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Das kann ja heiter werden: Alfred Mittermeier blickt in die Zuk unft.

Alfred Mittermeier betätigt sich als Hellseher

Unsinniger Freitag in Dorfen: Hemadlenz wird tiefgefroren

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Was wird 2020? Kabarettist Alfred Mittermeier wagt einen Blick in die Dorfener Zukunft.

Dorfen Für 2020 sagen Astrologen einige himmlische „Aspektierungen“ voraus, unter denen es in der Vergangenheit häufig zu Erschütterungen kam. Staatskrisen, Umstürze am Kapitalmarkt, Naturkatastrophen, aber auch Kriege sind bei diesen Konstellationen häufig zu beobachten. Auch Dorfen stehen gewaltige Umbrüche bevor. Das prophezeit der Dorfener Kabarettist Alfred Mittermeier in seinem Ausblick auf das Jahr 2020.

Januar

Die Orthopäden der Landkreise Erding und Mühldorf schlagen Alarm, weil sich Bandscheibenvorfälle in der Region verhundertfacht haben. Die Bayerische Staatsregierung bildet zur Aufklärung die Sonderkommission „Soko Wehdam“. Nach wochenlangen Untersuchungen steht die Ursache fest: Der Straßenbelag der A 94 ist derart holprig, dass es den Pendlern während der Fahrt die Bandscheiben aus den Wirbelsäulen reißt wie Korken aus geschüttelten Champagnerflaschen. Um etwaigen Schadensersatzansprüchen vorzubeugen, widmet die Bundesregierung die Autobahn in einen Feldweg um. Es gilt Tempo 30.

Februar

Beim traditionellen Hemadlenzn-Umzug muss sich Bürgermeister Heinz Grundner aufgrund eines Muskelfaser-Faserrisses vom 2. Bürgermeister vertreten lassen. Der hoch motivierte Günther Drobilitsch steigt nach einem ausgiebigen Weißbier-Frühstück vom Rathausfenster in die falsche Richtung auf die Dachterrasse. 3000 überraschte Hemadlenzn singen „Eieieiei de Goaß is weg!“.

März

Es ist der härteste Kommunalwahlkampf aller Zeiten. Die 189 Stadtratskandidaten geben alles, insbesondere Kugelschreiber und Luftballons. Harsch kritisiert wird die AfD, weil sich auf deren Kandidatenliste ausschließlich Männer befinden. Die AfD lässt die Vorwürfe locker ins Leere laufen, indem sich die eine Hälfte der Kandidaten als „divers“ outet. Die andere Hälfte behauptet: „Flüchtlinge haben uns die Frauen weggenommen!“

April

Es gibt eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt zwischen Heinz Grundner (CSU) und Simone Jell (SPD). Das Ergebnis ist eine Sensation: Stimmengleichheit! Zum ersten Mal in der Geschichte Bayerns wird somit eine Stadt von einem Bürgermeister und einer Bürgerinnenmeisterin regiert. Damit sich die beiden nicht ins Gehege kommen, erfolgt eine Aufgabenteilung: Grundner kümmert sich um die Wirtschaft, Jell um die Wirtschaften.

Mai

Die Sanierung der B 15-Isen-Brücke beginnt. Das Verkehrschaos ist weitaus schlimmer als befürchtet. Die Innenstadt ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Wer drin ist, kommt nicht raus. Wer draußen ist, kommt nicht rein. Nach wenigen Tagen werden die Lebensmittel knapp. Der Fliegerclub Wasentegernbach startet eine Luftbrücke und wirft über dem Marienplatz Care-Pakete ab. Die hungernde Bevölkerung winkt den Piloten begeistert zu. Nur die Grünen lehnen die Versorgung aus der Luft aufgrund von CO2-Emissionen ab und fordern den Nachschub mittels einer Seebrücke auf der Isen mit Tretbooten.

Juni

Etwas verspätet öffnet das Freibad seine Pforten. Grund dafür sind aufwendige Lärmschutzmaßnahmen, um den Nachbarschaftsfrieden zu gewährleisten. So wurden die Gehwege mit Flüsterbeton geteert, um das Klacken der Flipflops zu unterdrücken. Das Schwimmbecken wurde mit weichem Alpenquellwasser befüllt, um Planschgeräusche zu reduzieren. Wie ernst die Stadtführung die Schallemissionen nimmt, zeigt sich auch bei den Feierlichkeiten am Tag der Eröffnung: Es singt ein Taubstummen-Chor. Anschließend tritt ein Pantomime auf.

Juli

Das Klima im Stadtrat wird zunehmend schlechter. Die genervte Bevölkerung ruft den Klimanotstand aus.

August

Eine Woche vor Beginn des Volksfests fällt das Münchner Verwaltungsgericht das Urteil bezüglich der Volksfest-Vergabekriterien: Die Ausschreibung war rechtswidrig. Der Landshuter darf das Volksfest nicht ausrichten, die ProstMahlzeit GbR schafft es zeitlich nicht mehr. Trotzdem findet das Volksfest mit fulminantem Unterhaltungsprogramm statt. Die Stadtkapelle und der Schalmeien-Express wechseln sich im Bierzelt ab. Den Besuchern wird gestattet, das Bier selbst mitzubringen. Dorfen bekommt einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als „Volksfeststadt mit den meisten Biersorten und den wenigsten Ausschreibungskriterien“.

September

Die Verlegung der Sportstätten wird zum Politikum. Insbesondere die möglichen Standorte für ein neues Freibad sind umstritten. Der Untergrund in Rutzmoos ist derart feucht, dass auf diesem Areal nur ein Moorbad möglich ist. Der zweite Standort am Hausmehringer Berg wird von Helikopter-Eltern mit der Begründung abgelehnt: „Wir lassen unsere Kinder nicht bergauf schwimmen!“

Oktober

Im Zuge eines neu installierten Erdbebenfrühwarnsystems stellen Seismologen fest, dass es sich beim Ruprechtsberg um einen ruhenden, aber nicht erloschenen Vulkan handelt. Sollte es zu einem Ausbruch kommen, würde der Turm der Pfarrkirche wie eine Silvesterrakete laut läutend in den Himmel geschossen und mitten in der Erdinger Innenstadt landen, wo Silvesterraketen streng verboten sind. Um die Kreisstädter nicht zu verärgern, beschließt der Stadtrat ein Ausbruch-Verbot für Vulkane und lässt die Glocken im Kirchturm abhängen.

November

Die Flüchtlinge der Unterkunft Lindum weigern sich weiterhin, auf der Strecke nach Dorfen Warnwesten zu tragen. Daher werden alle Bewohner mit Megafonen ausgestattet, mit denen sie sich den Autofahrern akustisch bemerkbar machen sollen. Die Maßnahme wirkt. Bereits ab dem Wailtl-Tor hört man die Flüchtlinge rufen: „Aus der Bo, Zitronamo, hinten hängt der Deifi dro!“ Die Schallemissionen sind derart hoch, dass die A 94 als leise empfunden wird.

Dezember

Die Fridays-For-Future-Bewegung startet die entscheidende Demonstration zur Klimarettung. Erstmals gibt es einen Unsinnigen Freitag. Etwa 500 als Hemadlenzn maskierte Umweltschützer treiben den Winter wieder ein. Um die Außentemperatur zu senken, wird der Hemadlenz auf dem Marienplatz nicht verbrannt, sondern tiefgefroren. Binnen weniger Tage bricht die Eiszeit aus.

Mittermeier live

Alfred Mitttermeier gastiert mit seinem neuem Kabarettprogramm „Paradies“ am Freitag, 24. Januar, um 20 Uhr im Dorfener Jakobmayer. Karten gibt es für 18 Euro plus Vorverkaufsgebühr auf www.jakobmayer.de.

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