Als Müllsammler unterwegs: Lisa Gadenne-Wurzbacher und Kathrin Daschinger (v. l.) mit Teilnehmern.
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Als Müllsammler unterwegs: Lisa Gadenne-Wurzbacher und Kathrin Daschinger (v. l.) mit Teilnehmern.

Initiative Unfairmüllt

Müll auf Dorfens Straßen sammeln, Plastik vermeiden - so geht‘s

Die Initiative Unfairmüllt hat in Dorfen zu einem Spaziergang mit Abfallgreifer und guten Tipps geladen.

Dorfen – Eisbecher, Papierfetzen und vor allem Kippen, hier und da auch Masken oder Flaschen – rund zehn Leute aus Dorfen und Umgebung sammelten bei einem Spaziergang durch die Stadt achtlos auf den Boden geworfenen Müll ein, informierten sich dabei über Plastik und anderen Unrat, der täglich anfällt. Eingeladen hatte die Initiative „Unfairmüllt“ aus Langenpreising und der ÖDP-Kreisverband.

Keine Frage: Zigaretten, die im Stadtpark ausgetreten werden, sind eine Sauerei. Zum einen enthalten die Stummel über 7000 Giftstoffe, darunter Nikotin, Blei und Kadmium. Andererseits verrotten Kippen erst nach vielen Jahren. Die Glimmstängel in den Gully werfen, sei erst recht keine Option, denn dadurch geraten diese ins Grundwasser.

„Bei Clean-up-Aktionen, etwa in Wartenberg, Erding oder auch Moosburg, haben wir innerhalb von drei, vier Stunden bis zu 25 000 Kippen aufgesammelt, viele davon sogar auf Spielplätzen“, erzählt Initiatorin Kathrin Daschinger aus Langenpreising. Mitstreiterin Lisa Gadenne-Wurzbacher verteilte derweil kleine Aschenbecher-Dosen für unterwegs. Die beiden 36-jährigen Mütter engagieren sich seit 2018 in der Initiative „Unfairmüllt“ mit Möglichkeiten zum Verzicht auf Einwegplastik, geben Tipps zur Müllvermeidung und veranstalten regelmäßige Aktionen, um die Natur von Unrat zu befreien. „Es ist wichtig, dass unser Planet für unsere Kinder ein lebenswerter Ort bleibt“, sagt Daschinger.

Beim Spaziergang in Dorfen greifen die Teilnehmer motiviert zu den Müllgreifern, um jedes noch so kleine Teilchen Unrat aufzuheben. „Ich bin jung und werde noch lange auf der Erde leben, da ist es wichtig, unseren Planeten zu schützen. Schließlich wollen wir nicht eines Tages im Dreck ersticken“, erklärt der zwölfjährige Jannik Arnold aus Erding, der gemeinsam mit seinen Eltern und Schwester Sonja an dem Spaziergang teilnimmt.

Mutter Josephine Arnold ergänzt: „Ich bekomme Tipps und neue Ideen, wie wir Müll vermeiden können.“ Etwa die Info, dass schwarzes Plastik nicht recycelt werden kann, aus dem beispielsweise Blumentöpfe, Mülltüten oder Duschgelflaschen gefertigt sind. „Wir nehmen mittlerweile feste Seifen und feste Shampoos“, sagt sie.

Vor der Eisdiele am Marienplatz werden öfter Becher und Löffel auf den Boden geworfen, Kaffeebecher oder Essensboxen liegen neben den Mülleimern. „Alles aus Plastik“, klagt die gelernte Erzieherin Daschinger. Auf dem Weg vom Marienplatz zum Stadtpark zeigt sich: „Hier liegt schon seit vielen, vielen Monaten eine Unmenge von Unrat“, so Gadenne-Wurzbacher, die derzeit auf dem Biohof Lex arbeitet. „Je länger wild entsorgter Müll liegen bleibt, desto schwieriger wird seine Beseitigung.“

Besonders problematisch seien dabei Stoffe aus Plastik- und Styropor. „Beides zerfällt bereits bei leichten Kontakten in kleine Einzelteile, das sogenannte Mikroplastik, und ist quasi nicht mehr vollständig aufzunehmen“, erläutert die Langenpreisingerin. Dieses wiederum verbleibe mit allen Schadstoffen in der Natur und finde womöglich den Weg in Gewässer und schließlich sogar in die menschliche Nahrungskette.

Schon beim Einkaufen kann man viel Plastik vermeiden. „Am besten auf regionale Produkte vom Markt setzen“, sagt Gadenne-Wurzbacher. Oder beim Bäcker, Metzger und in den Lebensmittelgeschäften auf „unverpackte Lebensmittel“ bestehen, auch wenn man dabei oft komisch angeschaut werde: „Damit erhöht sich der Druck, auch auf die Politik.“

Michaele Heske

Kontakt und Infos

per E-Mail info@unfairmuellt.org oder über Facebook.

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