Musik in Bistro-Atmosphäre: Die Gäste genossen das Konzert an Tischchen, zu denen sie zuvor einzeln gebracht worden waren. 
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Musik in Bistro-Atmosphäre: Die Gäste genossen das Konzert an Tischchen, zu denen sie zuvor einzeln gebracht worden waren. 

Konzert

i CantAutori im Jokabmayer in Dorfen: Balsam für die Seele

Endlich wieder Live-Musik: Mit einem Konzert feiern i CantAutori gemeinsam mit den 70 Besuchern die Wiedereröffnung im Jakobmayer in Dorfen nach der viermonatigen Zwangspause. 

Dorfen– Für die kulturell unterzuckerten Dorfener war die erste Veranstaltung im Jakobmayer nach der viermonatigen Schließung ein Muss: Endlich wieder Live-Musik, denn kein Video-Stream kann dieses Erlebnis ersetzen. Alle Beteiligten waren bester Stimmung. Jakobmayer-Chefin Birgitt Binder und ihr Team empfingen freudestrahlend die Gäste und führten sie zu ihren Plätzen. Abgesehen von der Mund-Nasen-Maske hatte das beinahe etwas Vornehmes.

100 Besucher sind im Jakobmayer-Saal im Augenblick erlaubt, rund 70 waren am Freitag gekommen. Und denen wurde es richtig schön gemacht: Sie saßen zu zweit oder zu viert an runden Bistrotischen, die mit einem kleinen Jasmin- oder Rosen-Sträußchen geschmückt waren. Zudem konnten die Gäste vor dem Konzert Getränke ordern. Binder ließ ihr Team nicht mit herkömmlichen Masken servieren, die Damen trugen Visiere, verziert mit bunten Glitzersteinen.

Das Programm hätte besser nicht ausgewählt werden können: Das Trio i CantAutori nahm das Publikum mit auf eine italienische Reise, in das Sehnsuchtsland so vieler. Eine Reise durch die Klänge des Südens, durch die Geschichten der großen Liedermacher.

In Genua trafen die Zuhörer auf die poetischen Texte von Fabrizio De André, in Bologna auf die bekannten Melodien des großen Lucio Dalla, die zum Schunkeln und und Mitsummen einluden – „das müsste ja Corona-konform sein“, meinte Gitarrist Richie Necker schmunzelnd. In Mailand begegneten die drei Musiker den raffinierten Harmonien von Fabio Concato. In Rom Francesco De Gregori, in Neapel Pino Daniele. Neben weiteren bekannten Liedern von Zucchero und Paolo Conte stellte das Trio aber auch eine Eigenkomposition vor, die Sänger und Pianist Rocky Verardo aus Apulien komponiert hatte. Verardo ist in der Lage, seine klangvolle Stimme so zu modulieren, dass sie dem jeweiligen Liedermacher stets gerecht wurde und sofort einen Wiedererkennungswert schuf. Aber Verardo kann nicht nur gut singen und komponieren, er ist auch ein ausgezeichneter Entertainer, der mit Späßen, vorwiegend über seinen beiden Musiker-Kollegen, das Publikum zum Lachen brachte.

Hinter seinen Percussions verstecken braucht sich keinesfalls Andrea Paoletti. Mit Freude am Spiel und Experimentieren erzeugte er stets den passenden Klangteppich. Bei seinen beiden Soli bewies er dem Publikum bei voller Konzentration, dass er ein Profi ist.

In astreinem Deutsch unterhielt sich Gitarrist und Sänger Richie Necker mit den Gästen. Der gebürtige Oberpfälzer mit italienischen Wurzeln ist Mitbegründer der Band I Dolci Signori und ebenfalls Vollblutmusiker. Das betonte er auch mehrmals während des Konzerts: „Wir haben danach gelechzt, wieder auftreten zu dürfen.“ Er bedankte sich bei Binder. „Vielen Dank, dass Ihr dieses Wagnis eingeht, das ist nicht selbstverständlich. Viele Veranstalter scheuen die hohen Auflagen.“

Binder habe sehr gerne wiederaufgemacht, denn sie habe auch ein Zeichen setzen wollen, sagte sie der Heimatzeitung. Sie habe jedoch auch Verständnis für alle privatwirtschaftlichen Veranstalter, denn Geschäft könne man bei diesen Rahmenbedingungen keines machen.

Eigentlich wäre der italienische Abend laut der Jakobmayer-Chefin als Alternative für Frauen während der WM vorgesehen gewesen. Bekanntlich kam ja nun alles anders, und es wurde eine romantische „Viaggio in Italia“ (Reise durch Italien) – so der Titel des Programms – für Paare und Freunde in das von vielen vermisste Bella Italia.

Das Publikum genoss den Abend sichtlich und hörbar, denn es spendete dem Trio nach über zwei Stunden ohne Pause tosenden Applaus für den lang ersehnten Balsam für die Seele.

(Alexandra Anderka)

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