Jung und Alt gemeinsam aktiv: Gerne kommen die Schüler der Dorfener Ganztagsklasse ins Altenheim Marienstift. Foto: Weingartner

Marienstift-Besuche

Jugend lernt das Alter kennen

Dorfen - Alt werden ist eigentlich für Jugendliche kein Thema. Anders bei 15 Buben und Mädchen der Dorfener Mittelschule. Sie besuchen regelmäßig das städtische Altenheim Marienstift und verbringen Zeit mit Senioren.

Gerne besuchen die Schüler der Ganztagsklasse (GTK) der Dorfener Mittelschule in der Betreuungszeit am Nachmittag das städtische Altenheim Marienstift. Begleitet werden sie dabei von ihrer Betreuerin, Sozialpädagogin Anja Baumann. Die Kooperation der Mittelschule mit dem städtisches Kinder- und Jugendhaus im GTK-Bereich gibt es inzwischen neun Jahre.

Aktuell gehen 15 Jugendliche, fünf Mädchen und zehn Buben in die GTK. Neben Mittagessen werden Projekte im musisch-gestalterischen, sportlichen und umwelterzieherischen Bereich sowie Soziales angeboten. Beim letzten Punkt standen heuer fünf Besuche im städtischen Marienstift auf dem Programm. Die jungen Schüler sind echt begeistert. Bei Gesprächen untereinander fallen schon mal Kommentare wie, „Hammerhaus mit netten Senioren und coolen Betreuern“, wie der Reporter der Heimatzeitung hören konnte. Vom Marienstift mit guten Ideen betreut und begleitet wurden die gerne gesehenen Besucher von der Sozialdienstleiterin Klara Hochmuth.

Sozialpädagogin Baumann erklärt, viele der Schüler hätten kaum mehr mit älteren Menschen zu tun, daher sei „dieser Generationentreff für sie sehr hilfreich“. Die Aufenthalte gäben einen guten Einblick in die Lebenssituation älterer Menschen. Bei Gesprächen oder gemeinsamen Aktivitäten wie spielen hätten die jungen Besucher Verständnis entwickelt und Berührungsängste abgebaut. Auch Probleme der Senioren, an die die jungen Schüler selbst nicht denken, seien erkannt wordem, etwa wie helfe man jemandem in den Rollstuhl und wie wird ein Rollstuhl überhaupt geschoben.

Die Schüler haben laut Baumann in dem Jahr zudem ein Gefühl bekommen, wie man ältere Menschen anspreche. Mangels Ehrung sei das normal keine so einfache Situation für junge Leute. „Wir freuen uns jedes Mal auf den Besuch der alten Leute“, erzählten die GTK-Schüler, die nachhaltige, positive Eindrücke bei den Senioren im Altenheim hinterließen. Baumann erzählt, dass sogar Schülerinnen aus einer früheren GTK-Klasse, die mittlerweile nicht mehr ganztägig unterrichtet werden und in die normale Regelklasse gehen, von sich aus noch nachfragen, ob sie trotzdem noch mit ins Marienstift gehen könnten. Das werde natürlich erlaubt, denn das Verständnis zwischen den Generationen zu fördern sei „eine wichtige Gesellschaftsaufgabe“. prä

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