Wunderpflanze: Eine SilphieBlüte aus einem Versuchsanbau in Oberseebach.

Silphie-Anbau

Imker suchen Verbrüderung mit Bauern

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Kleine „Sonnenblumen“ sollen Bienen das Überleben sichern. Es geht um die in Nordamerika beheimatete Pflanzenart Silphie. Der Bienenzuchtverein Dorfen sucht einen Landwirt, der den Korbblüter als Maisersatz anbaut. Die Imker wollen dafür Geld zahlen.

Dorfen – „Mutiger Landwirt gesucht – Bienenzuchtverein Dorfen bietet Anschubfinanzierung für Silphie“ wirbt der Bienenzuchtverein Dorfen. Damit wollen die Imker „die teils verhärteten Fronten zwischen Landwirten und Imkern aufbrechen“. Und das hält Imkermeister Herbert Schwarzer vom Bienenzuchtverein für dringend notwendig. Denn die Imker im Landkreis Erding hätten mit der Vermaisung der Landschaft sehr zur kämpfen. Es fehle sowohl der Honigbiene als auch Wildbienen durch die ausgeräumte Landschaft im Sommer die Nahrungsgrundlage.

Daher wollen die Dorfener Imker laut Schwarzer „einen Schritt auf die Landwirtschaft zugehen“ und suchen einen Bauern im Gemeindebereich Dorfen als Partner. Er bekommt vom Verein eine Anschubfinanzierung von 300 Euro für den Anbau eines Hektars Silphie. Schwarzer: „Mais ist die Lieblingspflanze vieler Landwirte, die sich der Biogaserzeugung verschrieben haben. Mais hat einige Vorteile, unter anderem ist der Biogasertrag recht hoch. Er hat aber auch Nachteile: Mais braucht einiges an Dünger und Pflanzenschutzmittel, er führt zu Bodenerosion und lockt Wildschweine an. Andererseits finden Insekten in Maisfeldern keinen Pollen und Nektar.“

Doch zum Mais gibt eine alternative Energiepflanze, die sogenannte „Durchwachsene Silphie”, ein aus Nordamerika stammender Korbblütler. Sie erscheint wie eine kleine Sonnenblume. Die Silphie biete Landwirten laut Schwarzer viele Vorteile. „Sie zeigt so gut wie keine Bodenerosion. Die Silphie ist eine Dauerkultur. Sie wird einmal angelegt, danach findet auf Jahre hinaus keine Bodenbearbeitung mehr statt. Sie lockt keine Wildschweine an, was Schäden vermeidet, und braucht außerdem viel weniger Dünger als Mais und ab dem zweiten Jahr keine Pflanzenschutzmittel.“ Nur im ersten Jahr könnten nennenswerte Mengen an Beikräutern hochkommen, danach unterdrücke die Silphie alles durch dichten Bewuchs.

Schwarzer verweist auch auf eigene Erfahrungen der Imker. Einige Vereinsmitglieder hätten die Pflanze bereits seit fünf Jahren und sie treibe jedes Jahr wieder aus. Die Nutzungsdauer betrage mindestens 15 Jahre. Für Insekten sei die Silphie deshalb so wertvoll, weil sie von Juli bis Mitte September blühe, in einer Zeit wo sonst außer dem Springkraut nur wenig Nektar- und Pollenangebot bestehe. Für Biogasunternehmer biete diese Pflanze die Möglichkeit, echtes Biogas statt Agrargas aus Mais zu erzeugen. Die Silphie solle im Januar 2018 für Greening anerkannt werden, ein weiterer Pluspunkt dieser Pflanze. Auch als Futterpflanze in der Silage sei die Silphie bis zu einem Anteil von fünf Prozent möglich.

Bis zum 19. Januar 2018 können sich Landwirte beim Bienenzuchtverein unter der E-Mailadresse silphie@imker-dorfen.de bewerben. Zu den Voraussetzungen zählt, dass die Pflanze mindestens fünf Jahre auf dem Grund stehen bleibt und auf das Ausbringen von Pestiziden ab dem zweiten Jahr verzichtet wird. Die Förderung findet im Rahmen der gemeinnützigen Aktion „Dorfen blüht“ statt. Der Betrag für diese und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und Co. soll durch die Teilnahme der Imker auf dem Dorfener Christkindlmarkt erwirtschaftet werden.

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