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Er spielte Bluessongs und plauderte aus seinem Leben: Stephan Zinner kam im Jakobmayer-Saal sehr gut an.  

Jakobmayer-saal

Schweinshaxn-Tattoos und Motivationsjeans

Mit lustigen Geschichten aus seinem Leben und coolen Bluessongs bereitete Stephan Zinner seinem Publikum im ausverkauften Jakobmayer-Saal einen vergnüglichen Abend.

von Alexandra Anderka

Dorfen– „Das Leben ist zu meistern“, meint Stephan Zinner, der am Samstagabend im Jakobmayer-Saal sein neues Musikkabarett „Relativ simpel“ präsentierte. Wie er den Unbillen des Alltags begegnet, erzählte der Schauspieler,vielen bekannt aus dem Film „Dampfnudelblues“ oder als Nockherberg-Söder frei von der Leber weg. Wenn man nach einem roten Faden suchte, suchte man vergeblich, aber das war auch nicht so wichtig. Das Publikum amüsierte sich prächtig.

Die Gäste fühlten sich bei Zinner, wie wenn sie sich mit ihm in einer Kneipe verabredet hätten, so nahbar zeigte sich der Kabarettist und unterhielt sein Publikum mit witzigen Anekdoten aus seinem Leben. Und Erzählen, das kann der ausgebildete Schauspieler.

Die Motivation der IS-Selbstmord-Attentäter könne er so gar nicht nachvollziehen: „72 Jungfrauen, wer will denn Sex mit einer Auszubildenden? Vielleicht sollte man das mal ins Arabische übersetzen“, empfahl er. Seinen Fans verriet er, dass er sich auch schon mal eine „Motivationsjeans“ gekauft habe, wissentlich, dass diese nicht passe. Überhaupt hat Zinner keine Scheu davor, über sich selbst Witze zu reißen, was ihn sehr sympathisch macht. Allerdings scheut er auch vor seiner Familie nicht zurück. „Meine Frau ist aus dem Osten, aber sonst ganz nett.“ Als seine pubertierende Tochter ein Tattoo wollte, meinte er: „Okay, aber eines, das zu unserer Familie passt.“ Er dachte dabei an eine Schweinshaxe mit Knödel quer über den Bauch. Das Thema war dann wohl schnell vom Tisch.

Alles habe er versucht, um aus seinem Sohn einen Fußballer zu machen, doch der sei als Bub nicht dem Ball, sondern den Blumen auf der Wiese nachgerannt. Doch er schätze den Musikgeschmack des heute 17-Jährigen: Blues und Jazz, denn was er gar nicht hören könne, sei Deutschrap und -pop. Zur Untermalung imitierte er sehr gekonnt einen lächerlichen Rapper und Tim Bendzko, „so ein Woisler“. Er wunderte sich über die heutige Jugend, die Freunde seiner Kinder seien alle so höflich und brav, keiner würde bei Partys auf der Tanzfläche ausflippen. Er könne gar nicht anders und sei seinen Kindern dann regelmäßig peinlich.

Musik ist Zinners Leidenschaft, und das zeigte er mit seinen selbstgeschriebenen Bluessongs. Er an der Gitarre, am Schlagzeug unterstützt von Andy Kaufman.

In seinem Schlusslied gab er zu bedenken: „Das Leben ist eine Reise, wir sind alle auf großer Fahrt, nicht aufgeben, irgendwann kommt Land, die einen laufen nach Compostela, die anderen zum Unteren Wirt, Hauptsache, es funktioniert.“

von Alexandra Anderka

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