Wieder Probleme bei Stammstrecke Richtung Osten: Züge fallen aus

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Mit Humor begegnet die Band Hundling den Unwägbarkeiten des L ebens – hier im Jakobmayersaal.  

Hundling im Jakobmayer

Glücksrezept: Humor und Zufriedenheit

Dorfen – Es war nicht der erste Auftritt in Dorfen, aber zweifellos der erfolgreichere.

Schon einmal spielte Hundling in der Isenstadt, auf dem Volksfest. Doch der Liedermacher und das Publikum des Seniorennachmittags fanden damals nicht recht zueinander, wie sich Phil Höcketstaller lachend erinnert.

Im Jakobmayersaal traf er auf ein dankbareres Publikum, das ihn und seine Combo auch – ohne groß animiert werden zu müssen – rhythmisch und gesanglich unterstützte. Das musikalische Gepäck der Tour durch Bayern besteht nicht nur aus dem mehrfach ausgezeichneten Debütalbum „ Ois Chicago“. Auch in das im Mai erscheinende Album „Gestern oder im 3. Stock“ gab Hundling mehrfach akustischen Einblick. Kritisch, heimatverbunden, romantisch, philosophisch sind die Texte von Höcketstaller. Zugunsten der Unterhaltung bleibt die Ernsthaftigkeit auch gerne mal auf der Strecke, beispielsweise wenn der kriegsverweigernde Ritter Dando sich auf seine Burg zurückzieht, Reggae hört und „Zigarren“ raucht.

Wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft. Ob über die vergeblichen Mühen eines Langzeitstudenten („Probiert hod a‘s“) oder über die Monotonie eines Bürojobs, wenn an den Traum, Eisenbahnführer zu werden, nur noch die ziellosen Kreisbahnen einer Modelleisenbahn erinnern.

Dem Versagen stellt Hundling in anderen Liedern das Glück des Einfachen und auch des zufriedenen Alleinseins entgegen. In „S‘Kracherl“ singt er „zfrieden lieg i do, […] i dös dahi , de Zeit de bleibt steh, es kannt so ewig weida geh“. Ein ähnliches Glücksrezept bietet „Nix wia nix“: „... und nix mehr dazua, i wui ned mehr, i mog bloß mei Ruah “. Doch das Gesamtkonzept Hundling begegnet den Unwägbarkeiten des Lebens mit Humor. Höcketstaller amüsiert sich über teure Heilwasser oder über das schwierige Verhältnis zu seinem überambitionierten Hausmeister. Obwohl bei der Produktion von „Ois Chicago“ viele Musiker beteiligt waren, tourt Hundling mit einer kleinen, aber äußerst professionellen Band.

Den Takt in der Band, gibt die einzige Frau an. Steffi Sachsenmeier treibt an, egal ob Blues, Rock Reggae oder jazzige Rhythmen. Mit ihr bildet Christian Klos, den Höcketstaller aus der Jazzszene holte, das musikalische Fundament des zweistündigen Auftritts. Vollblutmusiker und Klavierlehrer Sebastian Osthold bricht regelmäßig aus seiner begleitenden Funktion aus und garniert Hundlings Lieder mit virtuosen Keyboardsoli.

Nach zahlreichen lautstark geforderten Zugaben verabschiedete sich Höcketstaller mit der träumerischen Ballade „Weißer Mond“ und entließ das Publikum passenderweise in eine klare Vollmondnacht. A Hundling is a scho ...

Fabian Holzner

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