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Prozession in die Innenstadt: Betend zogen die Gläubigen über die Stepfen den Ruprechtsberg herab. 

Karfreitagsprozession in Dorfen

Im Gedenken an das Leiden Christi

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Am Morgen haben hunderte Gläubige bei einer Prozession mit Pater Januz Gadek in Dorfen dem Kreuzestod von Jesus Christus gedacht.

Dorfen– Der Karfreitag ist mit dem Osterfest für die Christen einer der höchsten Feiertage. An ihm erinnert die Kirche an den Kreuzestod Jesu Christi in Erwartung seiner Auferstehung. Über die Stepfen den Ruprechtsberg herab beteten die Gläubigen entlang der Kreuzwegstationen und zogen dann in die Innenstadt. Die letzte Station führte zur Mariensäule am Marienplatz.

Seit gestern Abend halten Mitglieder der Marianischen Männerkongregation am Heiligen Grab im Gebeinhaus unter der Schulterwundenkapelle an der Pfarrkirche Maria Dorfen eine Gebetswache. Diese dauert bis in die Osternacht. Im Gebeinhaus ist eine lebensgroße Christusfigur aufgebart, an dessen Kopf zwei Engel für den sterbenden Heiland beten. Dahinter liegen zwei Totenschädel, die den Betrachter unweigerlich an die irdische Vergänglichkeit erinnern. Die Karwoche endet am heutigen Karsamstag, er ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit. Am morgigen Osternsonntag feiern die Menschen die Auferstehung Jesu Christi. Ostern ist das älteste und höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-Fest. Das deutsche Wort „Ostern“ leitet sich vom indogermanischen Wort für „Morgenröte“ ab. Die Osterzeit endet 50 Tage später mit Pfingsten.

Früher wurde in Dorfen die Todesangst Christi lebendig dargestellt. Pfarrer Georg Eberle hielt 1659 die erste Karfreitagsprozession ab, hat Heimatforscher Pfarrer Josef Gammel (1901 - 1951) dokumentiert. Später zogen Bürger als Büßer in blauen Kutten durch den Markt, die sich öffentlich mit Geißeln schlugen. Die Geißeln waren oft auch mit Stecknadeln besetzt. Ab 1678 wurde dann bei der Marktkirche eine Bühne errichtet, auf der die Leidensgeschichte des Heilands nachgespielt wurde. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Selbstgeißelung beendet, dafür wurde die Prozession ein religiöses Schauspiel, an dem ein großer Teil der Bürger beteiligt war. Nachzulesen ist das alles in dem von Albrecht A. Gribl herausgegeben Buch „Dorfener Land in Geschichtsbildern“.

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