Schutz für Kirchenbesucher: Die Besucher der Marktkirche können hoffen, dass das Holzgerüst bald wieder entfernt werden kann. Foto: Weingartner

Sanierung Marktkirche

Jetzt dreht sich alles nur noch ums Geld

Dorfen - Die seit 2012 dringend notwendigen Sanierungsarbeiten in der Marktkirche im Dorfener Stadtzentrum können möglicherweise in absehbarer Zeit beginnen. Das hat das Erzbischöfliche Ordinariat signalisiert. Allerdings muss zuvor noch die Finanzierungsfrage geklärt werden.

Die kleine Marktkirche St. Veit ist viel besucht und wird zu kirchlichen Anlässen wöchtenlich mehrmals genützt. Seit vier Jahren ist die Decke des Gotteshauses aber mit einem Holzgerüst gesichert. Aus Sicherheitsgründen hatten im März 2012 die Verantwortlichen der Pfarrei Maria Dorfen um den inzwischen schwer erkrankten Kirchenpfleger Dieter Pfanzelt und Pfarrer Johann Eschbaumer sogar kurzfristig die Veits-Kirche total gesperren. Damals war nicht auszuschließen, dass durch Rissbildungen im Gewölbe und Gemäuer Teile Deckenputzes aus rund sechs Metern Höhe abstürzen und Kirchgänger verletzen könnten.

Das Bauressort im Erzbischöflichen Ordinariat München hatte mit einer Notfallmaßnahme sofort reagiert. Mit dem Einbau eines stabilen Deckengerüstes wurde der Kirchenraum gesichert und so die Gefahr von Putzabstürzen ausgeschlossen. Im August 2012 konnte das Gotteshaus dann nach den Sicherungsmaßnahmen wieder öffentlich zugängig gemacht werden. Bauexperten hatten ein Jahr später mit der genauen Ursachenforschung begonnen. Zur Rissbeobachtung wurden Messuhren und Gipsplomben gesetzt.

Inzwischen fragen sich aber viele Dorfener Kirchgänger, wann endlich das Sicherheitsgerüst wieder entfernt werden kann. Tatsächlich scheint nun wieder Bewegung in die Sanierungsmaßnahme zu kommen. Wie der Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats München, Christoph Kappes, gestern auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte, sei „die Beobachtung der Schadenslage“ jetzt abgeschlossen und es liege ein statisches Gutachten zu den Schäden vor. Die Risse können danach „überwiegend kraftschlüssig verbunden, vernagelt oder verpresst werden“. Die genaue Ursache der Rissbildungen seien wohl durch mehrere verschiedene Faktoren ausgelöst worden, sagte Kappes. Vermutlich auch durch Neubaumaßnahmen in der Umgebung. Dabei handelt es sich um den Sparkassenbau gegenüber der Marktkirche.

Nun werden laut Kappes die Kosten der Sanierungsmaßnahmen ermittelt. Mit der Pfarrei Dorfen werde dann die finanzielle Beteiligung „abgestimmt“. Zur Höhe könne Kappes „noch nichts sagen“.

Kirchenpfleger Pfanzelt rechnete noch 2012 aus seiner vielfältigen Erfahrung mit Sanierungskosten in Höhe von „mehreren hunderttausend Euro“. Die Sanierungsmaßnahmen sollen in zwei Bauabschnitten erfolgen. Als erstes sollen die Schäden im Innenraum behoben werden, dann komme die Fassadenrenovierung dran, sagte Kappes. Danach werde man „eine kleinere Änderung im Bereich der Empore überlegen“. Die besteht derzeit laut Mesner Herbert Moser aus der später eingebauten Kanzel aus der Filialkirche Kienraching. Dort ist aber nur Platz für eine Person. Überlegt wird nun, eine größere Empore einzubauen, die Platz für eine kleine Orgel bietet und auch Bläsern oder einer Gesangsgruppe Platz bieten kann. In der Markkirche ist sonst kaum Platz für eine musikalische Begleitung der Gottesdienste.

Die Marktkirche St. Veit ist ein früher Spätgotik-Bau, der um das Jahr 1390 entstanden ist. Das Wertvollste ist das Deckenfresko mit einer historischen Ortsdarstellung Dorfens von 1799, das derzeit durch das Gerüst komplett verdeckt ist.

Hermann Weingartner

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