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Dorfener Marienstift immer noch coronafrei

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Mit Weitsicht und Konsequenz führt Marion Prey das Dorfener Marienstift. Sie hofft, dass sie das Seniorenzentrum auch gut durch die vierte Welle bringt.
Mit Weitsicht und Konsequenz führt Marion Prey das Dorfener Marienstift. Sie hofft, dass sie das Seniorenzentrum auch gut durch die vierte Welle bringt. © Michaele Heske

Mit vielen Maßnahmen gelingt es dem Dorfener Marienstift bisher, das Corona-Virus aus dem Seniorenheim herauszuhalten.

Dorfen – „Immer einen Schritt früher dran.“ So beschreibt Marion Prey, Leiterin des Marienstifts in Dorfen, ihre Corona-Strategie. Das städtische Seniorenzentrum kam bisher gut durch die Pandemie. Kein Bewohner hat sich bislang mit dem Virus infiziert. Das soll auch so bleiben: 90 Prozent aller Bewohner sind mittlerweile geboostert, auch die meisten Senioren in der Tagespflege haben ihre Auffrischungsimpfung bereits bekommen. Von den Mitarbeitern seien immerhin 90 Prozent geimpft, so Prey.

„Es ist sehr, sehr anstrengend“, beschreibt sie den Alltag. „Es wäre schön, endlich mal wieder ohne FFP2-Maske zu arbeiten.“ Das Team müsse den Mund-Nasen-Schutz den ganzen Tag im Haus tragen. Und auch für die Heimbewohner hätte sie sich gewünscht, dass die Advents- und Weihnachtszeit wieder so wäre wie vor der Krise. Doch die vierte Welle rollt mit aller Wucht heran – und wieder hat die Heimleiterin sofort reagiert: „Seit 2. November müssen sich alle Besucher im benachbarten Testzentrum testen lassen, bevor sie ins Haus dürfen.“

Nicht alle Alten- und Pflegeheime im Landkreis sind so fix wie das Marienstift, in einigen mache sich Corona schon wieder breit, berichtet das Landratsamt. „Das kann ganz schnell gehen“, erklärt Freyja Brönnle, Pflegedienstleiterin im Marienstift. Schließlich handele es sich bei den Senioren um eine vulnerable Gruppe. „Die Bewohner haben meist mehrere Grunderkrankungen. Da ist die Ansteckungsgefahr sehr groß, gerade bei einem hochinfektiösen Virus.“ Brönnle lobt die Weitsicht ihrer Chefin: „Die Marion Prey ist schon hinterher, das Risiko zu minimieren.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. „Das Marienstift ist coronafrei geblieben“, berichtet die Leiterin.

Egal, ob FFP2-Maske, die erst Mitte Januar 2021 zur Pflicht wurde, aber hausintern schon Mitte November Usus war, oder die Schließung des Hauses eine Woche früher, bevor alle Altenheime zugesperrt wurden: „Ich glaube, wir sind immer einen Schritt früher dran“, sagt Prey. Das Marienstift war auch das erste Seniorenzentrum im Landkreis, zu dem das mobile BRK-Impfteam kam.

Die Heimleiterin ist zudem überzeugt von der Teststrategie im Haus. Geimpfte Mitarbeiter müssen sich zweimal pro Woche testen lassen, ungeimpfte täglich. „Einen der beiden Mitarbeiter, die sich seit Beginn der Pandemie infiziert hatten, haben wir per Schnelltest rausgezogen“, berichtet Prey. Das beweise für sie, dass das die richtige Vorsichtsmaßnahme sei.

„Angst habe ich keine vor dem Virus, aber großen Respekt“, sagt sie – und hofft, auch die vierte Welle erfolgreich abzuwehren. Denn für die Bewohner wäre es schlimm, wenn das Haus geschlossen werden würde. „Kontakt mit Angehörigen ist total wichtig, mit den Besuchern auch mal in den Garten zu gehen und die Kinder und Enkel sehen“, weiß sie. Und wenn der Worst Case dennoch eintritt? „Dann springt das Personal ein. Alle Mitarbeiter haben eine persönliche Beziehung zu unseren Bewohnern, bei uns leben die Leute, da wächst man zusammen.“

MICHAELE HESKE

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