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Interview mit Michael Fitz

Es wird kein leicht verdaulicher Abend

Der Musiker und Schauspieler Michael Fitz gastiert am Sonntag, 17. Dezember, um 19 Uhr im Jakobmayer Dorfen mit seinem Programm „Des Bin I. Seine selbstkomponierten Songs regen zum Nachdenken an und thematisieren tiefgreifende Themen.

Dorfen – Im November 1958 in München geboren und aufgewachsen, hatte Michael Fitz schon als Siebenjähriger Spaß an kleinen Auftritten bei Familienfesten, schrieb mit 13 erste Gedichte und spielte mit 14 erste Akkorde auf der Gitarre. Mittlerweile ist er längst als Schauspieler bekannt und seit 1984 auch als Musiker, Sänger und Hörbuchsprecher erfolgreich. Er veröffentlichte 14 CDs. Anlässlich seines Gastauftritts in Dorfen unterhielten wir uns mit dem Künstler.

-Herr Fitz, was haben Ihre Zuhörer im Jakobmayer-Saal zu erwarten?

Michael Fitz: Es wird eine Mischung sein aus Songs aus meinem Programm „Des Bin I“ und meinem Live-Album, das im Januar herauskommen wird. Es wird nicht unbedingt ein leicht verdaulicher Abend, das wäre auch nie meine Absicht, er wird uns allen Spaß machen.

-Stimmt es, dass Sie 50 Gitarren besitzen?

Fitz: Woher haben Sie das? Ganz genau weiß ich es nicht einmal. Manche Gitarren sind abgewandert, neue hinzugekommen. Irgendwann hat mich die Sammel-Leidenschaft für dieses Instrument gepackt. Es sind vor allem alte Gitarren, die durch das viele Spielen wie von selbst klingen, die mich faszinieren. Wenn ich heute eine Gitarre neu kaufe, braucht es gut ein halbes Jahr, bis sie eingespielt ist und ihren Klang halbwegs entwickelt hat. Im Gegensatz dazu bringt eine 100 Jahre alte Gitarre ihren eigenen, lang gereiften Ton schon mit. Meine älteste Gitarre ist von 1912. Sie sieht allerdings aus, als käme sie gerade aus der Fabrik. Wenn man bedenkt, dass das Holz, das da damals verbaut wurde, vielleicht 40 Jahre gelagert und von den heutigen Umwelteinflüssen noch weitgehend verschont war, lässt sich das gut nachvollziehen, warum ein altes Instrument so gut klingt.

-Woher stammt Ihr Hang zur Tiefgründigkeit?

Fitz:Richtig, das sagt man mir nach. Es ist das, was entsteht, wenn man nachdenkt über das Leben, hinschaut und auch nicht gleich wieder weg schaut, wenn das, was man da sieht, nicht unbedingt angenehm ist. Das spiegelt sich in meinen Liedern. Der Blick auf die Menschen, mich selbst, auf Beziehungen und das was in den Beziehungen passiert. Auch die Zeit spielt eine Rolle, die Lebenszeit und die Frage, was bedeutet Zeit und ihre Endlichkeit? Oder Kommunikation, die in Beziehungen eine ganz wichtige Rolle spielt. Wenn diese Kommunikation nicht stattfindet, gibt es Missverständnisse. Ich schaue hin, frage mich, was geht in mir vor, was im anderen. Ich stecke den Finger in die Wunde. Nicht jeder geht da gerne mit, aber ich mache auf der Bühne immer wieder die Erfahrung, dass es doch eine ganze Menge Menschen gibt, die das tun und im entscheidenden Moment auch mal über sich selbst und unsere so menschlichen Unzulänglichkeiten lachen oder zumindest schmunzeln können.

-Woraus gewinnen Sie Ihre Erkenntnisse?

Fitz:Letztendlich aus eigenen Lebenserfahrungen. Es sind keine tagesaktuellen Ereignisse, weder aus dem Beziehungs- noch aus dem politischen Leben, die ich in meinen Liedern verarbeite. Das können Erlebnisse sein, die mehr als zehn Jahre zurück liegen, Dinge, die längst geklärt sind, jetzt aber mein System nochmals durchlaufen und die ich dann in schlüssigen Texten, Lyrik und Gedichten widergebe.

-Was sind ihre aktuellen Projekte?

Fitz:2017 hatte ich die Ehre, parallel Dreharbeiten zu einem österreichischen Kinofilm „Der Trafikant“ und einem Fernsehfilm „München Mord“ für das ZDF zu absolvieren, die beide nun abgeschlossen sind. Mein Live-Album „Jetzt auf gestern 2008 – 2017“ wird im Januar erscheinen. Und natürlich stehen schon viele Konzerttermine für 2018. Ich hoffe, dass ich auf meinen Touren viele schöne Begegnungen haben werde.

Das Gespräch führteC. Kruppa.

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