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Dorfens Schulsportanlage mit der alten 333-Meter-Laufbahn wird saniert. Strittig ist der Bau einer 400-Meter-Bahn, wozu Grund vom Förderzentrum (hinten) nötig wäre.

Tartanbahn-Verlängerung

Ja, wo laufen sie denn?

Der TSV Dorfen hat eine Verlängerung der alten 333-Meter-Laufbahn der Dorfener Grund- und Mittelschule auf wettkampftaugliche 400 Meter beantragt. Die Förderschule fürchtet, Grund abtreten zu müssen. Im Stadtrat ist die Stimmung gespalten.

Von Hermann Weingartner

Taufkirchen – Für Hochbaumaßnamen bei den Sportanlagen der Grund- und Mittelschule wurden im aktuellen Haushalt der Stadt Dorfen 970 000 Euro eingeplant. Vorgesehen sind die Investitionsmittel vor allem für die Sanierung der Hartplätze und der maroden Tartan-Laufbahn um den Rasensportplatz. Die hat eine Länge von ungewöhnlichen 333 Metern und ist so nicht tauglich für Vereine zur Austragung offizieller Wettkämpfe. Der Bauausschuss des Stadtrates hat bereits grundsätzlich die Sanierung der Laufbahn beschlossen. Weil die Leichtathletik-Abteilung des TSV Dorfen auf der Bahn trainiert, stellte der Sportverein einen Antrag auf Verlängerung auf wettkampfübliche 400 Meter.

Eine Verlängerung der Laufbahn ist nicht unumstritten, denn dazu sind wohl auch Flächen des Förderzentrumspausenhofs und eines Biotops nötig. Eine Vergrößerung ist nur in Richtung des angrenzenden Förderzentrums möglich. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sagte, dazu gebe es zwar interne Überlegungen, aber noch „keinerlei konkrete Planungen“. Von den Überlegungen sei auch die Schulleitung des Förderzentrums in Kenntnis gesetzt worden. Erster Ansprechpartner sei aber zunächst der Landkreis als Träger der Förderschule.

Am Ende der Haushaltsdebatte griff die SPD das Thema noch mal auf. Fraktionsvorsitzende Michaela Meister stellte den Antrag, der Bau einer 400 Meter-Laufbahn „darf nicht zu Lasten und gegen den Willen der Schulfamilie des Förderzentrums gebaut werden“. Fraktionskollege Heiner Müller-Ermann sagte, an der Förderschule sei man „aufs Äußerste verunsichert“. Müller-Ermann erinnerte daran, dass ein Dringlichkeitsantrag der SPD zu dem Thema in der Märzsitzung im Stadtrat nicht behandelt worden sei.

Josef Jung (FW) sagte, man sollte darüber beim Haushalt „nicht abstimmen und erst mal die Planungen abwarten“. In diese Richtung argumentieren auch Josef Wagenlechner (TEG) und Ludwig Rudolf (CSU). Der Stadtrat würde die Entscheidungshoheit aus der Hand geben. Als problematisch sah Wagenlechner, der Schulleitung ein „Vetorecht gegen den Stadtrat“ einzuräumen. Rudolf meinte, die Entscheidungsgewalt dürfe nicht in die Hände der Schulfamilie gelegt werden. „Solange wir keine konkreten Vorschläge haben, brauchen wir nicht abstimmen“, forderte auch Martin Bachmaier (CSU). Auch Fraktionskollege Sebastian Sperr meinte, jetzt müssten erst einmal die Mittel im Haushalt für das Projekt eingestellt werden. Über den Antrag abzustimmen, das sei jetzt „einfach zu früh“.

Diese Auffassung vertrat auch Bürgermeister Grundner. Sollte der SPD-Antrag durchgehen, „sendet der Stadtrat ein Signal gegen eine Prüfung der drei Varianten aus“. Zu Müller-Ermann sagte Grundner, es habe „keine Dringlichkeit“ gegeben, weil es keine Planung gebe und sich zuerst der zuständige Kreisausschuss äußern müsse.

Die SPD ging mit ihrem Antrag unter. Mit 17:7 Stimmen wurde der Meister-Antrag abgeschmettert.

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