„Unsachgemässe“ Auflagen

Jugendzentrum wirft Stadt Schikane vor

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Die Ruhe war trügerisch: Zwischen dem Jugendzentrum und der Stadt brodelt es. Die Verantwortlichen des JZ werfen der Stadt Schikane vor.

Dorfen – Es ist lange her, dass es zwischen dem selbstverwalteten Jugendzentrum an der Jahnstraße und der Stadt zu öffentlichen Auseinandersetzungen kam. Das früher über Jahre hinweg höchst angespannte Verhältnis schien sich in Wohlgefallen aufgelöst zu haben. Doch dem ist nicht so. Die Jugendlichen im JZ sind auf die Stadt stinksauer.

Vordergründig geht es um den Hemadlenzn-Umzug. Das JZ wollte eine Party feiern und stellte bei der Stadt, die Gebäudeeigentümerin ist, einen entsprechenden Antrag. Die Veranstaltung wurde auch genehmigt. Allerdings mit Auflagen, die von den Jugendlichen als „Schikane“ gesehen werden und eine Durchführung des Festes unmöglich machten.

Per Bescheid und unter Androhung von 500 Euro Zwangsgeld bei Verstößen dagegen verpflichtete die Stadt den Vorstand des JZ, während der Öffnungszeit von 11 bis 23 Uhr einen professionellen Sicherheitsdienst mit vier Personen zu beauftragen. Während der Veranstaltung müsste überdies zwischen dem Jugendzentrum und vorbeiführenden B 15 ein Bauzaun errichtet werden.

Für Bernhard Roth und Linda Sachs vom JZ sind die Auflagen der Stadt „schlichtweg zu teuer“ und „unsachgemäß“. Alleine ein professioneller Sicherheitsdienst würde 1000 Euro kosten. Überdies würde die Straßensicherung der B 15 durch einen Bauzaun in die Zuständigkeit der Stadt fallen. Eine Öffnung des Jugendzentrums stelle keine größere Gefährdungslage dar, als im restlichen Stadtbereich. Und da würden auch keine Sicherheitskräfte eingesetzt. Das JZ habe auch deshalb öffnen wollen, weil es für Jugendliche an diesem Tag keine anderen Angebote gebe. Und die Jugendarbeit im JZ bestehe auch darin, Menschen zu helfen, die der Hilfe bedürften, „etwa Betrunkene“.

Die JZ-Verantwortlichen beklagen, dass die Stadt „generell“ dem Jugendzentrum immer wieder „überflüssige Hürden“ in den Weg lege. So etwa beim Open-Air-Festival, bei dem einige Auflagen „stark überzogen“ gewesen seien. Auch mit der Änderung der Nutzungsvereinbarung würde der Betrieb des JZ „unnötig“ erschwert. Die dem JZ auferlegten Aufgaben würden „nur der Befriedigung absurder Vertragsinhalte dienen“. Die Stadt würde dem Jugendzentrum trotz dringend notwendiger Instandhaltungsmaßnahmen jegliche Kooperation versagen.

Bürgermeister Heinz Grundner weißt die Vorwürfe des JZ zurück. Die Auflagen würden „der eigenen Sicherheit des JZ“ dienen. Die am Jugendzentrum vorbeiführende B 15 sei „ein neuralgischer Punkt“, der hohe Gefahren berge.

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