlich des Wohlsager-Anwesens als Freilauffläche aus dem Schutzgebiet zu nehmen, werde nicht berücksichtigt. Herbst sagte gestern unserer Zeitung, das sei vom Landratsamt aus naturschutzfachlichen Gründen abgelehnt worden. Revierjäger Bauer erklärte, jede Störung, besonders in der Brutzeit, sei für die Tiere „totaler Stress“. In dieser Zeit sei besonders wichtig, dass Hunde an der Leine gehen.

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