Dorfen ist bunt

Jüdische Spurensuche

Dorfen – Die Vereinigung Dorfen ist bunt hat bei einem Spaziergang zum ehemaligen Scherergütl bei Mösl der jüdischen Displaced Persons (DP) gedacht.

Ein gutes Dutzend historisch Interessierter traf sich an der Gedenktafel für die DPs an der B 15 in Dorfen, dem Standort der ehemaligen Blumengartenschule. Doris Minet, Elisabeth und Adalbert Wirtz sowie Monika Schwarzenböck, Autoren des Buchs „Wie kam der Davidstern nach Dorfen“, gaben eine Einführung in die Geschichte der DPs. Entlang der Bahnlinie wurde los marschiert.

Unterwegs erfuhren die Teilnehmer Einzelheiten zur Versorgungslage der DPs oder vom Schicksal der Geschwister Szapsa und Sara Katz, die aus Lodz in Polen über Umwege im Jahr 1946 in die Dorfener Blumengartenschule kamen. Beim Weiler Mösl erinnert außer einem baufälligem Holzstadel und einem Haufen loser Ziegelsteine heutzutage nichts mehr an die dreijährige Geschichte des Scherergütls als Ausbildungskibbuz für DPs. Diese sollten eigentlich auf eine Zukunft in Palästina vorbereitet werden, ein großer Teil entschied sich aber für ein Leben in Nord- oder Südamerika. Auf neun Hektar Ackerfläche wurden damals Gemüse angebaut, Tiere gezüchtet und sogar Käse fabriziert.

Interessanterweise fanden auch militärische Übungen statt, eine Reaktion auf die damalige politisch brisante Situation in Palästina. Dort geboren wurden 1946 auch Lea Sella und Tova Halperin, im Jahr 2013 auf Einladung von Dorfen ist bunt an ihren Geburtsort zurückkehrten und über ihre Erinnerungen berichteten. ar

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