Schon wieder zu: Leibners Lebensmittelmarkt war nur ein Vierteljahr geöffnet. Foto: Weingartner

Leibners Lebensmittelmarkt

Insolvenz nach nur drei Monaten

Dorfen - Nach nur einem Vierteljahr ist auch schon wieder Schluss: Leibners Lebensmittelmarkt hatte Mitte April in Dorfen, nahe der B15, in der Bernöder Siedlung neu eröffnet. Seit 20. Juli ist der Einkaufsmarkt für die Nahversorgung im Norden der Isenstadt wegen Insolvenz geschlossen.

Bürgermeister Heinz Grundner und der Stadtrat hatten das Vorhaben „Lebensmittelmarkt in Dorfens Norden“ stets unterstützt. Über ein Jahrzehnt wurde dort ein Einkaufsmarkt immer wieder gefordert, aber alle Anläufe, einen Investor und Betreiber zu finden, waren gescheitert. Das Lebensmittelmarktprojekt hatte dann heuer endlich der lokale und renommierte Investor Manfred Singer angegriffen und realisiert. Der St. Wolfganger klang bei der Eröffnung noch recht euphorisch und sagte: „Was lange währt, wir endlich gut.“

Jetzt habe der Lebensmittelmarktbetreiber Insolvenz angemeldet, berichtete Singer auf Nachfrage der Heimatzeitung. An ihm habe das sicher nicht gelegen, betonte der Investor. Er habe den neuen Betreiber gerade in der Anfangszeit unterstützt und bisher „noch keine Miete“ verlangt.

Möglichst „zeitnah“ soll der Markt wieder eröffnen, mit gleichem Konzept: Lebensmittel für den täglichen Gebrauch sowie eine Wurst-Fleisch-Metzgerei-Theke und Imbiss mit Bistro.

Zu den Gründen der Insolvenz äußerte sich der Investor nicht. Singer sagte aber, er sei weiter davon überzeugt, dass an der Stelle im Norden der Stadt Dorfen ein Lebensmittelmarkt funktionieren kann. Klar sei aber auch, dass man dazu „die Kosten im Auge haben muss und viel Eigenleistung nötig ist“. Aktuell überlege einer der früheren Bewerber, den Markt zu übernehmen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte der Vorsitzende des Förderkreises Dorfen, Stefan Tremmel, es sei „sehr bedauerlich“ für Dorfen, dass der Lebensmittelmarkt schon wieder geschlossen habe. Nach der Eröffnung hätte möglicherweise mehr Werbung gemacht werden sollen. Es sei sehr wichtig, die Leute aufzuklären: „Wer ist der Betreiber? Was ist das Konzept? Was erwartet die Kunden in dem Markt und was gibt es für Angebote und Sortimente?“ Das sollte ein Nachfolger möglichst beachten, empfahl Tremmel.

Auch Bürgermeister Grundner bezeichnete die „überraschende Schließung“ nach so kurzer Zeit als „bedauerlich und sehr schade“. Damit seien auch wieder einige Arbeitsplätze zumindest vorübergehend verloren gegangen. Zu den Umständen des Aus’ habe der Stadtchef „keine Erkenntnisse“. Er hoffe aber, dass es im Sinne der Nahversorgung der Siedlungsgebiete im Norden der Stadt mit dem Lebensmittelmarkt bald wieder weiter gehe. Grundner sagte, er sei überzeugt, dass das Potenzial für einen wirtschaftlichen Betrieb eines Marktes in dem Bereich mit entsprechendem Engagement vorhanden sei.

Eine E-Mail-Anfrage unserer Zeitung zur Insolvenz beim Betreiber blieb bislang unbeantwortet. Singer erklärte dazu, der Betreiber befinde sich derzeit „im Krankenstand“.

Hermann Weingartner

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